Raumwelle

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Abstrahlung einer oberflächennahen Bodenwelle und einer an der Ionosphäre reflektierten Raumwelle

Als Raumwelle wird die sich von einem Sender ausbreitende elektromagnetische Welle bezeichnet, die im Gegensatz zur Bodenwelle nicht der Krümmung der Erdoberfläche folgt, sondern sich geradlinig wie Licht „in dem Raum“ ausbreitet. In einem gewissen Frequenzbereich können sie nach großer Distanz durch Reflexionen an der Ionosphäre wieder zur Erde zurückgelangen. Da die Ionosphäre keine harte reflektierende Oberfläche hat, muss man streng genommen nicht von Reflexion, sondern von Brechung sprechen.

Im Frequenzbereich der Kurzwelle (3 bis 30 MHz) ist vor allem die Raumwelle von Interesse, weil der Bodenwellenanteil der Kurzwelle nur eine Reichweite von um die 50 km hat. Im Lang- und Mittelwellenbereich spielt die Raumwelle hingegen keine oder nur eine untergeordnete Rolle, da in diesen Frequenzbereichen die Reflexion der elektromagnetischen Strahlung an der Ionospähre nicht oder nur in sehr geringem Maße auftritt. In diesen Frequenzbereichen wird die Raumwelle von der Ionosphäre absorbiert und gelangt gar nicht bis zur reflektierenden Schicht. Nur nachts, wenn die Ionosphäre aufgrund der ausbleibenden Sonnenstrahlung ihre Eigenschaft verändert, kann es auch hier mal durch Reflexion zu einem Empfang weit entfernter Sender kommen, weshalb in den Nachtstunden in diesen Frequenzbereichen einerseits mehr Sender empfangen werden können als in den Tagstunden und anderseits durch asynchrone Überlappung von Boden- und Raumwelle nächtliche Empfangsstörungen auftreten können.

Die Raumwelle ist im Kurzwellenrundfunk von großer Bedeutung (→Reflexion von Kurzwellen an der Ionosphäre). Die Dämpfung ist gering und zwischen etwa 5 MHz und 30 MHz werden die Raumwellen an der Ionosphäre besonders gut reflektiert und bewegen sich zur Erdoberfläche zurück. Von dort kann das Signal erneut zur Ionosphäre reflektiert werden. Auf diese Weise können die Radiowellen rund um die Erde weltweit empfangen werden. Diese Reflexion kann bei einem magnetischen Sturm so gestört werden, dass die Raumwelle in großer Entfernung nicht mehr beobachtbar ist.

Raumwellen von UKW-Sendern werden in der Ionosphäre kaum absorbiert und nicht oder nur sehr schlecht reflektiert. Aus diesem Grund können UKW-Sender im Regelfall nur dort empfangen werden, wo die Sendeantenne sichtbar ist (quasioptische Ausbreitung). Bei bestimmten Inversionswetterlagen kann es jedoch Überreichweiten geben. Außerdem können UKW-Wellen an Hindernissen gebeugt werden und zwar umso mehr, je größer die Wellenlänge ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Rawer: Wave Propagation in the Ionosphere. Kluwer, Dordrecht 1993. ISBN 0-7923-0775-5
  • Stratis Karamanolis: Alles über CB Ein Handbuch für den CB Funker. 2. Auflage, Karamanolis Verlag, Putzbrunn 1977
  • Gregor Häberle, Heinz Häberle, Thomas Kleiber: Fachkunde Radio-, Fernseh-, und Funkelektronik. 3. Auflage, Verlag Europa Lehrmittel, Haan-Gruiten 1996, ISBN 3-8085-3263-7

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]