Red Bull Arena (Leipzig)

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Red Bull Arena
Die Red Bull Arena (2011)
Die Red Bull Arena (2011)
Frühere Namen
  • Zentralstadion (offiziell bis 30. Juni 2010)
Daten
Ort Am Sportforum 3
DeutschlandDeutschland 04105 Leipzig, Deutschland
Koordinaten 51° 20′ 44,8″ N, 12° 20′ 53,8″ OKoordinaten: 51° 20′ 44,8″ N, 12° 20′ 53,8″ O
Eigentümer Red Bull Arena Besitzgesellschaft mbH
davon: Red Bull GmbH (94 %)
000000RasenBallsport Leipzig e. V. (6 %)
Betreiber RasenBallsport Leipzig GmbH
Baubeginn 2000
Eröffnung 17. November 2004
Erstes Spiel 7. März 2004
FC Sachsen LeipzigBorussia Dortmund II 0:1
Renovierungen 2015
Oberfläche Naturrasen
Kosten 116 Mio.
Architekt Wirth+Wirth
Glöckner Architekten
Körber, Barton, Fahle
IPL Ingenieurplanung Leichtbau GmbH
Zech Planungs GmbH Leipzig (Ausführungsplanung)
Kapazität 42.959 Plätze (seit 2015)
44.345 Plätze (2004)
Spielfläche 105 m × 68 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Die Red Bull Arena (bis 30. Juni 2010 offiziell Zentralstadion; UEFA-Bezeichnung: RB Arena) ist ein Fußballstadion in der sächsischen Großstadt Leipzig. Es ist das größte Stadion Sachsens und, nach dem Olympiastadion Berlin, das zweitgrößte Ostdeutschlands. Das Fußballstadion ist Teil des Leipziger Sportforums und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur 2002 eingeweihten Arena Leipzig, der Festwiese sowie kleinerer Sportstätten.

Das Stadion wurde für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 neu gebaut und liegt eingebettet in dem begrünten Wall des „alten“ Zentralstadions, dessen Hauptgebäude erhalten blieb. Die Red Bull Arena ist die Heimspielstätte des Bundesligisten RB Leipzig und fasst 42.959 Zuschauer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festwiese mit historischem Glockenturm (Seelenbinder-Turm), dahinter das moderne Stadion

Nachdem der damalige DFB-Präsident Egidius Braun eine deutsche Bewerbung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 an einen Spielort in den neuen Ländern geknüpft hatte[1], entschied die Stadt Leipzig im Jahr 1998 den Abriss des alten Zentralstadions und den Neubau eines 44.345 Zuschauer fassenden, reinen Fußballstadions. Den Zuschlag für Bau und Betrieb des neuen Stadions bekam die EMKA Immobilien-Beteiligungs-GmbH des Unternehmers Michael Kölmel. Nachdem bereits im Mai 2002 im damals noch im Bau befindlichen Stadion die Abschlussgala des Deutschen Turnfestes stattgefunden hatte, wurde das Zentralstadion am 16. und 17. Juli 2004 im Rahmen des „1. Internationalen Fußballturniers im Zentralstadion“ (IFiZ 2004) offiziell wiedereröffnet.[2] Seine erste internationale Bewährungsprobe hatte das neue Zentralstadion Mitte 2005 beim Konföderationen-Pokal zu bestehen.

Die Kosten für den Neubau wurden zunächst auf 90 Millionen Euro veranschlagt, wovon der Bund 51 Millionen, Michael Kölmel 27 Millionen und die Stadt Leipzig zwölf Millionen übernahmen. Dazu kamen noch Mehrkosten in Höhe von 26 Millionen Euro, von denen Michael Kölmel 17 Millionen und die Stadt Leipzig neun Millionen bezahlten.[3]

Aufgrund des fehlenden Profifußballs in Leipzig gestaltete sich die Unterhaltung des Zentralstadions defizitär. Der Stadionbetreiber Michael Kölmel zog deshalb einen Verkauf in Betracht, der jedoch im April 2005 scheiterte.[4] Daraufhin versuchte Kölmel, finanzkräftige Investoren für ein Engagement im Leipziger Fußball zu gewinnen, welches schließlich im Sommer 2009 mit der Gründung des RB Leipzig unter Federführung des österreichischen Getränkeherstellers Red Bull GmbH erfolgreich zu Ende gebracht werden konnte. Ende 2009 bestätigte Michael Kölmel in diesem Zusammenhang Pläne für eine mittelfristige Umbenennung des Zentralstadions, da sich Red Bull im Zusammenhang mit dem Engagement beim RB Leipzig eine Option auf den Erwerb der Namensrechte gesichert hatte.[5]

Seit dem 1. Juli 2010 trägt das Stadion offiziell den Namen Red Bull Arena, nachdem es im März seitens des Leipziger Stadtrates kein Veto gegen eine Umbenennung gegeben und Kölmel die Namensrechte für dreißig Jahre an die Red Bull GmbH verkauft hatte.[6] Gleichzeitig wurde die Heimstätte des damaligen Regionalliga-Aufsteigers RB Leipzig vom Markranstädter Stadion am Bad in das Zentralstadion verlegt. Zu diesem Anlass bestritt RB Leipzig am 24. Juli 2010 ein Freundschaftsspiel gegen den FC Schalke 04 (1:2).[7]

Durch einen weiteren Umbau im Jahr 2015 wurde die Gesamtkapazität des Stadions von 44.345 auf 42.959 Plätze gesenkt, da VIP- und Pressebereich vergrößert wurden.[8]

Im Dezember 2016 gab Red Bull bekannt, das Zentralstadion zu kaufen und auf 57.000 Plätze ausbauen zu wollen.[9]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht des Stadions im Jahr 2009

Das geschwungene viergeteilte Dach aus Stahltrapezprofilen prägt das Zentralstadion. Die Überdachung besteht aus den beiden gegenüberliegenden Tribünendächern und den beiden Kurvendächern. Das Tragwerk besteht aus zwei nach außen geneigten seilunterspannten Bogenbindern in Längsrichtung sowie Quer- und Längsträgern. Die 17 Meter hohe Stahlkonstruktion des Daches überspannt stützenfrei die Tribünen. Diese bestehen aus dem Unterrang mit 32 und dem Oberrang mit 22 Blöcken.

Die Architekten Wirth+Wirth (Leipzig und Basel), Glöckner Architekten (Leipzig und Nürnberg) und Körber, Barton, Fahle (Freiburg) planten das Stadion gemeinsam unter der kaufmännischen Federführung von Wirth+Wirth. Von IPL Ingenieurplanung Leichtbau GmbH (Radolfzell a. B.) stammt der Entwurf des Dachtragwerks und die Statik des Daches. Von der Zech Planungs GmbH Leipzig stammt die Ausführungsplanung. Der Entwurf ist das Ergebnis eines internationalen Architektenwettbewerbs bei dem u. a. Sir Norman Forster beteiligt war. Glöckner Architekten brachte seine Erfahrungen im Stadionbau in das Konsortium ein.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentralstadion vor dem Finale des DFL-Ligapokals 2007

Bereits im Frühjahr 2002 war das Leipziger Zentralstadion Schauplatz des Deutschen Turnfestes. Dabei wurden im noch im Bau befindlichen Zentralstadion zwei Stadiongalas durchgeführt. Nach endgültiger Fertigstellung fand am 7. März 2004 vor 28.595 Zuschauern das erste Fußballspiel statt, als der FC Sachsen Leipzig im Rahmen der Regionalliga-Saison 2003/04 die Mannschaft von Borussia Dortmund (Amateure) empfing (0:1).[10] Die offizielle Eröffnung des neu gebauten Zentralstadions erfolgte am 17. Juli 2004 im Rahmen eines internationalen Fußballturniers, damals waren FK Roter Stern Belgrad, Werder Bremen und der FC Brügge zu Gast. Am 17. November 2004 erlebte das neue Zentralstadion sein erstes Länderspiel. Dabei besiegte die deutsche Fußballnationalmannschaft in einem Freundschaftsspiel das Nationalteam aus Kamerun mit 3:0.

Von 2005 bis 2007 wurde das Finale des DFL-Ligapokals jeweils im Zentralstadion Leipzig ausgetragen. Zudem war das neue Zentralstadion eine von zwölf Spielstätten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und bestand dazu seine Generalprobe beim FIFA-Konföderationen-Pokal 2005.

FIFA-Konföderationen-Pokal 2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion war einer von fünf Spielorten beim FIFA-Konföderationen-Pokal 2005. Folgende Partien fanden dabei in Leipzig statt:

Mi., 16. Juni 2005, Gruppe B
BrasilienBrasilien Brasilien GriechenlandGriechenland Griechenland 3:0 (1:0)
So., 21. Juni 2005, Gruppe A
AustralienAustralien Australien TunesienTunesien Tunesien 0:2 (0:1)
So., 29. Juni 2005, Spiel um Platz 3
DeutschlandDeutschland Deutschland MexikoMexiko Mexiko 4:3 n. V. (3:3, 2:1)

Fußball-Weltmeisterschaft 2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion war Spielort bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Im Gegensatz zu anderen Spielstätten der WM behielt das Stadion seinen damaligen Namen Zentralstadion. Folgende Partien fanden in Leipzig statt:

So., 11. Juni 2006, Gruppe C
Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Serbien und Montenegro NiederlandeNiederlande Niederlande 0:1
Mi., 14. Juni 2006, Gruppe H
SpanienSpanien Spanien UkraineUkraine Ukraine 4:0
So., 18. Juni 2006, Gruppe G
FrankreichFrankreich Frankreich Korea SudSüdkorea Südkorea 1:1
Mi., 21. Juni 2006, Gruppe D
IranIran Iran AngolaAngola Angola 1:1
Sa., 24. Juni 2006, Achtelfinale
ArgentinienArgentinien Argentinien MexikoMexiko Mexiko 2:1 n. V. (1:1, 1:1)

Deutsche Fußballnationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2004 fanden im Stadion folgende Begegnungen mit Beteiligung der deutschen Fußballnationalmannschaft statt:

Mi., 17. November 2004, Freundschaftsspiel
DeutschlandDeutschland Deutschland KamerunKamerun Kamerun 3:0 (0:0)
So., 29. Juni 2005, Konföderationen-Pokal 2005
DeutschlandDeutschland Deutschland MexikoMexiko Mexiko 4:3 n. V. (3:3, 2:1)
So., 28. März 2009, WM 2010 Qualifikation
DeutschlandDeutschland Deutschland LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein 4:0 (2:0)
Do., 31. Mai 2012, Freundschaftsspiel
DeutschlandDeutschland Deutschland IsraelIsrael Israel 2:0 (1:0)
So., 11. Oktober 2015, EM 2016 Qualifikation
DeutschlandDeutschland Deutschland GeorgienGeorgien Georgien 2:1 (0:0)
Do., 15. November 2018, Freundschaftsspiel
DeutschlandDeutschland Deutschland RusslandRussland Russland 3:0 (3:0)

Weitere Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadion fanden Veranstaltungen mit Paul McCartney (2004), Herbert Grönemeyer (2007, 2011, 2015), Genesis (2007), Bon Jovi (2008), Depeche Mode (2009, 2013), AC/DC (2009, 2016), Mario Barth (2011), Udo Lindenberg (2012, 2016), Coldplay (2012, 2017), Bruce Springsteen (2013) und Helene Fischer (2015) statt.

Vom 21. bis 23. Juli 2006 fand im Zentralstadion der jährliche Bezirkskongress der Zeugen Jehovas statt, der bisher größte im Stadion veranstaltete Kongress.

Am 1. Juni 2008 wurde der Abschlussgottesdienst des Deutschen Evangelischen Posaunentages im Stadion gefeiert. Dabei wurde ein neuer Weltrekord für das größte Blechbläserensemble aufgestellt.[11]

Am 5. Juni 2013 fand das Abschiedsspiel von Michael Ballack im Zentralstadion statt. Es spielte eine Weltauswahl gegen Ballack & Friends. Das Spiel endete zugunsten der Weltauswahl mit 4:3 (1:2). Nachdem bis zum Spieltag zunächst fraglich war, ob das Spiel aufgrund des Hochwassers in Sachsen stattfinden würde, wurde es wie geplant ausgetragen. Ein Teil des Erlöses aus dem Spiel kam den Flutopfern zugute.[12]

Bestimmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Kontrollmaßnahmen beim Einlass zu unterstützen und zu beschleunigen, wird gebeten, auf das Mitbringen von Gegenständen aller Art, die nicht unbedingt erforderlich sind, zu verzichten.[13] Auf Schildern an den Eingängen ist die Stadionordnung veröffentlicht, zudem hebt eine Liste folgende verbotene Gegenstände hervor: Waffen, gefährliche Gegenstände, Helme, Schirme, Flaschen, Dosen, Drogen, Laserpointer, Werbe- und Propagandamaterial bzw. -bekleidung, professionelle Kamera- und Tontechnik, Fahnen und Transportstangen, pyrotechnische Gegenstände, elektrische oder akustische Lärmgeräte, Tiere, Papierrollen, Gasflaschen, Sprühdosen, sperrige Gegenstände und Rucksäcke.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion ist über mehrere Straßenbahnlinien an das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs angebunden. Vom Hauptbahnhof aus ist es mit den Linien 3/3E, 4, 7, 8 und 15 zu erreichen. Außerdem werden bei Spielen von RB Leipzig zusätzlich die Sonderlinien 51 und 56 eingesetzt, die verschiedene Park+Ride-Plätze direkt an das Stadion anbinden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Red Bull Arena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Geschichte des Zentralstadions, stadionwelt.de, 2. August 2006, abgerufen am 22. November 2018.
  2. Offizielle Eröffnung des Zentralstadion Leipzig am 16. und 17. Juli mit Werder Bremen, FC Brügge, Roter Stern Belgrad und FC Sachsen Leipzig (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sportforum-leipzig.com, sportforum-leipzig.com, 3. Mai 2004, abgerufen am 1. November 2011
  3. Leipziger Stauerscheinungen, berliner-zeitung.de, 15. November 2004
  4. Der Spiegel: Kölmel bleibt auf Zentralstadion sitzen, 25. April 2005, abgerufen am 1. November 2011.
  5. „Red Bull ist eine riesige Chance für Leipzig“, Die Welt, 13. Juni 2009, abgerufen am 1. November 2011.
  6. Stadtrat sagt Ja zur Red-Bull-Arena (Memento des Originals vom 30. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/nachrichten.lvz-online.de, Leipziger Volkszeitung, 25. März 2010, abgerufen am 1. November 2011]
  7. RB Leipzig testet FC Schalke 04 (Memento des Originals vom 3. September 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/redbulls.com. Mitteilung von RB Leipzig auf der offiziellen Website, 3. Juni 2010
  8. Eine Info zur #RedBullArena. Mitteilung von RB Leipzig auf Twitter, 21. August 2015
  9. Matthias Roth/Guido Schäfer: RB Leipzig kauft Red-Bull-Arena und will Stadion auf 57.000 Plätze ausbauen. In: Leipziger Volkszeitung. 22. Dezember 2016, abgerufen am 24. Januar 2017.
  10. 28.595 Zuschauer bei Premiere im Zentralstadion (Memento vom 23. April 2004 im Internet Archive), mdr.de, 8. März 2004, abgerufen am 29. April 2010
  11. http://www.ohrenblickmal.de/start.htm
  12. „Ciao Capitano“ – das Abschiedsspiel für Michael Ballack auf leipzig-fernsehen.de, 4. Juni 2013 (abgerufen am 5. Juni 2013)
  13. ZSL Sportforum: Sicherheitsbestimmungen. In: Sportforum Leipzig. 17. Juli 2017, abgerufen am 2. September 2017.