Rednitzhembach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rednitzhembach
Rednitzhembach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rednitzhembach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 18′ N, 11° 4′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Roth
Höhe: 327 m ü. NHN
Fläche: 13,02 km2
Einwohner: 6846 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 526 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91126
Vorwahl: 09122
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 137
Gemeindegliederung: 8 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
91126 Rednitzhembach
Website: www.rednitzhembach.de
Erster Bürgermeister: Jürgen Spahl[2] (parteilos)
Lage der Gemeinde Rednitzhembach im Landkreis Roth
NürnbergLandkreis Nürnberger LandLandkreis FürthSchwabachLandkreis AnsbachLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Neumarkt in der OberpfalzSoosAbenberger WaldDechenwaldHeidenbergForst KleinschwarzenloheBüchenbachGeorgensgmündKammersteinSchwanstettenRednitzhembachRohr (Mittelfranken)Rohr (Mittelfranken)RothThalmässingWendelstein (Mittelfranken)SpaltRöttenbach (Landkreis Roth)HilpoltsteinHeideckGredingAllersbergAbenbergKarte
Über dieses Bild

Rednitzhembach (umgangssprachlich: Hämba[3]) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Roth. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rednitzhembach liegt 18 Kilometer südlich der Städteachse NürnbergFürth, 5 Kilometer südöstlich von Schwabach und 6 Kilometer nördlich von Roth.[4]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt acht Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[5]

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Rednitzhembach fließt die Rednitz, in die als rechter Zufluss der Hembach und von links der Mainbach münden. Weiterhin nimmt die Rednitz am nordöstlichen Rand des Ortsteiles Plöckendorf als Vorfluter die gereinigten Abwässer der Kläranlage Rednitzhembachs auf. Das Gemeindegebiet Rednitzhembachs wird östlich vom Main-Donau-Kanal, Kilometer 81 bis 83 West, begrenzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Besiedelung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Jahr 1000 v. Christus gab es im heutigen Gemeindeteil Untermainbach eine urnenfelderzeitliche Siedlung. Das fand die Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg bei Grabungen in den 1930er und 1970er Jahren heraus. Dabei wurden in Untermainbach drei sehr gut erhaltene Brillenspiralen und ein Bronzebeil gefunden.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche mit Wandmalereien

Der Ort wurde 1345 als „Retzenhennebach“ erstmals urkundlich erwähnt. Benannt wurde der Ort nach der Rednitz und dem Hembach.[6][7]

Die Grundherrschaft gehörte 1450–1603 der Nürnberger Patrizierfamilie Zollner vom Brand, die das Herrenhaus erneuern ließ und vermutlich auf dem Grund des Herrensitzes die Kirche erbauen ließ, in der bedeutende spätmittelalterliche Wandmalereien aus der Zeit nach 1470 erhalten sind.[8] Von 1603 bis 1811 gehörte der (nicht mehr erhaltene) Herrensitz den Behaim.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Rednitzhembach 31 Anwesen, eine Pfarrkirche und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Schwand aus. Grundherren waren das Richteramt Schwand (1 Eineinhalbhof mit Tafernwirtschaft, 1 Ganzhof, 2 Tafernwirtschafts-Ganzhöfe, 2 Zweidrittelhöfe, 2 Halbhöfe, 1 Gut mit Schmiede, 5 Gütlein, 3 Zapfenwirtschafts-Leerhäuser, 8 Leerhäuser, 1 Haus, 1 Mahl- und Sägmühle) und der Nürnberger Eigenherr von Behaim (1 Halbhof mit Tafernwirtschaft, 1 Leerhaus, 1 halbes Leerhaus, 1 Haus).[9] Es gab 29 Untertansfamilien, von denen 27 ansbachisch und 2 nürnbergisch waren.[10][11]

Von 1797 bis 1808 unterstand Rednitzhembach dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Rednitzhembach gebildet. Zu der I. Sektion gehörten Rednitzhembach, Oberfichtenmühle, Plöckendorf und Unterfichtenmühle, zu der II. Sektion Igelsdorf, Untermainbach, Walpersdorf und Weihersmühle. 1818 entstand die Ruralgemeinde Rednitzhembach, die mit der I. Sektion deckungsgleich war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1920 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Rednitzhembach zum Bezirksamt Schwabach (1938 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1880 in Amtsgericht Schwabach umbenannt).[12] Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 5,962 km².[13]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Walpersdorf eingegliedert.[14]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rednitzhembacher Gemeinderat hat 20 Sitze, über deren Verteilung bei den Kommunalwahlen entschieden wird. Die letzte Kommunalwahl fand am 15. März 2020 statt. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,5 %.

Kommunalwahl 2020
 %
40
30
20
10
0
37,7
22,9
20,4
19,9
7
4
5
4
Insgesamt 20 Sitze

Erster Bürgermeister ist seit 1996 der parteilose Jürgen Spahl (2020 mit 87,6 % im Amt bestätigt), der die Gemeindefinanzen konsolidierte und die Gemeinde seit 2003 schuldenfrei stellte. Dieses Ziel wurde u. a. durch die Gründung der Gemeindewerke Rednitzhembach GmbH erreicht, die einen Teil der kommunalen Aufgaben (z. B. Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Friedhofswesen) übernahmen.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen
Wappen von Rednitzhembach
Blasonierung:Geteilt; oben in Schwarz ein wachsendes oberhalbes silbernes Mühlrad, unten gespalten von Silber und Rot mit aufgelegtem, blauen Wellenbalken[15]

Die Gemeinde Rednitzhembach führt seit 1975 ein Wappen.

Wappenbegründung: Die Lage der Gemeinde an der Rednitz wird durch den Wellenbalken, die Bedeutung der Rednitzhembacher Mühlenbetriebe durch das stilisierte halbe Mühlrad dargestellt. Im Ort waren die Nürnberger Patrizier Zollner vom Brand und nachfolgend (ab 1603) die Behaim von Schwarzbach begütert, deren Wappen (Silber-Rot-Spaltung) darum in das Gemeindewappen übernommen wurde, welches durch die Farben Weiß-Schwarz auf die Beziehungen zu Brandenburg-Ansbach hinweist. („Unser Bayern“, Nr. 8/76)
Flagge

Die Gemeindeflagge ist Weiß-blau-weiß.[16]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Pfarrkirche
  • Evangelische Pfarrkirche mit spätgotischen Wandmalereien
  • Theater Rednitzhembach[17]
  • Kunstweg Rednitzhembach mit über 40 Kunstobjekten unterschiedlicher Art, siehe: Rednitzhembacher Kunstweg
  • Rathaus-Galerie und Foyer-Galerie: Im Rednitzhembacher Rathaus und im Foyer des Gemeindezentrums finden regelmäßig mehrwöchige Ausstellungen verschiedener Künstler und Kunstrichtungen statt.
  • Das Metzgerkreuz bei Rednitzhembach, ein Sühnekreuz südlich von Rednitzhembach
  • Das Hafnerkreuz in Rednitzhembach, das Replikat eines Steinkreuzes am nördlichen Ortsrand von Rednitzhembach
  • Über 30 Bau- und 15 Bodendenkmäler[18]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirchweih am vierten Wochenende nach Pfingsten
  • Fischerfest des Hembacher Fischereivereins e. V. (drittes Wochenende nach Pfingsten)
  • Klassik-Open-Air am Kunstweg am ersten Samstag der Sommerferien
  • Weinfest rund um das Gemeindezentrum mit der Partnergemeinde Bardolino und dem Rednitzhembacher Gewerbeverein, Anfang bis Mitte September
  • Adventsmarkt rund um das Gemeindezentrum am Samstag vor dem Ersten Advent

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptverkehrsachse Rednitzhembachs bildet die Staatsstraße 2409, die in Nord-Süd-Richtung den Ort durchzieht. Von Schwanstetten her mündet die Kreisstraße RH 1 ein. Nördlich führt die Bundesautobahn 6 vorbei sowie östlich die dort autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 2, zu denen jeweils Auf- und Abfahrtsmöglichkeiten bestehen.[4]

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der S-Bahnhof (S 2) in Rednitzhembach liegt in der Nähe des Gemeindezentrums. Die Bahnstrecke ist dreigleisig, wobei nur ein Gleis für beide Richtungen der S-Bahn-Verbindung zwischen Roth, Nürnberg Hauptbahnhof und Altdorf nutzbar ist.

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buslinien verkehren nach Schwabach, Schwanstetten und Wendelstein, weiterhin ein Anrufsammeltaxi nach Schwabach.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzige regionale Tageszeitung in Rednitzhembach ist das Schwabacher Tagblatt. Für den Bereich "Lokales" ist die in Schwabach ansässige Redaktion zuständig. Der restliche und überwiegende Teil der Zeitung wird von den Nürnberger Nachrichten geliefert.

Monatlich erscheint das Rednitzhembacher Gemeindemagazin „bürgerbrief“. Das Heft (durchschnittlich 24 bis 28 Seiten) ist kostenlos, wird an jeden Haushalt der Gemeinde verteilt und enthält die aktuellen Informationen aus dem Rathaus, von den Rednitzhembacher Vereinen und der Wirtschaft.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rednitzhembach gibt es eine Grund- und Mittelschule mit angeschlossenem Hort und Mittagsbetreuung. Die Schule ist außerdem sowohl eine offene, als auch gebundene Ganztagesschule, verfügt über eine Praxisklasse und Übergangsklassen für Kinder von Migranten und Asylbewerbern.

Zur katholischen Kirchengemeinde gehört die von ehrenamtlichen Mitarbeitern betriebene katholische öffentliche Bücherei, die über ein breitgefächertes Angebot unterschiedlicher Medien verfügt.

Ferner gibt es in Rednitzhembach eine Außenstelle der Volkshochschule des Landkreises Roth, die zahlreiche Kurse und Veranstaltungen anbietet.

Kindertagesstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rednitzhembach hat drei Kindertagesstätten – zwei konfessionelle (Trägerschaft evangelische bzw. katholische Kirchengemeinde) und eine nicht konfessionelle (AWO-Trägerschaft), denen jeweils Krippengruppen angeschlossen sind.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Schrödel, von 1908 bis 1933 Bürgermeister von Rednitzhembach
  • Pfarrer Johann Spies, von 1962 bis 1991 katholischer Pfarrer in Plöckendorf, heute Rednitzhembach; organisierte das katholische Leben in Rednitzhembach und schuf das Kirchenzentrum mit Kindergarten
  • Elisabeth Slowenski, Gemeinderätin, Gründerin des Rednitzhembacher Theatervereins, Verfasserin von heimatgeschichtlichen Schriften und Prosa

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Dittrich (Hrsg.): Rednitzhembach: ein Gemeindeentwicklungsprogramm. SIN-Städtebauinstitut-Forschungsgesellschaft mbH, Nürnberg 1973, DNB 760512043.
  • Sibylla Hauser: Kriegsjahre in unserem Dorf (Rednitzhembach im Zweiten Weltkrieg, mit s/w Abbildungen), 1997.
  • Martin Schieber (Hrsg.): Rednitzhembach: ein Streifzug durch die Jahrhunderte. Rednitzhembach 2002, DNB 966002024.
  • Martin Schieber (Hrsg.): Rednitzhembach: ein Streifzug durch das Vereinsleben. Rednitzhembach 2004, DNB 972463534.

Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rednitzhembach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeister und Gemeinderäte. Gemeinde Rednitzhembach, abgerufen am 11. Oktober 2020.
  3. E. Wagner, S. 30. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transskribiert: hęmbɒ.
  4. a b Rednitzhembach im BayernAtlas
  5. Gemeinde Rednitzhembach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 23. September 2019.
  6. E. Wagner, S. 30f.
  7. W.-A. v. Reitzenstein, S. 184.
  8. Kirchengeschichte
  9. F. Eigler, S. 415f.
  10. Johann Bernhard Fischer: Rednizhembach. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, S. 309 (Digitalisat).
  11. J. K. Bundschuh, Bd. 4, Sp. 446.
  12. F. Eigler, S. 480f.
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 825 (Digitalisat).
  14. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 568.
  15. Eintrag zum Wappen von Rednitzhembach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  16. Rednitzhembach. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 17. Juni 2020.
  17. Theater Rednitzhembach
  18. Liste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Rednitzhembach