Referendum in Bergkarabach 1991

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Ein Unabhängigkeitsreferendum (russisch Референдум о независимости Нагорно-Карабахской Республики) wurde am 10. Dezember des Jahres 1991 in der Republik Bergkarabach innerhalb der Aserbaidschanischen SSR abgehalten.[1]

Die Unabhängigkeit wurde von 99,89 % der Wähler angenommen.[1] Sie wurde von der kleinen aserbaidschanischen Minderheitsbevölkerung in der Region Bergkarabach boykottiert, welche knapp 20 Prozent der Gesamtbevölkerung in der früheren Autonomen Oblast Bergkarabach bildete.

Der Nationalrat Aserbaidschans verabschiedete daraufhin die Verordnung "über die Maßnahmen zur Stärkung der Rechtlichkeit und Rechtsordnung in hochländischen Teilen von Karabach", in der die Durchführung des Referendums in der "dubiösen Republik Bergkarabach" als Provokation bezeichnet wurde. Die Abgeordneten des aserbaidschanischen Nationalrats beauftragten den Generalstaatsanwalt, "die Gruppe der verantwortlichen Personen, welche die verfassungswidrige Entscheidungen in Bergkarabach durchführen", zur strafrechtlichen Verantwortung zu ziehen[2].

Wegen der schwierigen Sicherheitslage und Boykotts der aserbaidschanischen Bevölkerung der Region kann das Referendum nicht als legitim anerkannt werden[3].

Ergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Option Stimmen Anteil
Für 107.648 99,89 %
Gegen 1.088 0,11 %
Ungültige/leere Zettel
Gesamt 108.736 100,0 %
Registrierte Wähler/Wahlbeteiligung 82,20 %
Quelle: Direkte Demokratie

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Berg-Karabach (Aserbaidschan), 10. Dezember 1991 : Unabhängigkeit Direkte Demokratie
  2. В НКАО прошел референдум о независимости // В Карабахе из двух зол выбрали новое 10 декабря подавляющее большинство нас. Abgerufen am 26. Juni 2015.
  3. J. Rau: Der Berg-Karabach-Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan. Ein kurzer Blick in die Geschichte. 2. Auflage. Verlag Dr. Köster, Berlin 2008, ISBN 978-3-89574-629-1, S. 40.