Raumabanen

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Åndalsnes–Dombås
Kylling bru über die Rauma
Kylling bru über die Rauma
Kursbuchstrecke:NSB 22
Streckenlänge:114 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Betriebsstellen und Strecken[1]
Dienst-/Güterbahnhof – Streckenanfang
Terminal für Spezialfracht
   
zum Hafen
Bahnhof, Station
457,28 Åndalsnes (30. Nov. 1924) 4,2 moh.
Bahnhof ohne Personenverkehr
Åndalsnes godsterminal[2] (20. Juni 1994)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
452,38 Åk tunnel (31 m)
   
451,60 Sogge (15. Mai 1929–22. Mai 1966)
   
449,25 Romsdalshorn (30. Nov. 1924–15. Juni 1953 Bhf., Hp bis 22. Mai 1966) 10 moh.
Brücke über Wasserlauf (groß)
444,09 Skjerve bru (66 m)
   
442,48 Lynghjem (15. Mai 1929–22. Mai 1966)
Brücke über Wasserlauf (groß)
441,21 Sælen bru (60 m)
Bahnhof ohne Personenverkehr
439,16 Marstein (30. Nov. 1924–1. Jan. 1964 Bhf., Hp bis 27. Mai 1990) 66 moh.
   
436,74 Remmem (15. Jan. 1929–22. Mai 1966)
   
431,52 Flatmark (30. Nov. 1924–15. Juni 1953 Bhf., Hp bis 27. Mai 1990) 127 moh.
   
426,37 Foss (15. Mai 1929–22. Mai 1966)
Brücke über Wasserlauf (groß)
425,86 Foss bru (80 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
419,23 Kylling bru (76 m)
Tunnel
418,61 Kylling tunnel (Kehrtunnel, 480 m)
Bahnhof ohne Personenverkehr
418,09 Verma (25. Nov. 1923–1. Juni 1970 Bhf., Hp bis 29. Mai 1988) 273 moh.
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
416,14 Verma vannstasjon (Wasserstation für Dampfsonderzüge)
Tunnel
414,39 Stavem (Kehrtunnel, 1396 m) 332 moh.
   
407,45 Brude (15. Mai 1929–22. Mai 1966)
Brücke über Wasserlauf (groß)
404,58 Rauma, Stuguflåten bru (54 m)
   
404,20 Stuguflåten (15. Mai 1929–27. Mai 1990)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
401,19 Bjorli tunnel (61 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
400,43 Rauma (42 m)
Bahnhof, Station
399,84 Bjorli (19. Nov. 1921) 575 moh.
   
399,23 Kiesgrube Bøvermoen
   
395,86 Øygaren (bis 1950 Øigaren, 15. Jan. 1929–22. Mai 1966)
   
390,73 Lesjaskog (19. Nov. 1921–1. Sept. 1964 Bhf., Hp bis 27. Mai 1990) 615 moh.
   
387,00 Åheim gård (10. Juni 1954–29. Mai 1988)
   
385,58 Bryggen (15. Mai 1929–22. Mai 1966)
Haltepunkt, Haltestelle
379,89 Lesjaverk (19. Nov. 1921–1. Juni 1970 Bhf., Hp ab 27. Sept. 1989) 633,2 moh.
   
Nebengleis Lesjaverk
   
373,50 Vangen (15. Mai 1929–22. Mai 1966)
Brücke (mittel)
370,68 E136, 1979 (69 m)
   
369,78 Lora (19. Nov. 1921–1. Juni 1970 Bhf., Hp bis 27. Mai 1990) 632 moh.
   
366,88 Skarphol (15. Jan. 1929–15. Mai 1929)
   
366,00 Brænjord (15. Mai 1929–22. Mai 1966)
Haltepunkt, Haltestelle
360,68 Lesja (19. Nov. 1921–1. Mai 1990 Bhf, seither Hp) 634 moh.
   
356,85 Anschlussgleis Aura (1935–1957)
   
356,70 Ulateig (19. Nov. 1921–22. Mai 1966)
   
352,13 Bottheim (19. Nov. 1921–1. Sept. 1964 Bhf., Hp bis 27. Mai 1990) 648 moh.
   
347,40 Joramo (15. Jan. 1929–22. Mai 1966)
Brücke über Wasserlauf (groß)
346,67 Jora (85 m)
   
345,90 Anschlussgleis Jora
   
Dovrebanen von Oppdal
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
343,26 Dombås tunnel(161 m)
Bahnhof, Station
343,04 Dombås (1913) 659,3 moh.
Strecke – geradeaus
Dovrebanen nach Lillehammer

Die Raumabane[3] (deutsch Raumabahn) ist eine eingleisige, nicht-elektrifizierte Bahnstrecke im Süden Norwegens. Die Strecke beginnt in 659 Meter Seehöhe in Dombås im Anschluss an die Dovrebane (Oslo–Trondheim) und endet nach 114 Kilometern direkt am Atlantik in Åndalsnes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baubeginn erfolgte nach dem Beschluss des Storting am 9. Juli 1908 im Januar 1912. Die Arbeiten wurden während des Ersten Weltkrieges fortgesetzt. Auf Grund des kriegsbedingten Mangels an Rohstoffen wie Stahl, Dynamit und Kohle wurde auf alte Techniken wie etwa Sprengungen mittels Erhitzen des Gesteins und nachfolgendem Abkühlen mit kaltem Wasser zurückgegriffen.

Die Inbetriebnahme erfolgte abschnittsweise, der Zugverkehr wurde zwischen Dombas und Bjorli am 21. November 1921 und weiter bis Verma am 25. November 1923 aufgenommen.

Am 29. November 1924 wurde die Strecke in Betrieb genommen. Für den Bau der Strecke wurden mehr als 14 Millionen Personenstunden Arbeit aufgewendet, die Kosten lagen bei 49 Millionen norwegischen Kronen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Strecke für Militär- und Goldtransporte genutzt. 1940 wurden die norwegischen Goldreserven von Oslo kommend ans Meer und von dort in die Vereinigten Staaten und nach Großbritannien in Sicherheit gebracht. Versuche der deutschen Truppen, die Strecke beim Rückzug aus Norwegen 1944 durch Brückensprengungen unbrauchbar zu machen, scheiterten. An der Stuguflåtbrua ist eine Betonstelle zu sehen, an der die Schäden des Sprengversuches ausgebessert wurden.

Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen NSB Typ 93 bei Bjorli

Von den ursprünglich 23 Zwischenhalten existierten 2017 noch der Bahnhof in Lesja, der Haltepunkt in Lesjaverk und der Bahnhof in Bjorli, die normalerweise nicht mehr besetzt sind. Lediglich Bjorli ist im Sommer für die Touristenzüge besetzt. Die im unteren Streckenabschnitt liegenden Bahnhöfe Verma und Marstein besitzen keinen Personenverkehr mehr. Verma wird regelmäßig und Marstein bei Bedarf für Zugkreuzungen verwendet.[4][5]

Die Strecke führt im oberen Abschnitt ab Dombås durch das weite landwirtschaftlich genutzte Tal des Flusses Lågen. Hier ist die Strecke noch recht flach. Erst bei Bjorli, etwa auf halber Strecke, wechselt die Strecke ins Romsdal. Dieser Streckenabschnitt ist landschaftlich interessant. Die Strecke folgt dem teilweise schluchtartigen Verlauf des Flusses Rauma, dem Namensgeber der Strecke. Ein Höhepunkt ist die Stuguflåtbrua. Es folgt ein Wendetunnel, der Stavem vendetunnel, eine weitere Wendeschleife und direkt danach die steinerne Kylling bru. In diesem Bereich ist die Strecke wie eine Serpentine angelegt und wechselt so zweimal um 180 Grad die Richtung. Wie die zwei genannten Brücken sind die im weiteren Streckenverlauf folgenden hohen Bergwände beliebte Fotomotive, bis in Åndalsnes das Meer erreicht wird.

63a-2770 auf der Stuguflåtbrua

Betriebseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Bahnhöfen Bjorli, Verma und Åndalsnes waren Lokschuppen und Drehscheiben vorhanden. Der Schuppen in Bjorli brannte 1940 ab.

Brücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stuguflåtbrua ist eine Steinbrücke. Sie ist 10 Meter hoch und 54 Meter lang, erbaut wurde sie von 1919 bis 1923. Unter ihr stürzt die Rauma durch eine enge Schlucht.

Die Kylling bru ist ebenfalls eine Steinbrücke. Sie ist 59 Meter hoch und 76 Meter lang, erbaut wurde sie von 1913 bis 1922. Sie überquert die Rauma. Diese Brücke ist eine der berühmtesten Bahnbrücken Norwegens und zugleich Wahrzeichen der Strecke.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Triebwagen Typ 93 im Bahnhof von Åndalsnes

Auf der Strecke verkehren im Personenverkehr Einzel-Triebwagen der Reihe NSB Typ 93 mit Neigetechnik. Diese lösten 2001 die von Di 3 gezogenen Personenzüge ab.

In der Saison werden im Touristenverkehr, vor allem, wenn im Hafen von Åndalsnes ein Kreuzfahrtschiff liegt, zusätzliche Leistungen gefahren. Auf der Teilstrecke von Åndalsnes nach Bjorli kam dabei früher ein Zug mit historischen Holzwagen zum Einsatz. Bis 2006 bespannte diesen die Museumsdampflok 63a 2770 (eine ehemalige deutsche Baureihe 52), danach die museal erhaltene Di 3.602. Es folgten Touristenzüge mit NSB Typ 93 und seit 2013 fährt eine Di 4 mit modernisierten „B5“-Wagen.[6]

Im Güterverkehr folgten der Di 3 zunächst die Di 8, später die Reihe CD 312. Im Dezember 2013 stellte die staatliche Güterverkehrsgesellschaft Cargonet den Güterverkehr auf der Raumabahn ein. Im Januar 2014 wurde der Güterverkehr, normalerweise mit einer Lok der Reihe Class 66 bespannt, von Cargolink weitergeführt. Nach der Liquidation von Cargolink im Februar 2016 übernahm die staatlich schwedische Güterverkehrsgesellschaft GreenCargo den Güterverkehr. Im Regelbetrieb fährt an Werktagen ein Zugpaar, seit 2016 mit je drei Lokomotiven der schwedischen Reihe T44 bespannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Broschüre Opplev Raumabanen des Touristbüros Åndalsnes, 2004
  • Broschüre Raumabanen , Jernbaneverket, 1999
  • Richard Latten, Vom Femarnsund zum Nordkap, Eisenbahn in Skandinavien Band 1, 1993, Verlag Schweers und Wall, ISBN 3-921679-85-0

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thor Bjerke, Finn Holom: Banedata 2004. Data om infrastrukturen til jernbanene i Norge. Hrsg.: Jernbaneverket, Norsk Jernbanemuseum und Norsk Jernbaneklubb Forskningsavdelingen. NJK Forskningsavdelingen, Hamar/Oslo 2004, ISBN 82-90286-28-7, S. 94 (norwegisch).
  2. Åndalsnes godsterminal. Bane NOR; abgerufen am 17. April 2017 (norwegisch).
  3. Im Norwegischen ist die Endung „-en“ bei Substantiven ein bestimmter Artikel. Daher ist die korrekte Bezeichnung in deutschen Texten entweder „Raumabanen“ oder „die Raumabane“.
  4. Grafiske togruter blad 12: Dombås - Åndalsnes. Bane NOR, 17. Oktober 2016; abgerufen am 17. April 2017 (norwegisch).
  5. Raumabanen. Bane NOR; abgerufen am 17. April 2017 (norwegisch).
  6. Mulighetsstudie Dovre- og Raumabanen. oppland.no, 23. Mai 2016; abgerufen am 17. April 2017 (norwegisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Raumabanen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien