Reckenstetten (Freystadt)

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Reckenstetten
Stadt Freystadt
Koordinaten: 49° 14′ 16″ N, 11° 17′ 47″ O
Höhe: 415 m ü. NHN
Einwohner: (31. Dez. 2016)
Postleitzahl: 92342
Vorwahl: 09179
Reckenstetten
Reckenstetten

Reckenstetten ist ein Gemeindeteil der Stadt Freystadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.

Ortsnamensdeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname enthält den Personennamen Recko.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt, umgeben von Feldern, auf 415 m ü. NHN unmittelbar an der Gemeindegrenze und Landkreisgrenze und gehörte mit dem oberpfälzischen Teil zur Gemeinde Möning. Der größere Teil von Reckenstetten liegt jenseits des Schwarzachtales im mittelfränkischen Landkreis Roth, gehörte zur Gemeinde Ebenried und ist seit dem 1. Januar 1972 ein Ortsteil von Allersberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1283 und 1286 ist „Rukersteten“ im Zusammenhang einer Güterübereignung durch Ulrich von Obersulzbürg an das Deutschordenshaus in Nürnberg die Rede. Ob es einen Ortsadel und damit eine Burg gegeben hat, ist fraglich.[2] 1360 gab der Eichstätter Bischof den Zehent von „Ruchkersteten“ Albert von Wolfstein zu Sulzbürg zu Lehen.[3] Der Ort wurde 1505 pfalzneuburgisch und war 1542–1578 an Nürnberg verpfändet. Nürnberg führte 1542 die Reformation ein. Die Gegenreformation wurde 1627 unter Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm durchgeführt. All dies betraf auch Reckenstetten. 1849 wurde eine Kapelle St. Wendelin im Ort jenseits der Schwarzach erbaut.[4]

Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Reckenstetten aus neun Untertanen-Anwesen die zwei verschiedenen Ämtern unterstanden, nämlich dem Landrichteramt Allersberg (8 Höfe „außer Lands“) und dem Klosterrichteramt Seligenporten (1 Hof, im pfalz-neuburgischen Teil Reckenstettens), die sich um die Niedergerichtsbarkeit stritten. Die Hochgerichtsbarkeit lag beim Landgericht Allersberg bzw. Pflegamt Hilpoltstein. Die Gemeinde verfügte über ein Hirtenhaus.[5]

Im neuen Königreich Bayern (1806) gehörte Reckenstetten zur Gemeinde Möning; an Großvieh hatte man zu diesem Zeitpunkt 14 Stück Rindvieh.[6] 1845 erfährt man bei der Haunsfelder‘schen Hofversteigerung, was zu diesem Hof gehört: „Wohnhaus, Stall, Hofhäuschen (wohl Abort), Stadel, Brunnen, Backofen u. Keller, ein Obst- und Grasgarten zu 0,41, dann 20 Tagw[erk] 55 Dez[imale] Ackerland, 5 Tagw. 41 Dez. Wiesland u. Nutzungsanteile an den noch unvertheilten Gemeindebesitzungen.“[7]

Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Möning und damit auch der kleinere Teil von Reckenstetten zum 1. Januar 1972 in die Stadt Freystadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz eingemeindet.[8] Seitdem ist Reckenstetten einer von 33 benannten Ortsteilen von Freystadt. Der größere Teil von Reckenstetten wurde mit der Gebietsreform ein Ortsteil von Allersberg.

Steinkreuz bei Reckenstetten

Bei Reckenstetten steht an der Straße nach Möning ein mittelalterliches Steinkreuz, das sogenannte „Franzosenkreuz“. Es ist auf einer Karte von 1604 eingezeichnet und wurde mehrmals versetzt, zuletzt infolge der Flurbereinigung 1973.[9]

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Freystadt#Reckenstetten

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1838:15 (2 Häuser)[10]
  • 1875: 14 (7 Gebäude)[11]
  • 1900: 10 (2 Wohngebäude)[12]
  • 1950: 13 (2 Wohngebäude)[13]
  • 1961: 8 (2 Wohngebäude)[14]
  • 31. Dezember 2016: 8[15]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reckenstetten liegt an der Kreisstraße NM 45, die von Möning herkommt, und an der Staatsstraße 2237, die vom Gemeindesitz herkommt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938
  • Wolfgang Wießner: Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken, Reihe I, Heft 24: Hilpoltstein, München: Kommission für Bayrische Landesgeschichte, 1978
  • Bernhard Heinloth: Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern, Heft 16: Neumarkt, München: Kommission für Bayrische Landesgeschichte, 1967

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wiessner, S. 15
  2. Wiessner, S. 22, 276; Heinloth, S, 80
  3. Franz Heidingfelder (Bearb.): Die Regesten der Bischöfe von Eichstätt. Erlangen: Palm & Enke, 1938, Nr. 749
  4. Buchner I, S. 20, 223
  5. Wiessner, S. 230; Heinloth, S. 276
  6. Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Sp. 883
  7. Allgemeiner Anzeiger für das Königreich Bayern, München, Nr. 48 vom 18. Juni 1845, S. 538
  8. Wilhelm Volkert (Hg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980, München 1983, S. 533
  9. Das Kreuz auf suehnekreuz.de
  10. Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S.
  11. Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 883
  12. Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Spalte 866
  13. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950, München 1952 Spalte 745
  14. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 550
  15. Website der Gemeinde Freystadt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reckenstetten (Freystadt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien