Regenstauf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Regenstauf
Regenstauf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Regenstauf hervorgehoben

Koordinaten: 49° 7′ N, 12° 8′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Höhe: 345 m ü. NHN
Fläche: 103,77 km2
Einwohner: 16.253 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km2
Postleitzahl: 93128
Vorwahl: 09402
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 190
Marktgliederung: 87 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Bahnhofstraße 15
93128 Regenstauf
Website: www.regenstauf.de
Erster Bürgermeister: Josef Schindler[2] (CSU)
Lage des Marktes Regenstauf im Landkreis Regensburg
Landkreis Amberg-SulzbachLandkreis ChamLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis EichstättLandkreis KelheimLandkreis LandshutLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis SchwandorfStraubingLandkreis Straubing-BogenRegensburgForstmühler ForstKreuther ForstBrunn (Oberpfalz)AlteglofsheimAltenthannAufhausenBach an der DonauBarbingBeratzhausenBernhardswaldBernhardswaldBrennbergBrunn (Oberpfalz)DeuerlingDonaustaufDuggendorfHagelstadtHemauHolzheim am ForstKallmünzKöferingLaaberLappersdorfMintrachingMötzingNeutraublingNittendorfObertraublingPentlingPettendorfPfakofenPfatterPielenhofenRiekofenRegenstaufSchierling (Oberpfalz)SinzingSünchingTegernheimThalmassingWenzenbachWiesent (Gemeinde)Wörth an der DonauWolfsegg (Oberpfalz)ZeitlarnKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Der Ortskern von Regenstauf

Regenstauf ist ein Markt im oberpfälzischen Landkreis Regensburg in Bayern. Es ist nördlichste und größte Gemeinde im Landkreis. Diese stellt das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des nördlichen Landkreises dar. Im 14. Jahrhundert hatte Regenstauf bereits die Marktrechte und gilt heute als bedeutender Schul-, Industrie- und Gewerbestandort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am Fluss Regen, der fünfzehn Kilometer weiter südlich bei Regensburg nahe ihrem nördlichsten Punkt in die Donau fließt. Regenstauf besitzt einige reizvolle Bauten, Brücken, Brunnen und Denkmäler, so zum Beispiel den berühmten Aussichtsturm auf der Spitze des 436 Meter hohen Regenstaufer Schlossberges, der den alten Markt um gut 90 Meter überragt. Kern der Siedlung ist der historische Straßenmarkt, der sich deutlich von der lockeren Bebauung im restlichen Siedlungsgebiet abhebt. Bekanntheit hat auch ein Storchennest auf einem ausgedienten Brauereikamin im Ortskern erlangt. Im Ortsteil Karlstein befinden sich das Schloss Karlstein (1393) und etwa 650 m westlich die Ruine der Burg Forstenberg (um 1200).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 87 Ortsteile:[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Heilinghausen, Hirschling, Karlstein und Ramspau sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Bubach am Forst eingegliedert. Die Gemeinden Diesenbach, Eitlbrunn und Steinsberg sowie die Gemeindeteile Hagenau und Medersbach der aufgelösten Gemeinde Ponholz folgten am 1. Mai 1978.[4][5] Zum 1. Oktober 2009 wurden Teile des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Schwaighauser Forst eingemeindet.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 13.131 auf 16.343 um 3.212 Einwohner bzw. um 24,5 %.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 970 wurde Regenstauf in Aufzeichnungen erstmals als Ort genannt. Der Name bedeutet "Burgberg am Regen", nach dem althochdeutschen stauf/stouf für einen spitzen, kegelförmigen Berg.[7] Im Jahre 1196 kam Regenstauf in den Besitz des Herzogtums Bayern. 1326 erfolgte die Erhebung Regenstaufs zum Markt.

Das Wappen des Marktes, verliehen 1470 durch Herzog Albrecht IV. von Bayern, zeigt zwei gekreuzte Fische als Symbol für den Fluss unter einem farbenprächtigen Regenbogen. 1563 wurde der Ortsteil Diesenbach Edelsitz. Während des Dreißigjährigen Krieges befanden sich von 1633 bis 1646 schwedische, kaiserliche, österreichische und bayerische Truppen in Regenstauf. Im Ortsteil Heilinghausen fand 1686 der Hexenprozess gegen die Mühlenbesitzerin der Eichmühle Anna Bayer statt.

In den Jahren 1713 und 1714 wurde die berühmte Sebastianskapelle erbaut. Johann Wolfgang von Goethe war 1786 in Regenstauf, seine Italienische Reise nimmt literarisch auf den ersten Seiten von Karlsbad aus über Regenstauf ihren Anfang.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1906 wurde der Nachtzug München–Berlin (D-Zug 21) bei Regenstauf in einen Auffahrunfall verwickelt.[8] Durch eine falsch gestellte Weiche fuhr er auf einen Güterzug auf, den er eigentlich überholen sollte. Prominenter Fahrgast des Zuges war Thomas Mann, der das Geschehen in der Erzählung Das Eisenbahnunglück – veröffentlicht 1909 – verarbeitete. „Die große Schnellzugmaschine von Maffei war hin und entzwei. Preis siebzigtausend“, schrieb Mann in der Erzählung.[9]

Im Jahre 1918 besuchte der englische Schriftsteller David Lindsay den Markt Regenstauf und besichtigte unter anderem den Aussichtsturm auf dem Gipfel des Schlossberges. Beeindruckt durch „das Mysteriöse des Turmes“ und die gewaltige Anstrengung bei der Bewältigung der vielen steilen Treppenstufen verewigte Lindsay den Turm im letzten Kapitel seines berühmten Planetenromans A Voyage To Arcturus. Der Turm mit seinen Fenstern, seinem inneren und äußeren Aussehen ist in Lindsays Buch Punkt für Punkt nach dem realen Vorbild in Regenstauf beschrieben.

Im Jahre 1924 stiftete Maximilian Marquart Freiherr von Pfetten für den Ortsteil Heilinghausen ein Benefiziat auf ewige Zeiten. Seit der zweiten Hälfte der 1950er Jahre wurde Regenstauf von der Suburbanisierung erfasst. Ein reger Wohnungsbau setzte ein, der die Ortschaft in den folgenden Jahrzehnten primär zum Wohnstandort in der Nähe von Regensburg werden ließ. Im Jahre 1961 ließ sich hier die Brüterei Süd GmbH & Co KG Lohmann-Masthuhn-Brüterei nieder.

Im Jahre 1976 kam es zur Entdeckung und Ausgrabung von elf Urnengräbern aus der Keltenzeit im Ortsteil Diesenbach. Im Jahre 1982 erfolgte ein grundsätzlicher Aufschwung im Ort mit der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt, nachdem die Autobahnumfahrung fertiggestellt war. Ein Rathaus wurde neu erbaut, das alte Rathaus 1997 zu einem Kulturhaus umfunktioniert.

Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit eigenen Kirchen- bzw. Versammlungsbauten sind in Regenstauf die römisch-katholische und die evangelische Kirche sowie die Zeugen Jehovas vertreten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderatswahl 2020[10]
(in %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,88
18,81
16,14
9,30
8,18
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
-20
+2,78
-19,69
+16,14
+9,30
+6,18

Der Marktgemeinderat besteht aus 24 Mitgliedern. Von den 13.042 stimmberechtigten Einwohnern im Markt Regenstauf, haben 8.294 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 63,59 Prozent lag.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl 2020 wurde Josef Schindler (CSU) zum Erster Bürgermeister gewählt.[11] Sein Vorgänger Siegfried Böhringer war seit Mai 2008 im Amt. Der Bürgermeister mit der bisher längsten Amtszeit (1966 bis 1996) war Hans Zelzner. Sowohl Hans Zelzner, als auch Siegfried Böhringer tragen die Ehrenbezeichnung Altbürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Markt Regenstauf
Blasonierung: „In Blau unter einem von Rot, Grün und Gold gestreiften Regenbogen zwei schräg gekreuzte silberne Fische.“[12]

Das Wappen ist seit 1470 bekannt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Marktgemeinde Regenstauf gibt es mehrere Sportvereine. Der größte Verein mit rund 2200 Mitgliedern ist der TB/ASV Regenstauf, der 2008 aus der Fusion des TB 1893 Regenstauf und dem ASV Regenstauf entstand. Neben der Fußballabteilung mit 500 Mitgliedern gibt es im Verein noch die Sparten Volleyball, Tischtennis, Tennis, Ski, Turnen, Karate, Taekwondo und Aerobic.

  • TB 1893/ASV Regenstauf
  • SpVgg Ramspau
  • SV Diesenbach
  • TSV Eitlbrunn
  • FSV Steinsberg
  • 1. Sport Kegel – Club Regenstauf
Schloss Ramspau mit Garten

Kultur- und Brauchtumsvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fotoclub Regenstauf e.V.
  • Faschingsgesellschaft Lari-Fari Diesenbach e. V.
  • Bart-Club Regenstauf-Diesenbach
  • Bergverein Regenstauf e. V.
  • Freunde und Förderer des Rotkreuz-Museum e. V.
  • Verein zur Förderung der Kirchenmusik in St. Jakobus Regenstauf
  • Dramatischer Club Regenstauf
  • Theaterkreis St. Jakobus Regenstauf

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aussichtsturm

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Regenstauf
Der Regen

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regenstauf liegt an der A 93 RegensburgHof (Anschlussstelle Regenstauf). Parallel durchquert die Bundesstraße 15 den Ortskern.

Der Bahnhof Regenstauf liegt an der Bahnstrecke Regensburg–Weiden. Hier verkehren Züge der Deutschen Bahn sowie der Oberpfalzbahn.

Auf dem Gemeindegebiet von Regenstauf liegt der Verkehrslandeplatz Regensburg-Oberhub. Die nächsten internationalen Flughäfen sind in München und Nürnberg.

Der Regen ist nicht schiffbar.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen:

  • Schule am Schlossberg (Grund- und Hauptschule mit M-Zug)
  • Grundschule Diesenbach
  • Grundschule Ramspau
  • Grundschule Steinsberg
  • Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule, benannt nach dem auf Karlstein geborenen Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944
  • Staatliche Förderschule
  • Eckert-Schulen
  • Manfred von Ziegelmeyer Schule
  • seit September 2008 ISR – Internationale Schule Regensburg-Regenstauf (bilingual/Waldorf) untergebracht in den Eckert Schulen

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Buchmeier, Georg Jobst (Red.): 1000 Jahre Regenstauf. 970–1970. Regenstauf 1970

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Regenstauf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Regenstauf – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeister. Gemeinde Regenstauf, abgerufen am 11. Oktober 2020.
  3. Markt Regenstauf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 28. November 2017.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 657 f.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 82, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnote 26).
  6. www.regierung.oberpfalz.bayern.de
  7. Seite "Geschichte" im Internetauftritt des Marktes Regenstauf, abgerufen am 20. Februar 2014
  8. Markus Meinold: Die Lokomotivführer der Preußischen Staatseisenbahn 1880–1914. Hövelhof 2008. ISBN 978-3-937189-40-6, S. 170.
  9. Thomas Mann: Das Eisenbahnunglück. In: Die Erzählungen. Deutscher Taschenbuchverlag. Frankfurt am Main 1986, S. 462–473.
  10. https://wahlen.landkreis-regensburg.de/kommunal2020/20200315/09375190/html5/Gemeinderatswahl_Bayern_66_Gemeinde_Markt_Regenstauf.html
  11. https://wahlen.landkreis-regensburg.de/kommunal2020/20200315/09375190/html5/Buergermeisterwahl_Bayern_67_Gemeinde_Markt_Regenstauf.html
  12. Eintrag zum Wappen von Regenstauf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 5. August 2020.