Rauschwalde

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Rauschwalde
Stadt Görlitz
Koordinaten: 51° 8′ 27″ N, 14° 56′ 45″ O
Höhe: etwa 200 m ü. NN
Fläche: 3,3 km²
Einwohner: 6061 (31. Dez. 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.837 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1925
Postleitzahl: 02827
Vorwahl: 03581
Karte
Lage von Rauschwalde in Görlitz
Blick über Rauschwalde vom Görlitzer Hausberg – der Landeskrone
Blick über Rauschwalde vom Görlitzer Hausberg – der Landeskrone

Rauschwalde ist seit seiner Eingemeindung 1925 ein Stadtteil der Stadt Görlitz.[2] Die Bebauung des Stadtteils variiert je nach Viertel, sie reicht von Gründerzeitbauten und Wohnblocks des Typs IW64 aus DDR-Zeiten bis hin zu Eigenheimen. Zwischen 1975 und 1977 entstanden westlich der Karl-Eichler-Straße um die Kopernikusstraße fünfgeschossige Wohnblocks mit etwa 1500 Wohnungen.[3] Es war damit die zweite große Neubauwohnsiedlung von Görlitz. Die Blocks wurden zum großen Teil in den letzten Jahren renoviert und bieten somit ein freundlicheres Erscheinungsbild.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rauschwalde – das Windmühlenanwesen Seibt um 1900

Rauschwalde wurde um 1310 erstmals als Rushenwalde erwähnt. Das ehemalige Dorf Rauschwalde befand sich rund um die um 1780 erbaute Bockwindmühle, welche zwischen 1904 und 1907 abgerissen wurde. An sie erinnert lediglich eine Nachbildung, die von der Karl-Eichler-Straße vor allem zur Weihnachtszeit leicht erkennbar ist.

Rauschwalde zählte Anfang des 20. Jahrhunderts rund 800 Einwohner. 1914 stieg die Einwohnerzahl auf knapp 1400. Dies war auf die Eröffnung des Güter- und Rangierbahnhofs in Schlauroth zurückzuführen.

1915 wurde Rauschwalde eine eigenständige evangelische Gemeinde. Vorher gehörte sie zum Kirchspiel Kunnerwitz bzw. davor zum Kirchspiel Jauernick. 1921 erlangte der Vorort bereits Anschluss an das Straßenbahnnetz von Görlitz.[4]

Erst 1925 erfolgte die Eingemeindung zur Stadt Görlitz. Rauschwalde hatte damals 3063 Einwohner. Die Stadt förderte den Ort und erweiterte die örtlichen Schulen. Der Bau eines zentralen Abwassersystems sowie der Ausbau bzw. die Sanierung der Straßen wurde vorgenommen, um dem ehemaligen Vorort städtischen Komfort zu bieten.[4]

Seit der Eingemeindung war eines der bedeutendsten städtebaulichen Ziele die Neubebauung des Stadtteils beiderseits der Reichenbacher Straße und der Reichertstraße. Das Bauvorhaben wurde durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges unterbrochen.[5] Lediglich die Landskronsiedlung im Süden des Stadtteils an der Gemarkungsgrenze zu Biesnitz wurde realisiert. Im Jahr 1927 eröffnete das St. Carolus Krankenhaus. Weitere elf Jahre später erhielt die evangelische Gemeinde Rauschwalde mit der Christuskirche ihr eigenes Gotteshaus. Sie wurde am 17. Juni 1938 feierlich eingeweiht.[4]

Während des Zweiten Weltkrieges befand sich ab 1942/43 zwischen der Johanna-Dreyer- und der Heinrich-Heine-Straße ein Zwangsarbeiterlager. Es diente nach Ende des Krieges als Auffanglager für Flüchtlinge aus den Gebieten östlich von Oder und Lausitzer Neiße.[6] 1968 entstand in Rauschwalde die erste römisch-katholische Kirche, welche 1997 durch einen Neubau ersetzt wurde.

Im Jahr 1986 wurde der Straßenbahnverkehr eingestellt, da das Schienennetz allmählich verfiel und die dafür notwendigen Sanierungskosten zu hoch waren. Es wurde auf Busverkehr umgestellt.

Zum 1. Januar 1999 wurde die Stadtgrabensiedlung nördlich des ehemaligen Rangierbahnhofes aus der Gemeinde Schöpstal aus- und in die Stadt Görlitz eingegliedert. Das 479 Hektar große Gebiet der Stadtgrabensiedlung wurde dem Stadtteil Rauschwalde zugeschlagen.[7]

Ende des Jahres 2007 wurde die neugebaute Sporthalle Rauschwalde ihrer Bestimmung übergeben. Sie ist der Ersatzbau für die 2006 abgerissene Ulberhalle. Bei der Einweihung der Halle war auch der Handballnationalspieler Lars Kaufmann Gast.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Christuskirche

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhaltepunkt Görlitz-Rauschwalde

Rauschwalde besitzt eine eigene Anbindung an die Bundesstraße 6. Diese wurde 2009 neu gebaut, da die alte Überführung über die Bahnstrecke nach Dresden baufällig war und nicht mehr befahrbar ist.

Der Rauschwalder Haltepunkt bietet Anschluss an die Regionalzüge in die umliegenden Gemeinden und Dörfer, sowie in die sächsische Landeshauptstadt bis zum Dresdner Hauptbahnhof. Der Haltepunkt wird von der Vogtlandbahn („Trilex“) und der Ostdeutschen Eisenbahn Gesellschaft (ODEG) angefahren.

Der Stadtteil ist an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Mehrere Linien der Verkehrsgesellschaft Görlitz (VGG) und der Regionalbus Oberlausitz (RBO) durchkreuzen ihn.

Stadtbuslinien:

  • Buslinie B: Rauschwalde – Klinikum, Virchowstraße
  • Buslinie N: Rauschwalde – Biesnitz, Landeskrone (Nachtverkehr, verkehrt zwischen 19 und 0 Uhr)

Überlandbuslinien:

  • Linie 130: Görlitz – Reichenbach – Löbau
  • Linie 136: Görlitz – Schöpstal – Kodersdorf
  • Linie 137: Görlitz – Markersdorf – Deutsch Paulsdorf
  • Linie 146: Görlitz – Pfaffendorf – Friedersdorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rauschwalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistische Monatszahlen Stadt Görlitz Monat Dezember 2011. goerlitz.de, abgerufen am 11. Juni 2012.
  2. Rauschwalde im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Die Stadt Görlitz und ihre Stadt- und Ortsteile. goerlitz.de, abgerufen am 12. April 2012.
  4. a b c Die Christuskirche Görlitz-Rauschwalde. kkvsol.net, archiviert vom Original am 13. April 2012; abgerufen am 12. April 2012.
  5. Ernst-Heinz Lemper: Görlitz. Eine historische Topographie. 2. Auflage. Oettel-Verlag, Görlitz 2009, ISBN 3-932693-63-9, S. 234 f.
  6. Ernst Heinz Lemper: Görlitz. Eine historische Topographie. 2. Auflage. Oettel-Verlag, Görlitz 2009, ISBN 3-932693-63-9, S. 237.
  7. Gebietsstandsänderungen. statistik.sachsen.de, abgerufen am 14. Juli 2012 (PDF; 39 kB).
  8. Neue Sporthalle Rauschwalde eröffnet. In: Stadt Görlitz (Hrsg.): Amtsblatt der Kreisfreien Stadt Görlitz. 2 (Jahrgang 17), 15. Januar 2008, S. 4 (@1@2Vorlage:Toter Link/www.goerlitz.de( Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: goerlitz.de) [abgerufen am 19. August 2012]).