Raymond Hains

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Raymond Hains (* 9. November 1926 in Saint-Brieuc, Bretagne; † 28. Oktober 2005 in Paris) war ein französischer Maler und Bildhauer des Nouveau Réalisme.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Raymond studierte 1945 für kurze Zeit Bildhauerei an der École des Beaux-Arts in Rennes, zog danach nach Paris, wo er als Fotograf tätig war. 1949 entstand eine erste Décollage (Zeitungsabriss), 1955 traf er auf François Dufrêne und Yves Klein.

Raymond Hains gründete 1960 mit seinem engen Freund Arman sowie mit César, Daniel Spoerri, Jean Tinguely, Mimmo Rotella, Pierre Restany und Yves Klein die Nouveaux Réalistes, deren Ziel es war, einen fließenden Übergang zwischen Kunst und Leben zu schaffen und soziale Realitäten in ihrer Arbeit widerzuspiegeln.

Hains wurde international bekannt durch seine Plakatabrisse, den „Affiches lacérées“. Das Prinzip der freigelegten Schichten übereinander geklebter Plakate entwickelte er schon Ende der 1940er Jahre mit Jacques de la Villeglé. Die Affichistes, zu denen auch François Dufrêne und Mimmo Rotella gehörten, wollten durch Abreißen, Verbrennen und Übermalen der Werbebotschaften gesellschafts- und medienkritische Inhalte vermitteln. Raymond Hains widmete sich nach 1946 auch der abstrakten Fotografie (Photographies hypnagogiques) und dem Film, die zu den frühesten Arbeiten dieses Genres zählen. 1950 erfindet er das Konzept des „Ultra-lettre“ und widmet sich den „lettres éclatées“ (aufgebrochene Buchstaben).

Seine Werke wurden weltweit ausgestellt, beispielsweise im Stedelijk Museum in Amsterdam (Ausstellung „Bewogen Beweging“), im Centre Pompidou in Paris oder im Museum of Modern Art in New York. Hains wurde 1964 zur Biennale nach Venedig, 1968 zur 4. documenta und 1997 zur Documenta X nach Kassel eingeladen.

1996 erhielt er den Kurt-Schwitters-Preis für Bildende Kunst der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hannelore Kersting (Bearb.): Kunst der Gegenwart. 1960 bis 2007. Städtisches Museum Abteiberg Mönchengladbach, 2007, ISBN 978-3-924039-55-4.
  • Raymond Hains. Akzente 1949–1995. Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, 20er Haus, 28. September - 29. Oktober 1995. Mit Beiträgen von Nicolas Bourriaud u. a. Ritter-Verlag, Klagenfurt 1995, ISBN 3854151802.
  • Pierre Leguillon: Raymond Hains – J'AI La Memoire Qui Planche. Centre Georges Pompidou Service Commercial, Paris 2001, ISBN 2844260624.

Weblinks[Bearbeiten]