Reformierte Kirche Chamues-ch

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Reformierte Kirche Chamues-ch
Abendliches Farbspiel im Chor

Die reformierte Kirche im Ortsteil Chamues-ch der Doppelortschaft La Punt-Chamues-ch im Oberengadin ist ein evangelisch-reformiertes Gotteshaus unter dem Denkmalschutz des Kantons Graubünden. Nach ihrem Patrozinium wird sie auch San Andrea genannt.

Geschichte und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ersturkundlich erwähnt wird ein romanischer Kirchbau am heutigen Ort 1370. Noch in vorreformatorischer Zeit erfolgte 1470 der Bau eines neuen Chores, zudem wurde das Kirchenschiff erweitert und der im Westen der Fassade anliegende und auffallend schmal aufragende Turm vergrössert.

In Schiff und Chor findet sich ein umfassendes, feingliedriges Netzgewölbe, das dem recht dunklen Innenraum eine Leichtigkeit gibt. Hinzu kommen seit 1976 farbenfrohe Glasmalereien vom Churer Maler Dea Murk (1932–2003). Die Fenster im Chorbereich nehmen thematisch das Rot der Sonntagstracht der Engadinerinnen auf, während die Fenster im Kirchenschiff motivisch die Werktage behandeln: das Goldgelb des Korns, das Braun des fruchtbaren Ackers und das Blau der Oberengadiner Seen.

1980/1981 wurden Wandmalereien mit Motiven besonders zu Heiligenfiguren und – rechtsseitig in einer Nische, wo sich früher ein Seitenaltar befand – der Maria lactans freigelegt und restauriert. Der Taufstein zeigt spätgotischen Stil und datiert auf 1505. Die Kanzel mit Schalldeckel wurde nach Ende der Bündner Wirren 1651 eingebaut. Die heutige Orgel wurde 1998 fertiggestellt.[1]

Kirchliche Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden gehört La Punt-Chamues-ch, das bis Ende 2011 eine Pastorationsgemeinschaft mit Bever GR bildete und seit 1. Januar 2012 mit diesem Dorf zu einer Kirchgemeinde mit Namen Las Agnas fusioniert war, seit dem 1. Januar 2017 zur Kirchgemeinde Oberengadin refurmo und mit dieser zum Kolloquium VII Engiadin’Ota – Bregaglia – Poschiavo – Sursès. Bis 2017 war La Punt-Chamues-ch dem Oberengadiner Kirchgemeindeverband Il Binsaun, dem Vorläufer der heutigen Fusionskirchengemeinde, angeschlossen.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baselgia refurmeda Chamues-ch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Orgelporträt bei Orgelbauer Arno Caluori, abgerufen am 10. April 2011.

Koordinaten: 46° 34′ 26″ N, 9° 56′ 9″ O; CH1903: 791404 / 161114