Red Dot Design Award

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Red Dot Design Museum, Essen

Der Red Dot Design Award ist ein vom Design Zentrum Nordrhein Westfalen e. V. ausgeschriebener, für die Teilnehmer kostenpflichtiger Designwettbewerb, bei dem der „Red Dot“, ein roter Punkt, verliehen wird. Der „Design Zentrum Nordrhein Westfalen e. V.“ ist wirtschaftlich und personell (über ihren Vorstand bzw. Geschäftsführer) mit der Red Dot GmbH & Co. KG verbunden.[1]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Red Dot Design Award wird von einer Jury an die Arbeiten verliehen, die aus ihrer Sicht eine herausragende Qualität haben.[2] Die ausgezeichneten Arbeiten werden für mindestens ein Jahr im Red Dot Design Museum, einem Designmuseum in Essen, ausgestellt.

Auszeichnungen werden für die Bereiche Product Design, Communication Design und Design Concept vergeben.

Product Design[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erstmals 1955 vergebene Auszeichnung Design Innovationen wurde im Jahr 2000 in Red Dot Award: Product Design umbenannt. Qualitativ unterschieden wird zwischen den Auszeichnungen „Red Dot: Best of the Best“, „Red Dot – Qualitätssiegel“ und „Honourable Mention – lobende Erwähnung“.[3]

Diese Auszeichnungen werden jedes Jahr im Juni oder Juli im Aalto-Theater in Essen vergeben. Zur regelmäßig wechselnden Jury gehörten Designexperten wie Rido Busse, Roy Fleetwood, Kenneth Grange oder Jimmy Choo. Im Jahr 2015 wurden für diese Auszeichnung 4928 Produkte angemeldet, von denen knapp 1/3 anschließend mit einer der oben erwähnten Auszeichnungen bedacht wurde.[4]

Neben der kostenpflichtigen Verleihung von Auszeichnungen ist der „Design Zentrum Nordrhein-Westfalen e. V.“ wirtschaftlich in den Bereichen Messepräsentationen, Tagungen, Seminare, Workshops, Produktpräsentationen und Unternehmensberatung tätig.[5] Über den Online-Shop des Vereins profitiert der Veranstalter vom den Verkauf der durch ihn ausgezeichneten Produkte.[6]

Communication Design[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1993 wird die Auszeichnung auch für Kommunikationsdesign[7] vergeben. Die Verleihung ist 2011 von Essen nach Berlin umgezogen.

Design Concept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 gibt es den zusammen mit Ken Koo entwickelten Preis Red Dot: Design Concept, der sich Konzepten und Prototypen widmet. Dieser wird vom Red Dot Design Museum in Singapur aus organisiert. Nach Angaben des Veranstalters wurden im Jahr 2013 4394 Arbeiten aus 57 Ländern zum Wettbewerb eingereicht.[8]

Ehrentitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ehrentitel Red Dot: Design Team of the Year wird seit 1988 jährlich an ein Designteam verliehen, um dessen Verdienste besonders zu ehren. Übergeben wird der Preis im Rahmen der Product-Design-Veranstaltung in Essen.[9] Zusätzlich wird die Auszeichnung Red Dot: Agency of the Year seit 2008 jährlich an ein Designbüro oder eine Kommunikationsagentur verliehen und mit dem Wanderpokal „Stylus“ im Rahmen der Red Dot Gala anlässlich des Red Dot Award: Communication Design in Berlin übergeben.[10]

Gebühren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anmeldung von Arbeiten für die kostenpflichtige jährliche Auszeichnung (aktuell bis zu 450 Euro) ist sowohl für Designer als auch Hersteller möglich. Auf die ausgezeichneten Teilnehmer, die anschließend den Red Dot auf ihren Produkten führen dürfen, kommen weitere Kosten für den verpflichtenden Eintrag im Jahrbuch, die Nutzung des Red Dot-Labels und die Präsentation in der Ausstellung zu.[11] Aktuell können hierbei mehrere tausend Euro anfallen.[12] Der einzige mit Geld dotierte Preis ist der „Red Dot: Junior Award“, der mit 10.000 Euro dotiert ist (abzgl. der Kosten für Anmeldung und der Folgekosten).[13]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhard Brembeck kritisierte 2013 in der Süddeutschen Zeitung, dass bei der Teilnahme am Red Dot Design Award Einreichungsgebühren genommen werden und bei einem Sieg noch mehr Geld für „üppige Bücher und Partys“.[14]

Achim Schaffrinna vom Design Tagebuch kritisierte 2012 die Vergabepraxis. So habe etwa jede fünfte eingereichte Arbeit im Jahr 2011 eine Auszeichnung im Bereich Product Design erhalten, in der Sparte Communication Design sei es etwa jede zehnte Arbeit. Mit dem Qualitätsmerkmal 'best of the best' würden jährlich zusätzlich etwa 1 bis 2 Prozent der Arbeiten bedacht. Angesichts solch einer „Award-Schwemme von bis zu 830 red dots pro Jahr und pro Sparte“ stellte sich Schaffrinna die Frage, ob „der Award tatsächlich als Qualitätssiegel fungieren“ könne. Hinter dem Red Dot Award stehe ein Unternehmen, das „wirtschaftlich denkt und handelt. Mehr Einreichungen bedeutet mehr Umsatz und mehr Gewinn“. Das sei „ein Designpreis als Geschäftsmodell“.[15]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verlag Red Dot Edition erscheint das jährliche Red Dot Design Yearbook.

  • Peter Zec (Hrsg.): Der Designwert – Eine neue Strategie der Unternehmensführung. Red Dot Edition, Essen 2010, ISBN 978-3-89939-102-2.
  • Peter Zec (Hrsg.): Who's Who in Design. Volume 3: The Leading Designers of the World. Red Dot Edition, Essen 2007, ISBN 978-3-89939-083-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum der red dot - Webseite (abgerufen am 26. Juli 2016)
  2. Nach welchen Kriterien wählt die red dot-Jury die Preisträger aus? (abgerufen am 28. Juni 2016)
  3. Auszeichnungen. In: red-dot.de.
  4. Bericht über den Red Dot Award 2015 (abgerufen am 28. Juni 2016)
  5. designlexikon.net: Fachbegriffe „Design Zentrum Nordrhein-Westfalen e. V.“ (abgerufen am 28. Juni 2016)
  6. Red-Dot-Shop (abgerufen am 28. Juni 2016)
  7. red-dot.de: Kategorien Kommunitaionsdesign (abgerufen am 28. Juni 2016)
  8. Innovationen schaffen - Red Dot Award: Design Concept 2013. In: red-dot.org.
  9. Red Dot: Design Team of the Year. In: red-dot.de.
  10. Kreativität der Extraklasse – red dot zeichnet erstmals die Designagentur des Jahres aus. In: red-dot.org.
  11. Kosten. In: red-dot.de.
  12. http://red-dot.de/pd/wp-content/uploads/2014/10/Winner-Package-2015-deutsch.pdf
  13. red-dot.de: Junior Award (abgerufen am 28. Juni 2016)
  14. Süddeutsche Zeitung: Über die Verlogenheit des deutschen Preiswesens, vom 23. März 2013 (Autor: Reinhard Brembeck)
  15. Kritik an red dot design award und an Peter Zec. In: designtagebuch.de. 12. Mai 2012, abgerufen am 30. Oktober 2016.