Reckhammer

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Reckhammer (von seiner Bauart eig. ein Schwanzhammer) im Bremecker Hammer

Ein Reckhammer war seit dem Spätmittelalter bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs ein mit Wasserkraft betriebenes Hammerwerk. Als regionale Bezeichnung wurde dieser Name im Westfälischen und besonders im Bergischen Land verwendet, während im übrigen Deutschland und in Österreich die Bezeichnung Zainhammer üblich war. Eine spezielle Form der Reckhämmer waren die sog. Raffinierhämmer, die zur Stahlveredelung dienten. Reck- und Zainhämmer kamen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als selbständige Hammerwerke auf, die nicht an die eisenproduzierenden Eisenhämmer gebunden waren.[1]

In einem Reckhammer wurde aus dem Eisenschwamm hergestelltes Roheisen (historisch als Luppen bezeichnet) durch mechanische Bearbeitung (ausschmieden) von Schlackeresten befreit und der Anteil an Kohlenstoff vermindert. Durch die Bearbeitung endstand fast reines Eisen, dieses wurde zu Stangen (Halbzeugen) geformt und teilweise zur weiteren Bearbeitung an Raffinierhämmer transportiert, um elastischen Stahl herzustellen. Die Tätigkeit wurde als Recken bezeichnet, die Schmiede hießen Iserrecker.

Die Raffinierung unter den Reckhämmern war auf Grund der damaligen Herstellungsmethode nötig, da noch keine Flussstähle, sondern nur Schweißstahl (von Feuerschweißen) zur Verfügung stand, der in kleinen Schachtöfen (Niederschachtofen) - aus der Historie als Rennofen bezeichnet - oder später im Puddelverfahren gewonnen wurde. Das fertige Produkt des Reckhammers bezeichnet man als Schmiedeeisen. Es weist eine typische Struktur auf, die man durch Anätzen sichtbar machen kann.

Eine besonders hohe Verbreitung von Reckhämmern fand sich im Bergischen Land (Cronenberg, Remscheid und Solingen), dem Enneperaum, dem nordwestlichen Sauerland sowie Erzgebirge und dem Thüringer Wald. Noch erhaltene Reckhämmer befinden sich im Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer, dem Bremecker Hammer und dem Gründerhammer.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ludwig Beck: Die Geschichte des Eisens in technischer und kulturgeschichtlicher Bedeutung. 2. Band. Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1893-1895, S. 478.