Europakanal (Regensburg)

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Europakanal
Der Europakanal liegt nördlich des Donau-Hauptstroms

Der Europakanal liegt nördlich des Donau-Hauptstroms

Daten
Lage Regensburg, Oberpfalz, Bayern, Deutschland
Flusssystem Donau
Ursprung Abzweigung von der Donau
49° 1′ 46″ N, 12° 4′ 36″ O
Mündung in den Regen kurz vor dessen Mündung in die DonauKoordinaten: 49° 1′ 34″ N, 12° 6′ 11″ O
49° 1′ 34″ N, 12° 6′ 11″ O

Der Europakanal in Regensburg ist seiner Funktion nach der Schleusenkanal Regensburg mit der Schleuse Regensburg der hier staugeregelten Bundeswasserstraße Donau.

Lage und technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schleuse am Europakanal bei Regensburg

Die Schleusenkammer hat eine Länge von 190 Metern bei einer Breite von 12 Metern. Sie liegt an Stromkilometer 2379,7. Die Fallhöhe der Schleuse beträgt 5,20 m. Diese nördliche Umgehung des Donau-Hauptstromes wurde 1972–1978 gebaut mit Rücksicht auf die seit 1146 bestehende steinerne Bogenbrücke. Als Teilstück der europäischen Schifffahrtsstraße von der Nordsee bis in das Schwarze Meer erhielt dieser Kanal die örtliche Bezeichnung Europakanal. Er zweigt im Westen des Stadtteils Stadtamhof bei km 2381,22 vom Hauptstrom der Donau ab und vereint sich im Osten bei km 2379,24[1] mit dem Regen, 420 m[1] oberhalb dessen Mündung in den Nordarm der Donau. Die Umgehungsstrecke der Donau im Stadtgebiet von Regensburg hat also eine Länge von rund zwei Kilometern.

Stadtamhof ist seit dem Bau des Kanals vom nördlich angrenzenden Stadtteil Steinweg getrennt. Aus diesem Grund wird Stadtamhof seitdem von einigen Quellen als Insel bezeichnet.[2][3]

Brücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fussgängerbrücke über den Europakanal

Über den Kanal führen zwei Straßenbrücken und eine Fußgängerbrücke. Am östlichen Kanalende direkt unterhalb der Schleuse liegt die Protzenweiherbrücke, die zeitgleich mit dem Kanalbau errichtet wurde. Die Oberpfalzbrücke verbindet den Stadtteil Steinweg mit Stadtamhof weiter westlich und in der Nähe des Kraftwerks Regensburg, am Anfang des Europakanals im Westen, wurde eine Fußgängerbrücke errichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Planungen für den Ausbau der Donau für die Schifffahrt in Regensburg gab es bereits in den 1930er Jahren. Der sogenannte Protzenweiher war ein feuchter Graben, der nur bei Hochwasser vom Fluss geflutet war. Durch den Bau des Kanals wurde dieser Graben ersetzt.[4]

Europakanal (links) und Donau-Nordarm laufen am Westende parallel

Der Europakanal bringt städtebauliche Herausforderungen mit sich. Der Kanal liegt von seiner Abzweigung bis zur Schleuse höher als das natürliche Landniveau.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. Eckoldt (Hrsg.), Flüsse und Kanäle, Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen, DSV-Verlag 1998

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  2. Zwei Kilometer Donau-Ausweichstraße. Mittelbayerische Zeitung. Abgerufen am 7. August 2014.
  3. Daniela Schetar, Friedrich Köthe und Peter Hirth: DuMont Bildatlas Bayerischer Wald. S. 33. (online bei Google Books: [1])
  4. Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg: Protzenweiherbrücke
  5. Stadt Regensburg