Reckhammer

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Ein Reckhammer (als reg. Bezeichnung) war seit dem Spätmittelalter bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs ein mit Wasserkraft betriebenes Hammerwerk. Hier wurde aus dem Eisenschwamm hergestelltes frühes Roheisen (historisch als Luppen bezeichnet) durch mechanische Bearbeitung (ausschmieden) von Schlackeresten befreit und der Anteil an Kohlenstoff vermindert. Durch die Bearbeitung endstand fast reines Eisen und wurde zu Stangen (Halbzeugen) geformt und teilweise zur weiteren Bearbeitung an die Raffinierhämmer transportiert, um elastischen Stahl herzustellen. Die Tätigkeit wurde als Recken bezeichnet, die Schmiede als Iserrecker.

Die "Raffinierung" unter den Reckhämmern war auf Grund der damaligen Herstellungsmethode nötig, da noch keine Flussstähle, sondern nur Schweißstahl (von Feuerschweißen) zur Verfügung stand, der in kleinen Schachtöfen (Niederschachtofen) - aus der Historie als Rennofen bezeichnet - oder später im Puddelverfahren gewonnen wurde. Das fertige Produkt des Reckhammers bezeichnet man als Schmiedeeisen. Es weist eine typische Struktur auf, die man durch Anätzen sichtbar machen kann.

Eine besonders hohe Verbreitung von Reckhämmern fand sich im Bergischen Land (Cronenberg, Remscheid und Solingen), dem Enneperaum, dem nordwestlichen Sauerland sowie Erzgebirge und dem Thüringer Wald.

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Literatur[Bearbeiten]