Reflexologie

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Als Reflexologie, die Lehre von den Reflexen, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eine von Wladimir Michailowitsch Bechterew begründete Forschungsrichtung bezeichnet, die als Ursache auch für komplexe Bewegungsabfolgen und geistige Leistungen hintereinander geschaltete Reflexe ansah.[1][2] Als Gegenpol zur Reflexkettentheorie entwickelte sich in den 1930er-Jahren die Instinkttheorie der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung (Ethologie), in der ein Zusammenspiel von äußeren Reizen und inneren Antrieben (Instinkten) betont wurde.

In der Gegenwart wird als Reflexologie eine Druck- und Massagetechnik beworben (Reflexzonenmassage), die eine Verbindung von bestimmten Bereichen auf der Oberfläche des menschlichen Körpers mit bestimmten inneren Organen behauptet. Auch soll beispielsweise die Headsche Zone alternativmedizinisch genutzt werden können, um im Wege einer Umkehr des Reflexgeschehens innere Organe zu beeinflussen; Ähnliches wird für die Mackenzie-Zonen in Bezug auf bestimmte Muskelbereiche behauptet. In einer 2011 publizierten Literaturübersicht (Review) wurde zusammenfassend festgestellt, dass es keine Studien mit überzeugenden Belegen für eine Wirksamkeit dieser Behandlungsformen gibt.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wladimir Michailowitsch Bechterew: Allgemeine Grundlagen der Reflexologie des Menschen. Verlag Franz Deuticke, Leipzig und Wien 1926.
  2. Wladimir Michailowitsch Bechterew: Die kollektive Reflexologie. Carl Marhold Verlagsgesellschaft, Halle/Saale 1928.
  3. Edzard W. Ernst et al.: Reflexology: an update of a systematic review of randomised clinical trials. In: Maturitas. Band 68, Nr. 2, 2011, S. 116–120, doi:10.1016/j.maturitas.2010.10.011.