Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung

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Das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung ist ein Persönlichkeitsrecht.

Internationales Recht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Rechtsgrundlagen zählen Artikel 8 UN-Kinderrechtskonvention, Artikel 7 Absatz 1 der UN-Kinderrechtskonvention und das Haager Adoptionsübereinkommen.[1]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesverfassungsgericht entschied 1989, dass es zu den Persönlichkeitsrechten eines Menschen gehört, seine genetische Herkunft zu kennen.[2]

Das OLG Hamm entschied im Februar 2013, dass ein durch Künstliche Befruchtung gezeugter Mensch das Recht auf die Herausgabe des Namens seines/ihres biologischen Vaters hat. Es gab damit dem Recht auf Wissen um die eigene Abstammung Vorrang vor der Anonymität, die den Samenspendern damals zugesichert worden war.[3] Der Bundesgerichtshof hat 2015 in einem Grundsatzurteil diese Position bekräftigt.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Sicht der Rechtsprechung in der Schweiz steht fest, dass es „im Kindeswohl liegt, um seine eigene biologische Abstammung zu wissen.“ Nach Artikel 119 Abs. 2 lit. g BV und Artikel 27 des Fortpflanzungsmedizingesetzes (FMedG) besteht für volljährige Personen das Recht auf Kenntnis über die Abstammung.[4][1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-I-63%3Ade
  2. BVerfGE 79, 256
  3. spiegel.de: Urteil des OLG Hamm: Tochter darf Name von Samenspender erfahren
  4. http://www.fampra.recht.ch/fampra/lpext.dll/fampra/avfampra09/fampra0309/inhfampra0309/inhfampra0309rec/18fampra0309rec?f=templates&fn=document-frame.htm&2.0
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