Reese-Kaserne

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Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Reese-Kaserne
Eingang zur ehemaligen Reese-Kaserne

Eingang zur ehemaligen Reese-Kaserne

Land Deutschland
Heute Kulturpark West
Gemeinde Augsburg-Kriegshaber
Koordinaten: 48° 23′ N, 10° 52′ OKoordinaten: 48° 22′ 40″ N, 10° 51′ 48″ O
Erbaut 1934 bis 1939
Besitzer Privat
Alte Kasernennamen
Arras-Kaserne
Panzerjäger-Kaserne

Somme-Kaserne

Deutsches ReichWar Ensign of Germany (1938-1945).svg
Reese-Kaserne (Bayern)
Reese-Kaserne

Lage der Reese-Kaserne in Bayern

Die Reese-Kaserne (englisch: Reese Barracks) war eine Militärunterkunft im Augsburger Stadtteil Kriegshaber. Sie entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Zusammenlegung der auf dem ehemaligen Exerzierplatz in Kriegshaber gelegenen Arras-, Panzerabwehr- und Somme-Kaserne. Benannt ist sie nach James W. Reese, einem Träger der Medal of Honor, der im August 1943 auf Sizilien die Eroberung eines feindlichen Stützpunktes erheblich beigeführt hatte und dabei gefallen war.[1]

Auf dem weitläufigen Gelände entstand nach dem Ende der Kaserne der Kulturpark West, eine Einrichtung für verschiedenartige kulturelle Veranstaltungen, sowie der Reese-Park, ein Wohngebiet mit großer Grünanlage.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1933 gewann Augsburg als Militärstandort erneut an Bedeutung. Die Stadt wurde bald Sitz des Kommandos der 27. Infanterie-Division, je eines Infanterie- und Artillerie-Regiments, einer Panzerabwehr-Abteilung, außerdem eines Heeresverpflegungslagers sowie von Luftwaffeneinheiten. Für deren Unterbringung wurden zwischen 1934 und 1939 7 Kasernenkomplexe, darunter in den Jahren 1934 und 1935 die Somme-Kaserne (ursprünglicher Name – An der Sommestraße) errichtet.

US-Besatzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Augsburger Wehrmacht-Kasernen blieben im Zweiten Weltkrieg im Gegensatz zu den zivilen Wohnvierteln weitgehend unbeschädigt, so dass sie von der amerikanischen Besatzungsmacht sofort als Unterkunft übernommen werden konnten. Um das Kasernengelände herum wurden Wohnsiedlungen wie Centerville und Cramerton für die Familien der US-Soldaten gebaut. Auf dem Gelände selbst entstand eine US-High-School und ein Nachtclub mit Kasino. Die US-Army nutzte die Reese-Kaserne bis 1993/94.

Aktuelle Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturhaus Abraxas (ehemals Recreation Center)

Heute ist das Gelände vom Eigentümer (Bundesvermögensamt) verpachtet.

Kulturpark West[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ehemaligen Offizierskasino, das unter den Amerikanern als Recreation Center genutzt war, ist das Kulturhaus Abraxas untergebracht. Die angrenzende Theaterhalle wurde zum Reese-Theater umgewandelt. In der ehemaligen Kantine eröffnete eine gleichnamige Diskothek, die seither in ein anderes Gebäude auf dem Gelände umgezogen ist, aber den Namen Kantine beibehalten hat. An der Sommestraße entstand der „Kulturpark West“ mit Künstlerateliers und Bandübungsräumen.

Das vorhandene Baseballfeld war bis zur Errichtung des Reese-Parks die Heimstätte des Augsburger Baseball-Vereins Augsburg Gators.

Reese-Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Reese-Park (im Entstehen)

Auf dem Gelände der ehemaligen Reese-Kaserne wurden die meisten anderen Gebäude abgerissen. Darauf entsteht derzeit der „Reese-Park“ mit Parkanlagen und neuer Wohnbebauung. Sieben neue Straßen wurden dort erbaut, die nach folgenden Personen benannt sind:[2]

  • Annegert-Fuchshuber-Weg, nach Annegert Fuchshuber (1940–1998), Kinderbuchillustratorin
  • Emil-Esche-Weg, nach Emil Esche (1896–1948), Kirchenmaler
  • Karl-Radinger-Weg, nach Karl Radinger (1912–1966), Kirchenmaler
  • Leni-Hirsch-Weg, nach Leni Hirsch (1920–1992), engagierte sich für die Betreuung von behinderten und alten Mitbürgern
  • Reeseallee, nach James W. Reese (siehe oben)
  • Rose-Oehmichen-Weg, nach Rose Oehmichen (1901–1985), Schauspielerin und Mitgründerin der Augsburger Puppenkiste
  • Sepp-Mastaller-Straße, nach Sepp Mastaller (1915–2004), Bildhauer

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Augsburg: „Krieg und Frieden“ – Tag des offenen Denkmals 2005, S. 4f (Memento vom 4. Februar 2007 im Internet Archive).
  2. Straßennamen für Reese-Areal stehen Geodatenamt - Augsburg - B4B Schwaben. (b4bschwaben.de).