Raubbeutlerartige

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Raubbeutlerartige
Oben: Beutelwolf, Beutelteufel Mitte: Riesenbeutelmarder, Numbat Unten: Gelbfuß-Beutelmaus, Dickschwänzige Schmalfußbeutelmaus

Oben: Beutelwolf, Beutelteufel
Mitte: Riesenbeutelmarder, Numbat
Unten: Gelbfuß-Beutelmaus, Dickschwänzige Schmalfußbeutelmaus

Systematik
ohne Rang: Amnioten (Amniota)
ohne Rang: Synapsiden (Synapsida)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beuteltiere (Marsupialia)
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Raubbeutlerartige
Wissenschaftlicher Name
Dasyuromorphia
Gill, 1872

Die Raubbeutlerartigen (Dasyuromorphia) bilden eine Ordnung innerhalb der Beutelsäuger (Metatheria). Die meisten fleischfressenden Beuteltiere gehören in diese Ordnung. Vielen Arten wurden von europäischen Siedlern Namen gegeben, die sich an höhere Säugetiere anlehnen, wie zum Beispiel „Beutelmarder“, „Beutelwolf“, „Beutelmäuse“. Die Ähnlichkeiten zwischen den Raubbeutlern und ihren Namensvorbildern beruhen jedoch auf konvergenter Evolution.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Raubbeutlerartige unterscheiden sich nur geringfügig in ihrem Körperbau, dafür erheblich in ihrer Größe. Viele Beutelmäuse erreichen nur in etwa die Größe einer Maus und zählen zu den kleinsten Beuteltieren überhaupt, während der Beutelteufel mit Schwanz über 1 m lang wird und ein Gewicht von über 10 kg erreichen kann. Der ausgestorbene Beutelwolf war sogar noch größer. Sie sind allesamt geschickte, flinke Jäger, die sich je nach Größe von Insekten oder Wirbeltieren ernähren. Manche Arten fressen auch Aas.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Raubbeutlerartigen kommen in Australien, auf Neuguinea, Tasmanien und einigen anderen vorgelagerten Inseln vor.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ordnung besteht aus zwei rezenten und zwei ausgestorbenen Familien, von denen zwei nur eine Art umfassen:

  • Die Raubbeutler (Dasyuridae) umfassen rund 60 Arten, zu ihnen gehören unter anderem die Beutelmarder, der Beutelteufel sowie etliche Arten von Beutelmäusen.
  • Die Myrmecobiidae mit dem Numbat (Myrmecobius fasciatus) oder Ameisenbeutler.
  • Die Thylacinidae mit dem Beutelwolf (Thylacinus cynocephalus), der zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgerottet worden ist.
  • Die Malleodectidae mit der Gattung Malleodectes und zwei Arten. Dies sind frettchengroße, auf hartschalige Beutetiere spezialisierte Raubbeutlerartige aus dem Miozän.[1]

Die ausgestorbenen Beutellöwen (Thylacoleonidae) gehörten hingegen nicht zu den Raubbeutlerartigen, sondern in die Ordnung Diprotodontia.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0-8018-5789-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. Archer, S. J. Hand, K. H. Black, R. M. D. Beck, D. A. Arena, L. A. B. Wilson, S. Kealy and T.-t. Hung. 2016. A New Family of Bizarre Durophagous Carnivorous Marsupials from Miocene Deposits in the Riversleigh World Heritage Area, northwestern Queensland. Scientific Reports. 6, Article number: 26911. DOI: 10.1038/srep26911