Raue Deutzie

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Raue Deutzie
Deutzia scabra A.jpg

Raue Deutzie (Deutzia scabra)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Hartriegelartige (Cornales)
Familie: Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)
Gattung: Deutzien (Deutzia)
Art: Raue Deutzie
Wissenschaftlicher Name
Deutzia scabra
Thunb.

Die Raue Deutzie[1] (Deutzia scabra) ist ein dicht verzweigter Strauch mit weißen Blüten aus der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt in Japan. Sie wird sehr häufig als Zierstrauch gepflanzt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blüten und Blätter

Die Raue Deutzie ist ein 2,5 bis 3 Meter hoher, straff aufrechter und dicht verzweigter Strauch mit zimtfarbener und sich in papierartigen Streifen schälender Borke. Die Laubblätter haben einen etwa 5 Millimeter langen Stiel. Die Blattspreite ist einfach, 4 bis 7 Zentimeter lang und 2 bis 3 Zentimeter breit, eiförmig bis länglich, zugespitzt, mit abgerundeter Basis und fein gesägtem Blattrand. Beide Seiten sind stumpf grün und auffallend rau. Die Blattoberseite ist mit drei- bis vierstrahligen Sternhaaren besetzt, die Unterseite mit zehn- bis 15-strahligen Sternhaaren, einige Haare auf den Blattadern haben mehrere längere, aufrechte Härchen.[2][3]

Die Blütenstände sind 6 bis 12 Zentimeter lange, breit kegelförmige, aufrechte Rispen mit sternhaariger Blütenstandsachse. Die Blüten sind weiß oder außen rosa getönt und 1,5 bis 2 Zentimeter breit. Die Kelchblätter sind dreieckig und kürzer als der Blütenbecher. Die Kronblätter stehen nahezu aufrecht und sind länglich. Es werden zehn Staubblätter gebildet, fünf längere mit etwa 7 Millimetern, die anderen fünf nur 4 Millimeter lang. Es werden meist drei Griffel gebildet.

Die Raue Deutzie blüht von Mai bis Juni.[2][3]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 130.[4]

Vorkommen und Standortansprüche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Japan im Westen von Honshū, auf Kyushu und Shikoku.[5] Die Raue Deutzie wächst in Strauchflächen und Hecken auf frischen bis feuchten, schwach sauren bis alkalischen, nährstoffreichen Böden an sonnigen bis lichtschattigen, sommerkühlen Standorten. Die Art ist meist frosthart.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Raue Deutzie (Deutzia scabra) ist eine Art aus der Gattung der Deutzien (Deutzia). Sie wird in der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae) der Unterfamilie Hydrangeoideae und der Tribus Philadelpheae zugeordnet. Die Art wurde 1781 von Carl Peter Thunberg erstmals wissenschaftlich gültig beschrieben.[5] Der Gattungsname Deutzia erinnert an den holländischen Ratsherrn Johan van der Deutz (1790 bis 1858) aus Amsterdam, einen Förderer des schwedischen Naturforschers Carl Peter Thunberg, der die Gattung benannt hat.[6] Das Artepitheton scabra kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „rau“, „krätzig“.[7]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Raue Deutzie wird sehr häufig wegen ihrer Blüten als Zierstrauch verwendet. Es werden mehrere Sorten unterschieden darunter

  • 'Candidissima' mit rein weißen, rosettenartig gefüllten Blüten
  • 'Codsall Pink' mit zahlreichen 2,5 bis 3 Zentimeter breiten, malvenrosafarbenen, gefüllten Blüten in schmalen, kegelförmigen Rispen
  • 'Plena' mit 3 Zentimeter breiten, dichtgefüllten, hellrosafarbenen und außen purpurrosafarbenen Blüten
  • 'Pride of Rochester' mit bis zu 3 Zentimeter breiten, innen weißen und außen schwach rosa gestreiften, dicht gefüllten Blüten mit schmalen Kronblättern[2]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 265.
  • Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 460.
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 265 und nach Fitschen: Gehölzflora, S. 460
  2. a b c d Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 265
  3. a b Deutzia scabra. In: Flora of Pakistan. www.eFloras.org, abgerufen am 14. Mai 2012 (englisch).
  4. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 493.
  5. a b Deutzia scabra. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 14. Mai 2012 (englisch).
  6. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 205
  7. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 563

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Deutzia scabra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien