Rechtstadt

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Ansicht und Karte von 1687, Norden nach rechts ausgerichtet. Die Rechtstadt, mit A markiert, liegt zentral um die hell hervorgehobene Marienkirche (Nr. 10)
Blick vom Rechtstädtischen Rathaus entlang der Langgasse

Die Danziger Rechtstadt (poln. Główne Miasto, „Hauptstadt“) ist der seit 1225 mit Lübischem Recht ausgestattete, historisch bedeutsamste Stadtteil von Danzig, in dem die Selbstverwaltung[1] der deutschen Hanse-Kaufleute festgeschrieben war, zumindest bis die Stadt 1308 vom deutschen Ordensstaat annektiert wurde.

Die Bezeichnung wurde oft als Lagebeschreibung fehlinterpretiert.[2] Zu weiteren Irritationen kann auch die Danziger Altstadt Anlass geben; dieser auf den Ruinen der altpommerellischen[3] Siedlung errichtete Stadtteil liegt nördlich benachbart, wurde aber erst 1370 mit Stadtrechten ausgestattet. Wie auch in Thorn, Elbing, Königsberg etc. existierten so administrativ und auch baulich durch Stadtmauern oder Gräben getrennte Städte mit unterschiedlichen Rechtssystemen direkt nebeneinander, bis Verwaltungsreformen dies beendeten.

Südlich der Rechtstadt liegt die Danziger Vorstadt, im Osten die Speicherinsel.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Danzigs befinden sich in der Rechtstadt, insbesondere der Königsweg, der vom Hohen Tor im Westen durch Goldenes Tor/Langgasser Tor und Langgasse über Langer Markt zum Grünen Tor an der Mottlau im Osten führt. Hier liegen auch das Rechtstädtische Rathaus, der Artushof und der Neptunbrunnen sowie die Schwanenbastei.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Viktor Böttcher: Die Freie Stadt Danzig: Wege und Umwege in die europäische Zukunft : historischer Rückblick, staats- und völkerrechtliche Fragen, Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, 1995, ISBN 3-88557-120-X S. 28.
  2. Franz Maria Feldhaus: Gralath, Daniel der Ältere. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 49, Duncker & Humblot, Leipzig 1904, S. 507 f.: Daniel Gralath dem Älteren, wird als „Gerichtsherr der rechten Stadtseite“ bezeichnet
  3. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Codex juris municipalis Germaniae medii aevi: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. F. Enke, 1863, S. 704.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rechtstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 54° 20′ 55,9″ N, 18° 39′ 10,4″ O