Raul Krauthausen

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Raul Krauthausen (2008)

Raul Aguayo-Krauthausen (* 15. Juli 1980 in Lima, Peru) ist ein in Berlin lebender deutscher Aktivist, der sich für unterschiedliche soziale Projekte einsetzt und selbst einige Projekte ins Leben gerufen hat. Krauthausen hat Osteogenesis imperfecta (umgangssprachlich „Glasknochen“) und ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Seit Oktober 2015 wird die Talkshow Krauthausen – Face to Face auf Sport 1 von ihm moderiert.

Er war Mitglied der 16. Bundesversammlung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krauthausen studierte Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin sowie Design Thinking an der HPI School of Design Thinking und ist zudem ausgebildeter Telefonseelsorger. Er war für den Berliner Radiosender Fritz tätig und startete zusammen mit seinem Cousin ein Casting für einen Zivildienstleistenden (genannt Die Suche nach dem SuperZivi). Beeindruckt von der großen Resonanz gründeten beide den gemeinnützigen Verein Sozialhelden, der sich als Denkfabrik für soziale Projekte versteht. Das Spendenprojekt Pfandtastisch helfen erhielt 2008 den Preis des startsocial e. V.,[1] 2010 begann der Verein das Wiki-Projekt Wheelmap.org. Dort können Nutzer auf der Basis des Creative-Commons- und Open-Data-Projektes OpenStreetMap weltweit die Rollstuhlgängigkeit von Orten und Örtlichkeiten überprüfen beziehungsweise eintragen. Neben der Tätigkeit im Verein gründete er im Jahr 2013 mit einem weiteren Entwickler zusammen Selfpedia.de, eine digitale Auskunft rund um das Leben mit Behinderung.[2] Sein soziales Engagement und seine mediale Präsenz machte ihn zu einem Ansprechpartner für Journalisten, wenn es um die Belange von Menschen mit Behinderungen sowie die Themen Barrierefreiheit oder Inklusion geht.

Eines der jüngsten Projekte der Sozialhelden ist Leidmedien.de, eine Internetseite für Journalisten, die beabsichtigen, Menschen mit Behinderungen zu thematisieren. Diese enthält Hinweise für eine Berichterstattung aus einer anderen Perspektive und ohne Stereotypen.[3]

2014 entwarf er 3D-druckbare Mini-Rampen, die Rollstuhlnutzern zur Verbesserung der Passierbarkeit von Bordsteinen dienen sollen. Die Druckanleitung stellte er auf seiner Website der Allgemeinheit zur Verfügung. Krauthausen moderiert seit 2016 die Talkshow Challenge - Krauthausen face to face, bei Sat.1 Gold, welche seit 2019 als Wiederholung im Nachtprogramm von Kabel 1 läuft.[4]

In der am 20. Februar 2017 ausgestrahlten Episode „In Einrichtungen für Menschen mit Behinderung – was passiert, wenn keiner hinsieht“ der Investigativ-Reihe Team Wallraff – Reporter undercover war er als Interviewpartner zu sehen.

2018 spielte er sich selbst in der Comedy-Fernsehsendung jerks. (Folge 14).

Krauthausen ist auch auf YouTube und Twitter aktiv. Zur Bundestagswahl 2017 moderierte er das YouTube-Magazin re:sponsive.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raul Krauthausen mit Rollstuhl

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dachdecker wollte ich eh nicht werden: Das Leben aus der Rollstuhlperspektive (mit Marion Appelt), Rowohlt Verlag, Reinbek 2014, ISBN 3-499-62281-5.
  • Dachdecker wollte ich eh nicht werden: Mein Leben im Rollstuhl – Kurzfassung in Einfacher Sprache, Spaß am Lesen Verlag, 2015, ISBN 3-944668-38-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Raul Krauthausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. startsocial Preisträger, abgerufen am 2. September 2014
  2. Selfpedia.de – Eine Woche und die erste Bilanz
  3. leidmedien.de (Memento des Originals vom 30. August 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/leidmedien.de, abgerufen am 2. September 2014
  4. Krauthausen.tv: Krauthausen - Challenge, abgerufen am 29. April 2019
  5. re:sponsive - Folge 05 auf YouTube, vom 6. September 2017
  6. Feierliche Anerkennung - Wettbewerb und Preisträger 2009. Deutscher Engagementpreis, 2009, abgerufen am 3. Januar 2019.
  7. VZ Award-Sieger: Die Sozialhelden im Interview, deutscher-buergerpreis.de (11. April 2013)
  8. Fellow: Raúl Krauthausen, germany.ashoka.org (11. April 2013)
  9. Winners of the INCA Award 2010 (Memento des Originals vom 20. Dezember 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.inca-award.eu, inca-award.eu (11. April 2013)
  10. Vodafone Foundation Smart Accessibility Awards 2011 winners announced! (Memento des Originals vom 10. Januar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/developer.vodafone.com (11. April 2013)
  11. "Ordensträger sind großes Vorbild", Pressemitteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (11. April 2013)
  12. "Piratenpartei nominiert YouTuber für die Bundesversammlung", Piratenpartei.de (24. April 2017)