Ratshausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ratshausen
Ratshausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ratshausen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 12′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Zollernalbkreis
Höhe: 675 m ü. NHN
Fläche: 5,77 km2
Einwohner: 767 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72365
Vorwahl: 07427
Kfz-Kennzeichen: BL, HCH
Gemeindeschlüssel: 08 4 17 052
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlosshof 4
72365 Ratshausen
Website: www.ratshausen.com
Bürgermeister: Heiko Lebherz
Lage der Gemeinde Ratshausen im Zollernalbkreis
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Über dieses Bild

Ratshausen ist eine Gemeinde im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland. Zur Gemeinde Ratshausen gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ratshausen

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ratshausen liegt am westlichen Rand der Schwäbischen Alb südwestlich des Plettenbergs. Südlich von Ratshausen liegt der Ortenberg. Ratshausen wird vom kleinen Fluss Schlichem durchquert. Die Gemeinde liegt inmitten des Naherholungsgebiets Oberes Schlichemtal.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden im Uhrzeigersinn (im Norden beginnend):

Historische Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Kernhausen und Reuthalde. Der Hof Reuthalde entstand Anfang des 19. Jahrhunderts und wurde 1862 abgebrochen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ratshausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste bekannte Nennung stammt aus dem Jahr 1371 und lautet Raulshausen (Personenname Radult oder Radulf).[3] Jedoch handelt es sich bei Ratshausen (und auch Kernhausen) um eine Siedlung der älteren Ausbauzeit, spätestens des 8. Jahrhunderts.[4]

Im Frühmittelalter war Ratshausen Teil der Grafschaft Scherra, über die später die Grafschaft Hohenberg die Oberhoheit erlangte.[5] Zusammen mit der Grafschaft Hohenberg kam Ratshausen 1381 an die Habsburger (Schwäbisch-Österreich).[6] Ratshausen war dann unmittelbarer Bestandteil der Herrschaft Oberhohenberg (Obervogteiamt Fridingen, nach 1688 Obervogteiamt Spaichingen).[7] In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts fungierte der Bezirk der Grafschaft Hohenberg auch unter den Bezeichnungen Oberamt Rottenburg und Oberamt Hohenberg.

In der Frühneuzeit war Ratshausen (und auch Kernhausen) meist Teil der Pfarrei Schömberg, 1788 wurde Ratshausen Teil der neugeschaffenen Pfarrei Kernhausen.[8]

Im Rahmen des Auflösungsprozesses des Alten Reiches zwischen 1803 und 1806 kam Ratshausen 1805 zu Württemberg (Oberamt Spaichingen). 1938 wurde Ratshausen Teil des Landkreises Balingen. Nach dessen Auflösung ist Ratshausen seit dem 1. Januar 1973 Bestandteil des Zollernalbkreises.

Zu den geschichtlichen Besonderheiten des Dorfes Ratshausen gehört das auffallend häufige Vorkommen des Namens Dannecker, der durch den in Waldenbuch bei Stuttgart geborenen Bildhauer Johann Heinrich von Dannecker bekannt geworden ist. Ratshausen ist bedeutsam als Stammsitz der Familie Dannecker. „Der gemeinsame Stammvater der Dannecker-Sippe ist der Bauer Hans Dannecker, der um 1580 […] im Dörflein Ratshausen lebte.“[9]

Kernhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Markung von Ratshausen befand sich bis 1400 ein weiteres kleines Dorf namens Kernhausen. Der Ort Kernhausen wurde 1258 als Kerenhusen erstmals erwähnt. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde hier von den Herren von Lupfen ein Nonnenkloster gegründet, das um 1258/62 nach Offenhausen verlegt wurde und dort den Namen Gnadenzell erhielt.

Die Besitzungen in Kernhausen blieben zunächst im Besitz des Klosters, im Jahr 1310 wurde der Hof an einen niederadligen Ritter verkauft, der sich in der Folge Kernhauser nannte. Um 1400 existierte lediglich noch Kirche, Kaplanei- und Mesnerhaus.

Die Afra-Kirche von Kernhausen diente den Bewohnern von Ratshausen bis um 1810 als Dorfkirche; erst zwischen 1816 und 1823 wurde in Ratshausen eine neue Kirche erbaut und die Kirche nach 1816 abgebrochen.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2010 wurde der Sozialwirt Heiko Lebherz mit 56,6 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Amtsvorgänger Michael Maier (CDU) wechselte nach 19 Jahren nach Winterlingen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton von Dannecker (1816–1881), katholischer Theologe, Domkapitular und Päpstlicher Hausprälat, 1868–1870 Landtagsabgeordneter als Mitglied des Domkapitels.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ratshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 247–248
  3. https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/ORT/labw_ortslexikon/16485/Ratshausen+-+Altgemeinde%7ETeilort
  4. https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/ORT/labw_ortslexikon/16485/Ratshausen+-+Altgemeinde%7ETeilort
  5. https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/ORT/labw_ortslexikon/16485/Ratshausen+-+Altgemeinde%7ETeilort
  6. https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/ORT/labw_ortslexikon/16485/Ratshausen+-+Altgemeinde%7ETeilort
  7. https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/ORT/labw_ortslexikon/16485/Ratshausen+-+Altgemeinde%7ETeilort
  8. https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/ORT/labw_ortslexikon/16485/Ratshausen+-+Altgemeinde%7ETeilort
  9. Blätter für Württembergische Familienkunde, Heft 99 <Bd. 9, Heft 3>, Mai 1942, S. 43.