Refresco

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Refresco Group B.V.

Rechtsform B.V.
Gründung 12. November 2013
Sitz Rotterdam, Niederlande Niederlande
Leitung Hans Roelofs (CEO)[1]
Mitarbeiterzahl 10.816[2]
Umsatz 4,096 Mrd. EUR[2]
Branche Getränke
Website www.refresco.com
Stand: 31. Dezember 2020

Die Refresco Group (bis Mai 2016: RefrescoGerber) ist ein Getränkehersteller mit Sitz in Rotterdam. Die Unternehmensgruppe ist der größte Abfüller von Erfrischungsgetränken und Säften in Europa.[3] Die Unternehmensgruppe beschäftigt in ihren 64 Produktionsstätten mit 273 Abfüllbetrieben in zwölf Ländern in Europa und Nordamerika mehr als 10.000 Mitarbeiter. 2020 produzierte Refresco insgesamt 11,679 Milliarden Liter Getränke.[2] Hauptsitz der Gruppe ist Rotterdam, die Zentrale für Nordamerika ist in Tampa.[4] Firmenchef (CEO) ist Hans Roelofs, Finanzchef (CFO) Aart Duijzer,[5] Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Luis Bach.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unternehmensgeschichte geht auf das Vorgängerunternehmen Menken Beverages zurück, das 1999 als Management-Buy-out aus den vom niederländischen Molkereikonzern Campina Melkunie abgestoßenen Gesellschaften Menken Drinks und Refrescos de Sur Europa S.A. entstand. Im Jahr 2000 erwarb Menken Beverages die bisher familiengeführte Krings Fruchtsaft GmbH in Mönchengladbach-Herrath. Es folgte die Gründung der Refresco Holding mit Produktionsstätten in den Niederlanden, Spanien und Deutschland.

2002 wurden die deutsche Hardthof Fruchtsaft GmbH und die französische Délifruits S.A. (spezialisiert auf kaltaseptische Abfüllung in PET-Flaschen) übernommen. Im Folgejahr übernahm Refresco das spanische Unternehmen Interfruit Vital S.A., um sich die Versorgung mit Orangendirektsaft und den Zugang zum Fruchtsaftabsatzmarkt iberische Halbinsel zu sichern.[7] 2004 erwarb Refresco VIP-Juicemaker in Finnland und erweiterte damit seine Produktionskapazität in Skandinavien.

2003 übernahm die britische Private Equity-Gesellschaft 3i die Mehrheit der Anteile von Refresco. Im Jahr 2006 verkaufte 3i seine Beteiligung an ein isländisches Investorenkonsortium um die Kaupthing Bank.[8]

2007 erfolgte durch Übernahme von Kentpol der Markteintritt in Polen und durch Übernahme von Histogram im Vereinigten Königreich. Im selben Jahr erwarb Refresco die in den Beneluxstaaten und Frankreich tätige Sun Beverage Company (SBC). Mit der Übernahme von Schiffers Food 2009 baute Refresco seine Position in den Beneluxstaaten weiter aus. In den kommenden Jahren folgten weitere Übernahmen – 2010 die Soft Drinks International (SDI) in Deutschland, 2011 Akquisitionen in Italien und 2012 Taja in Polen.

2010 stieg die britische Private Equity-Gesellschaft 3i erneut als Minderheitsgesellschafter ein.[9]

2013 entstand aus dem Zusammenschluss der niederländischen Holding Refresco mit der britisch-deutschen GerberEmig Group zunächst die RefrescoGerber B.V. mit Sitz im niederländischen Rotterdam. Refresco erhielt 72,5 Prozent und GerberEmig 27,5 Prozent am neuen Unternehmen. CEO des Unternehmens wurde der Niederländer Hans Roelofs, zuvor CEO von Refresco. Die europäische Wettbewerbsbehörde genehmigte die Übernahme mit der Auflage, das Emig-Werk in Waibstadt zu veräußern.[10] Das Werk wurde an die riha WeserGold Getränke verkauft. RefrescoGerber verfügte über Produktionsstätten in den Beneluxstaaten, Deutschland, Frankreich, auf der iberischen Halbinsel, in Italien, im Vereinigten Königreich, Polen und Finnland und steigerte die Produktionskapazität auf 6,5 Milliarden Litern.[11]

Im März 2015 wurde das Unternehmen in eine am Handelsplatz Amsterdam der Euronext-Börse notierte Aktiengesellschaft (N.V.) umgewandelt und in den AMX index aufgenommen.[12] 2016 wurde der niederländische Lohnabfüller Dranken Industrie Sittard B.V. (DIS) übernommen.[13] Im Mai 2016 firmierte RefrescoGerber um in Refresco Group. Im gleichen Jahr wurde das PepsiCo-Werk in Hamburg übernommen.[14] Dieses Werk wurde allerdings 2018 wieder geschlossen[7] und Produktionslinien nach Calvörde verlegt.

Im Juli 2016 expandierte Refresco durch die Übernahme des US-amerikanischen Abfüllers Whitlock Packaging für umgerechnet 117 Mio. Euro in den größten Softdrink-Markt der Welt.[15]

2017 hat Refresco das Konzentratgeschäft von Cott in den USA übernommen.[16][17] Mit dieser größten Einzelakquisition in der bisherigen Geschichte des Unternehmens stieg Refresco im Januar 2018 zum weltweit größten unabhängigen Abfüller auf.[18] Zudem hat das Unternehmen mit PepsiCo eine strategische Vereinbarung über die Herstellung eines Teils der PepsiCo-Getränkemengen in Spanien getroffen.[7]

Im selben Jahr wurde die Aktiengesellschaft Refresco Group N.V. von dem Konsortium Sunshine Investment B.V. der französischen Private-Equity Gesellschaft PAI partners und der British Columbia Investment Management Corp., der Vermögensanlagegesellschaft des staatlichen Pensionsfonds, übernommen.[19] In der Folge wurde Refresco von der Börse genommen und in eine B.V. umgewandelt.[20]

Im Januar 2020 wurde die Übernahme von AZPACK in Arizona, USA, abgeschlossen und im selben Jahr die Übernahme von drei Abfüllbetrieben des Saftherstellers Britvic in Frankreich ergänzt.[21] Im Juli 2021 vereinbarte Refresco die Übernahme des deutschen Mineralwasser- und Erfrischungsgetränkeherstellers Hansa-Heemann.[22]

Refresco Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das operative Geschäft betreiben die aus der Krings Fruchtsaft GmbH (respektive FreshCo GmbH) hervorgegangene Refresco Deutschland GmbH und die als Lohnabfüller tätige EMIG GmbH. Daneben sind die Refresco Deutschland Holding GmbH und die Refresco Deutschland Services & IT GmbH & Co KG als Dienstleister tätig, sowie die Logico GmbH & Co. KG als Logistikunternehmen, alle in Mönchengladbach. Alle fünf Gesellschaften werden in den Konsolidierungskreis der Refresco Group B.V. (vormals Sunshine Top B.V. respektive Refresco Group N.V.), Rotterdam NL, einbezogen, die jeweils 90 Prozent der Anteile hält und die an der Gründung der Menken Beverages B.V. beteiligte und heute als Pensionsfonds geführte OKIL Holding 2 B.V. Rotterdam NL, 10 Prozent.[23]

Die in Deutschland tätigen Unternehmen erwirtschafteten 2018 einen Umsatz von rund 450 Mio. EUR und beschäftigten 650 Mitarbeiter. Neben dem Werk in Mönchengladbach-Herrath werden noch Werke in Grünsfeld, Erftstadt und Calvörde betrieben.[24] Das 2016 von PepsiCo übernommene Werk in Hamburg wurde 2018 geschlossen und die Produktion nach Calvörde verlegt.[25]

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die PAI partners und die BCI beherrschen über die Luxemburger Holdinggesellschaft Financière Scheffer S.à.r.l. die niederländische Sunshine Equity B.V., deren Tochtergesellschaft, die Aktiengesellschaft Refresco Group N.V., mit der Refresco Holding B.V. verschmolzen und unter dem Dach der im Oktober 2017 neu gegründeten Refresco Group B.V. zusammengeführt worden sind.[26]

Die Aktivitäten sind in Europa eingeteilt in die Geschäftsbereiche Vereinigtes Königreich, Benelux, Frankreich, Deutschland, Iberien, Italien, Polen und Finnland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Refresco: Leadership. 2020, abgerufen am 13. Oktober 2020.Executive Board (Memento vom 26. Juli 2016 im Internet Archive)
  2. a b c [1], abgerufen am 6. Juni 2020
  3. Unser Unternehmen. Abgerufen am 22. Oktober 2020.
  4. Where we operate. Abgerufen am 27. Januar 2020 (englisch).
  5. Executive board. Abgerufen am 22. Oktober 2020 (englisch).
  6. Supervisory Board. Abgerufen am 22. Oktober 2020 (englisch).
  7. a b c Meilensteine. Abgerufen am 22. Oktober 2020.
  8. 3i sells Refresco to Icelandic consortium. Abgerufen am 27. Januar 2020.
  9. 3i: Beteiligungen. 25. Mai 2010, abgerufen am 30. November 2020.
  10. Fusionskontrolle: Kommission genehmigt mit Auflagen Übernahme des Fruchtsaftherstellers Pride Foods (Gerber Emig) durch Konkurrenten Refresco, Pressemitteilung der Europäischen Kommission
  11. Introducing Refresco Gerber (Memento vom 12. November 2013 im Internet Archive). RefrescoGerber, 12. November 2013, Abgerufen am 1. November 2020
  12. Refresco: Aktie im euronext AMX. 9. Juni 2016, abgerufen am 25. Oktober 2020.Refresco included in AMX index at Euronext (Memento vom 26. Juli 2016 im Internet Archive)
  13. Refresco koopt DIS (Dranken Industrie Sittard) voor 72 miljoen euro. Abgerufen am 27. Januar 2020 (niederländisch).
  14. Refresco kauft Punica-Werk | News | GETRAENKE ZEITUNG. Abgerufen am 27. Januar 2020.
  15. Refresco: Whitlock Übernahme. 26. Juli 2016, abgerufen am 15. Oktober 2020.Refresco takes first step into North America by acquiring Whitlock Packaging (Memento vom 26. Juli 2016 im Internet Archive)
  16. Refresco: Übernahme Cott abgeschlossen. 30. Januar 2018, abgerufen am 25. Oktober 2020.
  17. Primo Water (ehem. Cott): PM: Refresco Shareholder approval received. 25. September 2017, abgerufen am 6. Oktober 2020 (englisch).
  18. Anthony Deutsch: Refresco to buy bottling operations for $1.25 billion. 25. Juli 2017, abgerufen am 6. Oktober 2020 (englisch).
  19. British Columbia: Public Sector Pension Plans Act. 1999, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  20. Refresco To Delist Shares Following PAI Takeover, auf www.esmmagazine.com, abgerufen am 10. Juni 2018
  21. Refresco: highlight stories. 10. März 2021, abgerufen am 6. Juni 2021.
  22. https://app.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/einzelhandel-getraenkehersteller-hansa-heemann-wird-an-refresco-verkauft/27404188.html
  23. Bundesanzeiger: Jahresabschluss 2018. In: alle GmbHs.
  24. Unsere Standorte, auf www.refresco.de, abgerufen am 10. Juni 2018
  25. Getränkekonzern Refresco verlässt Hamburg, auf www.mz-web.de, abgerufen am 10. Juni 2018
  26. Kamer van Koophandel: Concernrelaties – Refresco Group B.V. In: Niederländisches Handelsregister. Band 69880670, 1. November 2020.