Red Bull Bragantino

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Red Bull Bragantino
RedBullBragantino.png
Basisdaten
Sitz Bragança Paulista, Brasilien
Gründung 8. Januar 1928
Farben schwarz, weiß
Eigentümer Red Bull GmbH
Präsident Marquinho Chedid
Erste Fußball-Mannschaft
Cheftrainer Antônio Carlos Zago
Spielstätte Estádio Nabi Abi Chedid
Plätze 17.430
Liga Série A
2019 1. Platz (Série B)
Heim
Auswärts

Red Bull Bragantino, ehemals Clube Atlético Bragantino, ist ein Fußballverein aus Bragança Paulista im brasilianischen Bundesstaat São Paulo. Der 1928 gegründete Klub wurde 1990 Staatsmeister von São Paulo und 1991 Vizemeister von Brasilien. Im April 2019 übernahm Red Bull den Klub, und firmiert seit 2020 unter diesem Namen. Erstmals seit 1995 tritt der Verein 2020 wieder in der Série A, der höchsten Spielklasse Brasiliens an.

Geschichte[edit | edit source]

1928–2019: Clube Atlético Bragantino[edit | edit source]

Wimpel zur Erinnerung die Staatsvizemeisterschaft von 1965 mit dem Vereinslöwen der seither durch Rinder ersetzt wurde

Der CA Bragantino wurde am 8. Januar 1928 von ehemaligen Mitgliedern des Bragança Futebol Clube gegründet. Die tatsächliche Gründung fand aber bereits am 22. Juni der vorangegangenen Jahres statt, als José de Assis Gonçalves Junior den Verein registrierte, was im Diário Oficial Nr. 133 vom 26. Juli gazettiert wurde. Die Gründungsdokumente wurden am 30. Juni notariell beglaubigt. Am 8. Januar 1928 trat das Präsidium erstmals offiziell zusammen und Assis jr. wurde als Präsident bestätigt. Auf der Vereinsversammlung vom 31. Juli 1930 wurde der 8. Januar 1928 als Gründungsdatum bestimmt.

An der zweiten Liga der Staatsmeisterschaft von São Paulo nahm der Verein erstmals 1949 teil, was gleichzeitig den Eintritt in den professionellen Fußball bedeutete. Nach 16 Jahren gelang Bragantino 1965 schließlich der Aufstieg in die erste Liga des Campeonato Paulista. Bragantino stieg jedoch umgehend wieder ab. 1989 wurde Bragantino auf Staatsebene wieder erstklassig als der Klub unter dem späteren Nationaltrainer Vanderlei Luxemburgo den Meistertitel in der zweiten Liga gewann.

1990 gewann Bragantino mit der Staatsmeisterschaft von São Paulo den bislang einzigen Titel in dem Wettbewerb. Im Finale das als das final caipira, das „Hinterwäldlerfinale“, in die Fußballgeschichte von São Paulo einging behielten die Spieler aus der 130.00 Einwohner Stadt dabei die Oberhand gegen Grêmio Esportivo Novorizontino aus dem gar nur 30.000 Menschen zählenden Novo Horizonte. Die beiden Finalspiele endeten jeweils 1:1, Bragantino bekam aber den Titel da die Mannschaft über den gesamten Turnierverlauf hinweg erfolgreicher war.

In der nationalen ersten Liga etablierte sich die Mannschaft schnell und bereits im zweiten Jahr in der Série A wurde Bragantino unter einem weiteren späteren Nationaltrainer, Carlos Alberto Parreira, Vizemeister. In den beiden Finalspielen unterlag man dem großen Nachbarn, dem FC São Paulo durch ein einziges Tor. Doch Bragantino war für die Copa Conmebol qualifiziert, in der neben 1992 auch 1993 und zuletzt 1996 antraten. Nach zwei Erstrunden-Niederlagen erreichte der Verein 1996 die zweite Runde nach einem Sieg über SE Palmeiras, schied aber anschließend gegen Independiente Santa Fe aus Kolumbien aus.

Nachdem Bragantino als 1996 Tabellenletzter wegen einer Aufstockung der Liga noch vom Abstieg verschont blieb, blieb derartiges Glück 1998 aus. Als Vorletzter stieg die Mannschaft ab. Bragantino fiel 2003 sogar in die drittklassige Série C ab. Erst 2007 gelang die Rückkehr in die Série B, die zweithöchste Spielklasse Brasiliens wo sich Bragantino bis 2016 halten konnte. Nach zwei Jahren Drittklassigkeit erfolgte der Wiederaufstieg wo dem Verein 2019 sogleich der souveräne Durchmarsch in die Série A gelang

Transformation zu Red Bull Bragantino[edit | edit source]

Im März 2019 fusionierte der Verein mit, oder wurde übernommen durch – wie man das auch immer interpretiert – die brasilianische Fußballabteilung des österreichischen Leistungsbrausemachers Red Bull, dem in 50 Kilometer westlich gelegenen Campinas beheimateten Red Bull Brasil, dessen Mannschaft zu einem guten Teil übernommen wurde. Das Trainingszentrum von RB Campinas in Jarinú wurde übernommen. Die Mannschaft aus Campinas sozusagen die zweite Mannschaft Bragantinos. Präsident Marquinho Chedid bleibt im Amt, hat aber als solches nicht mehr viel zu sagen.[1]

Im April 2019, am ersten Spieltag der Série B trat Bragantino erstmals im Red Bull-typischen roten Hosen und weißen Hemden an. Wichtiger war aber eine erhebliche Anschubfinanzierung von 45 Millionen Real, etwa 10 Millionen Euros, die es Bragantino ermöglichte in der ersten Saison nach Rückkehr in die Série B dort souverän Meister zu werden und wieder erstklassig zu werden.

Ab 2020 wurde Verein offiziell in Red Bull Bragantino umbenannt und das Wappen der Corporate ID Red Bulls entsprechend angepasst.

Stadion[edit | edit source]

Estádio Nabi Abi Chedid (2009)

Bragantino trägt seine Heimspiele im vereinseigenen Estádio Nabi Abi Chedid aus. Das 1949 als Estádio Marcelo Stéfani eröffnete Stadion fasst etwa 17.200 Zuschauer. Es war ursprünglich nach einem vormaligen Spieler und Präsidenten des Vereines (1914–85, Amtszeit 1938–43) benannt. 2009 wurde es von Präsident Marco Antônio Nassif Abi "Marquinho" Chedid (im Amt seit 1998) auf den Namen seines Vaters umbenannt, der von 1959 bis 1977 Präsident war.

Beim Einweihungsspiel besiegte Bragantino Mogina aus Campinas mit 2:1 – Bragantinos Sacadeira erzielte den ersten Treffer.

Der Zuschauerrekord von 19.900 datiert vom 26. August 1990, als Bragantino und Novorizontino sich im Hinspiel der Staatsmeisterschaft von 1990 1:1 trennten.

Am 9. Juni 1991 wurde im Stadion ein Negativrekord aufgestellt als sich beim Meisterschaftsfinalrückspiel gegen FC São Paulo nur 12.492 Zuschauer einfanden – die niedrigste Kulisse in der Geschichte der Meisterschaftsfinales. Das Spiel endete 0:0.

Erfolge[edit | edit source]

Aktueller Kader[edit | edit source]

Stand: Januar 2020

Nr. Position Name
1 BrasilienBrasilien TW Júlio César
3 BrasilienBrasilien AB Léo Ortiz
4 BrasilienBrasilien AB Ligger
5 BrasilienBrasilien MF Barreto (ausgeliehen von Criciúma EC)
8 BrasilienBrasilien MF Uillian Correia
9 BrasilienBrasilien ST Matheus Peixoto
13 BrasilienBrasilien AB Aderlan (ausgeliehen von AA Santa Rita)
15 BrasilienBrasilien ST Ytalo
17 BrasilienBrasilien AB Rayne
18 BrasilienBrasilien ST Rodrigo
19 BrasilienBrasilien MF Pedro Naressi
20 BrasilienBrasilien MF Bruno Tubarão
27 BrasilienBrasilien ST Wesley
28 BrasilienBrasilien ST Robinho
31 BrasilienBrasilien MF Vitinho (ausgeliehen von Palmeiras São Paulo)
Nr. Position Name
32 BrasilienBrasilien TW Alex Alves
36 BrasilienBrasilien AB Edimar
37 BrasilienBrasilien MF Ricardo Ryller (ausgeliehen von Sporting Braga)
38 BrasilienBrasilien ST Morato
39 BrasilienBrasilien ST Claudinho
BrasilienBrasilien TW Jordan
BrasilienBrasilien AB Jhonatan
EcuadorEcuador AB Léo Realpe
BrasilienBrasilien AB Luan Cândido (on loan from RB Leipzig)
BrasilienBrasilien MF Cristiano
BrasilienBrasilien MF Matheus Jesus (ausgeliehen von Corinthians São Paulo)
BrasilienBrasilien MF Thonny Anderson
BrasilienBrasilien ST Alerrandro
BrasilienBrasilien ST Artur

Ehemalige bekannte Spieler[edit | edit source]

Trainer[edit | edit source]

Weblinks[edit | edit source]

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Filipe Rodrigues, Hernane Lélis: Bragantino anuncia acordo com o RB Brasil para gestão do time na Série B, Globoesporte, 26. März 2019, abgerufen am 6. Mai 2019