Raukenblättriges Greiskraut

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Raukenblättriges Greiskraut
Raukenblättriges Greiskraut (Jacobaea erucifolia)

Raukenblättriges Greiskraut (Jacobaea erucifolia)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Senecioneae
Gattung: Jacobaea
Art: Raukenblättriges Greiskraut
Wissenschaftlicher Name
Jacobaea erucifolia
(L.) G.Gaertn. & al.

Das Raukenblättrige Greiskraut (Jacobaea erucifolia, Syn.: Senecio erucifolius L.), auch Raukenblättriges Kreuzkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Jacobaea innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie gedeiht insbesondere in kalkhaltigen Halbtrockenrasen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration
Blütenkörbchen
Fruchtstand mit Pappus

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Raukenblättrige Greiskraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 120 Zentimetern. Sie bildet Ausläufer. Die mittleren Stängelblätter sind bei der Nominatform erucifolius graugrün, fiederteilig, mit lanzettlich zugespitzten, meist schmalen Zipfeln und am Grund ohne Anhäufung schmaler Blattzipfel (Öhrchen). Bei der schmalblättrigen Unterart Jacobaea erucifolia subsp. tenuifolia sind die Blattabschnitte schmal-linealisch, am Rand zurückgerollt und auch unterseits meist frischgrün.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Gesamtblütenstand stehen zahlreiche Blütenkörbchen zusammen. Es sind 13 Hüllblätter und 3 bis 8 aufrecht abstehende Außenhüllblätter, die etwa halb so lang sind wie die Hüllblätter, vorhanden. Die 13 Zungenblüten sind hell-goldgelb.

Alle Achänen sind kurz behaart. Der Pappus ist bleibend.

Die Blütezeit reicht von Juli bis September; dort wo es gemeinsam mit dem Jakobs-Greiskraut vorkommt, blüht es etwa sechs bis acht Wochen später als dieses.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Raukenblättrige Greiskraut ist ein Hemikryptophyt mit kriechendem Rhizom. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch Bienen und Fliegen. Die Diasporen, es sind die Achänen, werden durch den Wind ausgebreitet (Schirmchenflieger).

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese eurasisch verbreitete Art fehlt teilweise im norddeutschen Tiefland. Sie wächst häufig in Kalk-Magerrasen und Weiden, in Halbtrockenrasen oder trockenen Moorwiesen, an Wald- und Strauchrändern, Wegrainen oder Erdanrissen und in Steinbrüchen. Das Raukenblättrige Greiskraut gedeiht am besten auf basenreichen, mäßig stickstoffhaltigen Lehmböden. Nach den Ellenbergschen Zeigerwerten ist es eine Lichtpflanze von subozeanischer Verbreitung und ein Trockniszeiger. Das Raukenblättrige Greiskraut eine schwache Verbandscharakterart wärmebedürftiger Distelgesellschaften (Onopordion acanthii). Es kommt besonders oft in halbruderalen, gestörten Gesellschaften der Verbände Dauco-Melilotion, Convolvulo-Agropyrion oder Mesobromion vor.[1]

Raukenblättriges Greiskraut (Jacobaea erucifolia)

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Senecio erucifolius durch Carl von Linné. In die Gattung Jacobaea gestellt wurde sie im Jahr 1801 durch Gottfried Gaertner, Bernhard Meyer und Johannes Scherbius in der Oekonomischen Flora der Wetterau, Band 3, 1, Seite 208.

Von Jacobaea erucifolia gibt es mehrere Unterarten (Auswahl):[2]

  • Gewöhnliches Raukenblättriges Greiskraut (Jacobaea erucifolia (L.) G.Gaertn. & al. subsp. erucifolia, Syn.: Senecio erucifolius L. subsp. erucifolius)
  • Jacobaea erucifolia subsp. arenaria (Soó) B.Nord. & Greuter: Sie kommt in der Ukraine, in Rumänien, Bulgarien, Moldawien, im europäischen Russland, in der Türkei und in Transkaukasien vor.[2]
  • Jacobaea erucifolia subsp. praealta (Bertol.) Greuter & B.Nord. (Syn.: Senecio praealtus Bertol.): Sie kommt in Portugal, Spanien und Italien vor.[2]
  • Schmalblättriges Raukenblättriges Greiskraut (Jacobaea erucifolia subsp. tenuifolia (J.Presl & K.Presl) B.Nord. & Greuter, Syn.: Senecio erucifolius subsp. tenuifolius (Jacq.) Jáv.): Sie kommt in Frankreich, Korsika, Italien, in der Schweiz, Deutschland, Kroatien, Ungarn, Bulgarien, Serbien, Rumänien, in der Slowakei und in der Ukraine vor.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 955.
  2. a b c d Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae.: Datenblatt Jacobaea erucifolia In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten. 6. Aufl. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7.
  • Michael Koltzenburg, Siegmund Seybold, Gabriele Zauner (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. Die umfassende Bestimmungs- und Informationsdatenbank. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001, ISBN 3-494-01298-9 (1 CD-ROM).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Raukenblättriges Greiskraut (Jacobaea erucifolia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien