Ravenstein

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Ravenstein im Bauland. Für weitere Bedeutungen siehe Ravenstein (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ravenstein
Ravenstein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ravenstein hervorgehoben
Koordinaten: 49° 24′ N, 9° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Neckar-Odenwald-Kreis
Höhe: 286 m ü. NHN
Fläche: 55,99 km²
Einwohner: 2865 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74747
Vorwahl: 06297
Kfz-Kennzeichen: MOS, BCH
Gemeindeschlüssel: 08 2 25 114
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lindenstraße 4
74747 Ravenstein
Webpräsenz: www.ravenstein.de
Bürgermeister: Hans-Peter von Thenen (Parteilos)
Lage der Stadt Ravenstein im Neckar-Odenwald-Kreis
Hessen Bayern Hohenlohekreis Landkreis Heilbronn Main-Tauber-Kreis Rhein-Neckar-Kreis Rhein-Neckar-Kreis Adelsheim Aglasterhausen Billigheim Binau Buchen (Odenwald) Elztal (Odenwald) Fahrenbach Hardheim Haßmersheim Höpfingen Hüffenhardt Limbach (Baden) Mosbach Mudau Neckargerach Neckarzimmern Neunkirchen (Baden) Obrigheim (Baden) Osterburken Ravenstein Rosenberg (Baden) Schefflenz Schwarzach (Odenwald) Seckach Waldbrunn (Odenwald) Walldürn Zwingenberg (Baden)Karte
Über dieses Bild
Blick auf Merchingen
Blick auf Ballenberg

Ravenstein ist eine Stadt in Baden-Württemberg am Südostrand des Neckar-Odenwald-Kreises.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung liegt im Bauland und ist zu etwa 28 Prozent bewaldet. Alle Ortsteile liegen an Bächen, die zur Jagst hin fließen: Hüngheim und Merchingen an der Kessach, Erlenbach am Erlenbach und Ober- und Unterwittstadt sowie Ballenberg an dessen großem Mittellauf-Zufluss Hasselbach.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Ravenstein besteht aus den ehemaligen Städten und Gemeinden Ballenberg, Erlenbach, Hüngheim, Merchingen, Oberwittstadt und Unterwittstadt. Zu Merchingen gehören das Gehöft Dörnishof und das Haus Untere Mühle. Zu Oberwittstadt gehören der Weiler Schollhof und das Haus Heckmühle.

Im Gebiet der ehemaligen Stadt Ballenberg liegen die Wüstungen Mutzenbrunn und Wellendorf, im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Erlenbach die Wüstungen Johanneskirchlein und Obererlenbach, im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Hüngheim liegt die Wüstung Hof Hohenschwarz, im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Merchingen liegen die Wüstungen Bensenweiler und Wolfhausen und im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Oberwittstadt liegen die Wüstungen Höringen und Nebenhausen, auf die jeweils nur ein Flurname hindeutet.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Ravenstein grenzen (im Uhrzeigersinn) im Norden die Gemeinde Ahorn und die Kleinstadt Boxberg, beide im Main-Tauber-Kreis; im Osten die Kleinstadt Krautheim und im Süden die Gemeinde Schöntal, beide im Hohenlohekreis; im Westen die Kleinstädte Adelsheim und Osterburken sowie die Gemeinde Rosenberg, alle im Neckar-Odenwald-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrschaft über die Ortsteile Hüngheim und Merchingen hatten bis 1806 ganz oder teilweise die Herren von Berlichingen inne. Die Ortsteile Ballenberg, Erlenbach, Ober- und Unterwittstadt gehörten bis 1802 zum Territorium des Erzstifts Mainz/Kurmainz.

Merchingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich geht Merchingen auf eine alemannische Siedlung um 500 n. Chr. zurück. Das Dorf Merchingen wird urkundlich erstmals 1188 erwähnt. Im Jahr 1303 gibt es mit den Herren von Aschhausen den ersten Ortsadel. 1570 wird auf Antrag von Johann Erasmus von Aschhausen das Marktrecht für Pfingstdienstag verliehen.

Merchingen war Sitz einer bedeutenden jüdischen Gemeinde. Für 1336 sind Ausschreitungen gegen Juden belegt. Ab 1737 ist eine Synagoge in Merchingen nachgewiesen. Am Ort war bis 1880 Sitz des Bezirksrabbinats Merchingen. 1938 wurde die Synagoge innen zerstört. Die Juden des Ortes wurden exiliert oder nach Gurs deportiert. Die ehemalige Synagoge wird heute als katholische Herz-Jesu-Kirche genutzt. Außerhalb des Ortes erinnert der Merchinger Judenfriedhof an die jüdische Gemeinde.

Ballenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ballenberg liegt an einer alten Fernstraße, die Karl der Große von Würzburg in die Schweiz führen ließ. 1306 erhielt Ballenberg von Graf Bobbo I., der seine Residenz in Krautheim hatte, das Stadtrecht. Jörg Metzler, der berühmte Bauernführer aus Ballenberg, setzte durch seine Beteiligung am Bauernkrieg die Selbstverwaltung des Orts aufs Spiel. Nur das Stadtrecht blieb erhalten.

Vereinigung zur Stadt Ravenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Kommunalen Gebietsreform wird die heutige Gemeinde Ravenstein zum 1. Dezember 1971 durch Vereinigung der zuvor selbständigen Stadt Ballenberg und der Gemeinden Erlenbach, Hüngheim, Merchingen, Oberwittstadt und Unterwittstadt gebildet. Namensgeber ist das in Ballenberg gelegene Gelände Rabenstein.[3] Ravenstein ist seit dem 1. April 1974 Stadt.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ballenberg, Erlenbach, Hüngheim, Ober- und Unterwittstadt sind überwiegend katholisch geprägt. In Merchingen überwiegt die protestantische Konfession.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 werden von den 14 Sitzen im Gemeinderat zwölf von der CDU (Stimmenanteil: 86,2 %) und zwei von der SPD (Stimmenanteil: 13,8 %) eingenommen.[4]

Die SPD konnte einen Sitz hinzugewinnen, so dass sich die Zahl der Gemeinderäte von 13 nach der vorigen Wahl auf nun 14 erhöhte. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,7 Prozent und war damit um 0,4 Prozentpunkte höher als bei der Kommunalwahl 2009. Drei Sitze im Gemeinderat sind an Frauen vergeben (alle CDU).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für acht Jahre gewählt. Seit 1. März 2012 amtiert Hans-Peter von Thenen (parteilos). Sein Vorgänger war ab 1996 Horst Weber (CDU).

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ballenberg: Clemens Walz
  • Erlenbach: Bernd Ebert
  • Hüngheim: Sven Seemann
  • Merchingen: Jürgen Ullrich
  • Oberwittstadt:Irmgard Frank
  • Unterwittstadt: Erik Pfeiffer

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ravensteiner Wappen ist silbern (weiß) unter gezinntem rotem Schildhaupt (drei silberne (weiße) Zinnen) befindet sich ein sechsspeichiges schwarzes Rad. Das Wappen stellt eine Kombination von Mainzer Rad (sechsspeichig, silbern in Rot) und Berlichinger Rad (fünfspeichig, silbern in Schwarz) dar. Es erinnert damit an die historischen Herrschaftsverhältnisse der Gesamtgemeinde. Die Zinnen weisen auf das alte Stadtrecht von Ballenberg hin.

Wappen der Ortsteile

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Merchingen
Evang. Kirche in Merchingen
St. Johannes der Täufer in Ballenberg mit umliegenden Gebäuden
  • Das Schloss Merchingen ist das größte zusammenhängende Schlossgebäude im Neckar-Odenwald-Kreis. Der Saalbau ist im Renaissancestil erbaut, während der Eckbau, Torbau und Wohngebäude schon baulich dem Barock zuzuordnen sind. Der Saalbau und der Tor-/Eckbau befinden sich im Besitz der Gemeinde und wurden durch den Förderverein Schlossbau renoviert. Der Eckbau wird heute als Hotel geführt. Der Wohnbau befindet sich noch im Besitz der Herren von Berlichingen und blieb seit längerer Zeit unsaniert.
  • In den Teilorten befinden sich mehrere historische Kirchenbauten. Die Evangelische Kirche Merchingen von 1854 ist die einzige evangelische Kirche der Stadt. Die katholische Herz-Jesu-Kirche in Merchingen geht auf die einstige Synagoge des Ortes zurück. Die Kirche St. Johannes der Täufer in Ballenberg aus dem späten 18. Jahrhundert weist eine reiche historische Ausstattung auf, außerhalb des Ortes befindet sich beim Friedhof noch eine historische Kapelle. Die Kirche St. Margareta in Erlenbach stammt ebenfalls aus dem späten 18. Jahrhundert. Die Kirche St. Gertrud in Hüngheim ist die einzige Gertrudiskirche der Erzdiözese Freiburg. Die Kirche St. Peter und Paul in Oberwittstadt stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Altar der Bonifatius-Nothelfer-Kapelle in Oberwittstadt stammt aus dem Jahre 1456, die Kapelle selbst geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Die Kirche St. Michael in Unterwittstadt besitzt eine wertvolle Schnitzarbeit aus der Schule Tilman Riemenschneiders. In den Ravensteiner Teilorten sind zudem zahlreiche historische Bildstöcke zu finden.
  • In den Teilorten gibt es außerdem zahlreiche weitere historische Gebäude, darunter das Heilighaus in Oberwittstadt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ravenstein hat einen direkten Autobahnanschluss der A 81 Stuttgart-Heilbronn-Würzburg, Ausfahrt Adelsheim-Osterburken.

Ein Bahnanschluss befindet sich im benachbarten Osterburken.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Oberwittstadt und Merchingen sind die Grundschulen, in Erlenbach und Merchingen befinden sich die kommunalen Kindergärten und in Oberwittstadt besteht eine Tageseinrichtung für Kinder von 8 Wochen bis zu 14 Jahren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Regierungsbezirk Karlsruhe (= Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V). Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2, S. 314–316.
  3. Ballenberg. Stadtrechtsverleihung im Jahr 1306. auf ravenstein.de
  4. Wahlergebnis beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ravenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien