Raven (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Raven

Raven ist der Name eines alten uckermärkischen Adelsgeschlechts, dessen ältester Stammsitz Groß Luckow bei Strasburg ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Groß Luckow, Uckermark

Das Geschlecht wurde erstmals am 16. Oktober 1235 mit einem Raven als Zeugen des Bischofs Konrad von Cammin urkundlich erwähnt.[1] Herbord von Raven, gestorben vor 1287, war Lehnsmann des Markgrafen Johann II. von Brandenburg, Gründer und Erbauer der Stadt Neubrandenburg, wo er das Amt des Stadtschultheißen bekleidete. Die sichere Stammreihe beginnt mit Wernecke von Raven, 1375 auf Groß-Luckow und Schwarzensee in der Uckermark. Groß-Luckow war mindestens seit Gerhard von Raven, urkundlich 1367, bis zur Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone im Besitz der Familie. 1995 wurde es von der Familie zurückgekauft.

Mitglieder des Geschlechts waren seit 1757 auch in die mecklenburgische Ritterschaft aufgenommen worden. Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich 16 Eintragungen von Töchtern der Familie von Raven von 1772 bis 1914 aus Boeck, Nossentin, Schmackentin, Thelkow und Doberan zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift.

Die Raven waren ein typisches preußisches Landadelsgeschlecht, das der preußischen Armee zahlreiche Offiziere stellte. Berühmtestes Mitglied der Familie war der General Eduard von Raven (Held von Düppel), der 1864 beim Sturm auf die Düppeler Schanzen schwer verwundet und auf dem Sterbebett von König Wilhelm I. mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet wurde. Theodor Fontane hat ihm in seiner Kriegsberichtserstattung über den Deutsch-Dänischen Krieg 1864 ein literarisches Denkmal gesetzt.[2]

Raven aus Einbeck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht verwandt mit der obigen Familie, aber mit eigenem Wappen, ist die Patrizierfamilie Raven aus Einbeck. Sie tragen nicht den Präfix von im Namen, denn die Raven wurden nie in den Adelsstand erhoben. Die Linie begann 1285 mit Ludolf Raven. Er wurde erstmals in einer Urkunde des Hildesheimer Hochstifts erwähnt. Die Raven stellten die Ratsherren von Einbeck bis Johann Raven um 1355. Während des Dreißigjährigen Krieges bekleidete Jobst Raven das Amt. Obwohl die Wappen der von Raven und der Raven aus Einbeck (deren Wappen enthält eine Swastika) sich deutlich unterscheiden, kam es immer wieder zu Verwechselungen in den verwandtschaftlichen Verhältnissen.

Besitz der Familie von Raven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Silber einen feuerspeienden roten Panther. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken drei rote Straußenfedern.

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Georg Ferdinand von Raven (1769–1831), Rittmeister und Erbherr auf Müsselmow und Holzendorf, 1818–1830 Klosterhauptmann im Kloster Dobbertin
  • Conradus Raven, urkundlich (1278–1304), Ritter, Marschall und Truchsess der Markgrafen von Brandenburg
  • Eduard von Raven (1807–1864), preußischer General, Ritter des Ordens Pour le Mérite
  • Ernst von Raven (1815–1890), Landschaftsmaler
  • Hans Christoph von Raven (1618–1688), Landrat der Uckermark und des Landes Stolpe
  • Herbord von Raven (* unbekannt; † vor 1287) erster Stadtschulze von Neubrandenburg, Zugehörigkeit zum Geschlecht ist umstritten
  • Otto Christoph von Raven (1729–1799), mecklenburgisch-schweriner Landrat
  • Otto von Raven (1778–1810), preußischer Offizier, Ritter des Ordens Pour le Mérite
  • Otto von Raven (1797–1878), Abgeordneter des preußischen Abgeordnetenhauses
  • Raimar von Raven (1848–1920), preußischer Generalleutnant
  • Ulrich von Raven (1767–1800), preußischer Offizier
  • Werner von Raven (1875–1928), deutscher Arzt und Tropenmediziner
  • Werner Alborus Küneke von Raven (1784–1814), preußischer Offizier
  • Wilhelm von Raven (Oberst) (1770–1836), preußischer Oberst
  • Wilhelm von Raven (General) (1802–1866), preußischer Generalmajor
  • Wolfram von Raven (1924–2003), Publizist

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MUB I. (1863) Nr. 439
  2. Fontane: Der Schleswig-Holsteinische Krieg. In: Baltica. Flensburg 1997, S. 251–52.