Raubersried (Wendelstein)

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Raubersried
Koordinaten: 49° 20′ 34″ N, 11° 8′ 48″ O
Höhe: 348 m ü. NHN
Einwohner: 170 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 90530
Vorwahl: 09129
Luftaufnahme von Raubersried (2020)
Luftaufnahme von Raubersried (2020)
Raubersried, Ortseingang im Osten

Raubersried (umgangssprachlich: Rawaschried[2]) ist ein Gemeindeteil des Marktes Wendelstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben, im Norden Stockwiesen genannt und im Süden Lehmgrube. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wendelstein (1 km nördlich) bzw. nach Großschwarzenlohe (2,1 km westlich).[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1311 als „Rabenriet“ erwähnt. Das Bestimmungswort ist Ragibert, der Personenname des Siedlungsgründers, das Grundwort ist riute (mhd. für Rodung). Demnach handelt es sich um eine Rodungssiedlung. 1340 wurde der Ort „Redwizzreuth“, 1350 „Redwinsreuth“ genannt, ansonsten relativ durchgängig die alte Form, ab 1623 wird die heutige Form erstmals bezeugt.[4] Um 1800 schrieb man den Ortsnamen als Räubersrieth.[5]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Raubersried 21 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das ansbachische Richteramt Schwand aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das ansbachische Richteramt Wendelstein. Grundherren waren das Richteramt Schwand (4 Gütlein, 1 Gütlein mit Gastwirtschaft), die Rieter’sche Stiftungsverwaltung Kornburg (1 Ganzhof mit Gastwirtschaft), das nürnbergische Spitalamt Heilig Geist (2 Halbhöfe, 6 Gütlein) und Nürnberger Eigenherren (von Bettschart: 1 Halbhof, 2 Gütlein; von Haller: 2 Halbhöfe; von Muffel: 1 Halbhof; von Scheurl: 1 Halbhof).[6][7]

Von 1797 bis 1808 unterstand Raubersried dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Raubersried gebildet. Zu der I. Sektion gehörten Dürrenhembach und Sperberslohe, zu der II. Sektion Gugelhammer, Nerreth und Röthenbach bei Sankt Wolfgang. 1818 entstand die Ruralgemeinde Raubersried, die mit der I. Sektion deckungsgleich war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1920 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Raubersried zum Bezirksamt Schwabach (1938 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1880 in Amtsgericht Schwabach umbenannt).[8] Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 20,010 km².[9]

Im Zuge der Gebietsreform wurde Raubersried am 1. Juli 1971 nach Wendelstein eingemeindet.[10]

Der Ort ist nach wie vor landwirtschaftlich geprägt. Verschiedentlich werden regionale Lebensmittel zum Kauf angeboten. Es gibt einen Gasthof mit Biergarten.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Cochläus (* 10. Januar 1479 in Raubersried als Johannes Dobeneck; † 11. Januar 1552 in Breslau), Humanist und Theologe

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Raubersried (Wendelstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 349 (Digitalisat).
  2. E. Wagner, S. 58. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transskribiert: rāwɒšrīd.
  3. Raubersried im BayernAtlas
  4. E. Wagner, S. 58.
  5. Eintrag bei BayernAtlas Klassik
  6. F. Eigler, S. 415.
  7. Johann Bernhard Fischer: Raubersrieth. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, S. 309 (Digitalisat). Hiernach soll es nur 15 Untertansfamilien gegeben haben, von denen 1 ansbachisch war.
  8. F. Eigler, S. 480.
  9. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 825 (Digitalisat).
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 568.