Red Dot Design Award

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Red Dot Design Museum, Essen

Der Red Dot Design Award ist ein vom Design Zentrum Nordrhein Westfalen e. V. ausgeschriebener, für die Teilnehmer kostenpflichtiger Designwettbewerb, bei dem der „Red Dot“, ein roter Punkt, verliehen wird. Der „Design Zentrum Nordrhein Westfalen e. V.“ ist wirtschaftlich und personell (über ihren Vorstand bzw. Geschäftsführer) mit der Red Dot GmbH & Co. KG verbunden.[1]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Red Dot Design Award wird von einer Jury an die Arbeiten verliehen, die aus Sicht der Jury eine herausragende Designqualität haben. Arbeiten, die für besonders gelungen befunden werden, werden mit dem Red Dot ausgezeichnet. Herausragende Arbeiten erhalten den Titel Red Dot: Best of the Best. Die prämierten Arbeiten werden für mindestens ein Jahr im Red Dot Design Museum, einem Designmuseum in Essen, ausgestellt. Der Initiator der Auszeichnung ist Peter Zec.

Designer und Hersteller können ihre Arbeiten für den jährlichen Wettbewerb anmelden. Die Anmeldung ist kostenpflichtig (aktuell bis zu 450 Euro). Auf die ausgezeichneten Teilnehmer, die den Red Dot auf ihren Produkten führen dürfen, kommen außerdem weitere Kosten für den verpflichtenden Eintrag im Jahrbuch, die exklusive Nutzung des Labels und die Präsentation in der Ausstellung zu.[2] Aktuell können hierbei mehrere tausend Euro anfallen.[3]

Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auszeichnung wird in den drei Disziplinen Product Design, Communication Design und Design Concept vergeben.

Product Design[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der seit 1955 vom Design Zentrum Nordrhein Westfalen vergebene Preis Design Innovationen wurde 2000 in Red Dot Award: Product Design umbenannt. Dies geht auf die Praxis zurück, gutes Produktdesign mit einem roten Punkt zu markieren. Kriterien sind unter anderem Innovationsgrad, Funktionalität und ökologische Verträglichkeit. Es gibt drei Auszeichnungsarten[4]:

  • Red Dot: Best of the Best – Auszeichnung für die Besten einer Kategorie
  • Red Dot – Qualitätssiegel für hohe Designqualität von Produkten, die sich deutlich von vergleichbaren Produkten abheben
  • Honourable Mention – lobende Erwähnung für Produkte mit herausragenden Detaillösungen

Es können Produkte aus mehr als 20 Bereichen angemeldet werden. Unter anderem in folgenden Produktkategorien:

  • Wohnen und Schlafen, z. B. Möbel, Raumausstattungen, Textilien
  • Haushalt, z. B. Haushaltsgeräte, Waschmaschinen, Staubsauger
  • Outdoor, Freizeit, Sport und Fun, z. B. Campingzubehör, Fahrräder, Spielzeuge
  • Interior-Design-Elemente, z. B. Gebäudeausstattung, Fenster, Teppiche
  • Industrie und Handwerk, z. B. Maschinen, Werkzeuge, Betriebstechnik
  • Fahrzeuge (Land, Wasser, Luft- und Raumfahrt), z. B. Automobile, Fluggeräte, Schiffe
  • Bad und Wellness, z. B. Badmöbel, Saunen, Solarien
  • Life Science und Medizin, z. B. Labortechnik, medizinische Möbel und Geräte
  • Büro, z. B. Büromöbel, Empfangsbereiche, Schreibtische
  • Unterhaltungstechnik und Kameras, z. B. Fernseher, Kameras, Fernbedienungen
  • Computer und Informationstechnik, z. B. Drucker, Bildschirme, Notebooks
  • Mode, Lifestyle und Accessoires, z. B. Brillen, Taschen, Street Fashion
  • Licht und Leuchten, z. B. Innen- und Außenleuchten

Der Red Dot Award: Product Design wird traditionell im Juli im Aalto-Theater in Essen vergeben. Zu der regelmäßig wechselnden Jury gehören Designexperten wie Rido Busse, Roy Fleetwood, Kenneth Grange oder Jimmy Choo. Jedes Jahr melden Herstellen und Designer aus über 50 Ländern mehrere tausend Produkte zum Wettbewerb an.

Communication Design[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1993 wird die Auszeichnung auch für Kommunikationsdesign vergeben. Die Verleihung ist 2011 von Essen nach Berlin umgezogen.

Es werden Arbeiten unter anderem aus folgenden Bereichen angenommen:

Im Jahr 2013 gab es 6.812 Einreichungen aus 49 Ländern. Die Auszeichnung Red Dot wurde 575-mal, Red Dot: Best of the Best 62-mal und der Red Dot: Grand Prix 10-mal vergeben. Mit dem Ehrentitel Red Dot: Design Agency of the Year wurde die Agentur Mutabor ausgezeichnet. Zum Red Dot: Client of the Year wurde Audi gekürt.[5]

Design Concept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 gibt es den zusammen mit Ken Koo entwickelten Preis Red Dot: Design Concept, der sich Konzepten und Prototypen widmet. Dieser wird vom Red Dot Design Museum in Singapur aus organisiert. 2013 wurden 4.394 Arbeiten aus 57 Ländern zum Wettbewerb eingereicht.[6]

Ehrentitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Red Dot: Design Team of the Year[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ehrentitel Red Dot: Design Team of the Year wird seit 1988 jährlich an ein Designteam verliehen, um dessen Verdienste besonders zu ehren. Die Teams müssen eine kontinuierliche innovative Arbeit geleistet haben. Übergeben wird der Preis im Rahmen der Product-Design-Veranstaltung in Essen.[7]

Jahr Firma Leiter
1988 Leybold AG Design Team
1989 Braun Design Team Dieter Rams
1990 Slaný Design Team
1991 Moll Design Reiner Moll & Partner
1992 Neumeister Design Alexander Neumeister
1993 frogdesign Hartmut Esslinger
1994 Mercedes-Benz Design Team Bruno Sacco
1995 Siemens Design Team Herbert Schultes
1996 IDEO Design Team Bill Moggridge
1997 Michele De Lucchi Design Team Michele De Lucchi
1998 Philips Design Team
1999 Audi Design Team
2000 Sony Design Team Mitsuru John Inaba
2001 Festo Design Team Axel Thallemer
2002 Apple Industrial Design Team Jonathan Ive
2003 Nokia Design Team Frank Nuovo
2004 Pininfarina Design Team Sergio Pininfarina
2005 adidas-Designabteilung Michael Michalsky
2006 LG Corporate Design Center Hee-Gook Lee
2007 Design Team BMW Group Chris Bangle
2008 Bose Designteam Michael Laude
2009 Tupperware World Wide Design Team
2010 Hilti Design Team Stephan Niehaus
2011 Grohe Design Team Paul Flowers
2012 Style Porsche Michael Mauer
2013 Lenovo Design & User Experience Team Yao Yingjia
2014 Veryday
2015 Bosch Home Appliance Design Team Robert Sachon

Red Dot: Agency of the Year[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Red Dot: Agency of the Year wird seit 2008 jährlich an ein Designbüro oder eine Kommunikationsagentur verliehen. Die Designer müssen im Kommunikationsdesign langjährig herausragende Arbeit geleistet haben. Übergeben wird der Preis mit dem Wanderpokal „Stylus“ im Rahmen der Red Dot Gala anlässlich des Red Dot Award: Communication Design in Berlin. [8]

Jahr Agentur Leiter
2008 Strichpunkt Kirsten Dietz, Jochen Rädeker
2009 KMS TEAM Knut Maierhofer, Michael Keller, Christoph Rohrer, Armin Schlamp
2010 BBDO
2011 Beetroot
2012 601bisang
2013 Mutabor
2014 Scholz & Friends Frank-Michael Schmidt
2015 Leo Burnett Andrea Albrecht, Andreas Pauli, Norbert Knapp

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhard Brembeck kritisierte 2013 in der Süddeutschen Zeitung, dass bei der Teilnahme am Red Dot Design Award Einreichungsgebühren genommen werden und bei einem Sieg noch mehr Geld für „üppige Bücher und Partys“.[9]

Achim Schaffrinna vom Design Tagebuch kritisierte 2012 die Vergabepraxis. So habe etwa jede fünfte eingereichte Arbeit im Jahr 2011 eine Auszeichnung im Bereich product design erhalten, in der Sparte communication design sei es etwa jede zehnte Arbeit. Mit dem Qualitätsmerkmal 'best of the best' würden jährlich zusätzlich etwa 1 bis 2 Prozent der Arbeiten bedacht werden. Angesichts solch einer „Award-Schwemme von bis zu 830 red dots pro Jahr und pro Sparte“ stellt sich Schaffrinna die Frage, ob „der Award tatsächlich als Qualitätssiegel fungieren“ könne. Hinter dem red dot award stehe zudem ein Unternehmen, das „wirtschaftlich denkt und handelt. Mehr Einreichungen bedeutet mehr Umsatz und mehr Gewinn“. Das sei „ein Designpreis als Geschäftsmodell.“[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Red Dot gibt im eigenen Verlag Red Dot Edition Publikationen im Zusammenhang mit Design heraus, wie z. B. das jährliche Red Dot Design Yearbook.

  • Peter Zec (Hrsg.): Der Designwert – Eine neue Strategie der Unternehmensführung. Red Dot Edition, Essen 2010, ISBN 978-3-89939-102-2.
  • Peter Zec (Hrsg.): Who's Who in Design. Volume 3: The Leading Designers of the World. Red Dot Edition, Essen 2007, ISBN 978-3-89939-083-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum der red dot - Webseite (abgerufen am 26. Juli 2016)
  2. Kosten. In: red-dot.de.
  3. http://red-dot.de/pd/wp-content/uploads/2014/10/Winner-Package-2015-deutsch.pdf
  4. Auszeichnungen. In: red-dot.de.
  5. Siegerstimmung und Hauptstadtflair: Der Red Dot Award: Communication Design feierte sein Highlight in Berlin. In: red-dot.org.
  6. Innovationen schaffen - Red Dot Award: Design Concept 2013. In: red-dot.org.
  7. Red Dot: Design Team of the Year. In: red-dot.de.
  8. Kreativität der Extraklasse – red dot zeichnet erstmals die Designagentur des Jahres aus. In: red-dot.org.
  9. Süddeutsche Zeitung: Über die Verlogenheit des deutschen Preiswesens, vom 23. März 2013 (Autor: Reinhard Brembeck)
  10. http://www.designtagebuch.de/kritik-an-red-dot-design-award-und-an-peter-zec/2/