Zum Inhalt springen

Regierungsbezirk Aussig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Verwaltungskarte des Reichsgaus Sudetenland mit Land- und Stadtkreisen (1944)

Der Regierungsbezirk Aussig war eine Verwaltungseinheit des Reichsgaues Sudetenland im Deutschen Reich. Er bestand zwischen 1939 und 1945 und lag auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik.

Der Regierungsbezirk Aussig wurde zum 1. Mai 1939 gebildet.[1] Er umfasste den nördlichen Teil des 1938 aufgrund des Münchner Abkommens von der Tschechoslowakei abgetrennten sogenannten Sudetenlands.

Nach Kriegsende wurde das Gebiet wieder Teil der Tschechoslowakei, die Deutschen wurden aufgrund der Beneš-Dekrete vertrieben.[2] Zuvor amtierte als Chef der Zivilverwaltung (CdZ) ab 1938 der Jurist Friedrich Bachmann (1884–1961) und als Regierungspräsident von 1938 bis 1945 Hans Krebs (1888–1947).[3]

Verwaltungsgliederung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
NameFläche (km²)Bevölkerung
(Stand: 17. Mai 1939)
Stadtkreis Aussig36,8667.063
Stadtkreis Reichenberg37,3569.195
Landkreis Aussig318,8156.201
Landkreis Bilin236,5033.559
Landkreis Böhmisch Leipa328,7848.356
Landkreis Braunau330,1634.386
Landkreis Brüx348,2690.929
Landkreis Dauba495,1025.511
Landkreis Deutsch Gabel577,4545.468
Landkreis Dux139,7339.486
Landkreis Friedland (Isergebirge)372,8136.595
Landkreis Gablonz an der Neiße296,4896.006
Landkreis Hohenelbe551,5962.246
Landkreis Komotau493,9085.572
Landkreis Leitmeritz550,2571.547
Landkreis Reichenberg406,9564.070
Landkreis Rumburg125,7839.421
Landkreis Schluckenau140,7234.844
Landkreis Teplitz-Schönau202,9997.112
Landkreis Tetschen-Bodenbach603,53118.118
Landkreis Trautenau610,6373.376
Landkreis Warnsdorf88,5337.723

[4]

  • Rolf Jehke: Regierungsbezirk Aussig. Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874 – 1945. In: www.territorial.de. 10. Mai 2017;.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Gesetz über den Aufbau der Verwaltung im Reichsgau Sudetenland (Sudetengaugesetz). Vom 14. April 1939 (Reichsgesetzbl. I, S. 780; vgl. § 7) Digitalisat
  2. ↑ Franz-Josef Sehr: Vor 75 Jahren in Obertiefenbach: Die Ankunft der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg (Hrsg.): Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2021. Limburg 2020, ISBN 3-927006-58-0, S. 125–129.
  3. ↑ Mads Ole Balling: Zur soziokulturellen Struktur der deutschen Abgeordneten in der Tschechoslowakei und anderen ostmitteleuropäischen Staaten 1919–1945 In: Bohemia. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der böhmischen Länder. Band 36, 1995, Nummer 1, S. 39–56, hier S. 54 (Digitalisat).
  4. ↑ Michael Rademacher: Der Reichsgau Sudetenland. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.