Regierungsinspektor

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Regierungsinspektor (RI) ist in Deutschland die Amtsbezeichnung eines Beamten in der Laufbahngruppe des gehobenen Dienstes in der Bundes- oder Landesverwaltung im Eingangsamt.

Bundesbeamte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Amtsbezeichnung setzt sich aus der Grundamtsbezeichnung „Inspektor“ und dem Zusatz „Regierungs-“ zusammen. Letzterer kennzeichnet in der Regel die Zugehörig zu einer Laufbahn des nichttechnischen Verwaltungsdienstes.

Besoldung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Position wird mit der Besoldungsgruppe A 9 nach der Bundesbesoldungsordnung des Bundesbesoldungsgesetzes alimentiert und entspricht somit besoldungsrechtlich z. B. einem Polizeikommissar der Bundespolizei bzw. einem Leutnant der Bundeswehr.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regierungsinspektoren haben in der Regel die Laufbahnbefähigung durch den erfolgreichen Abschluss eines Vorbereitungsdienstes (Laufbahnausbildung) erworben. Dieser dauert in der Regel drei Jahre und besteht aus Fachstudien und berufspraktischen Studienzeiten. Er wird in einem Studiengang (Fachhochschulstudium), der mit einem Bachelor oder einem Diplomgrad mit dem Zusatz „Fachhochschule“ abschließt (z. B. Diplom-Verwaltungswirt (FH) oder Diplom-Verwaltungsinformatiker (FH)), an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung oder einer gleichstehenden Hochschuleinrichtung durchgeführt.

Schulische Grundvoraussetzung für die Zulassung zur Laufbahnausbildung ist mindestens die Fachhochschulreife. Die meisten Bewerber weisen aber die allgemeine Hochschulreife nach. Während der Laufbahnausbildung sind die Auszubildenden Beamte auf Widerruf und führen die Dienstbezeichnung Regierungsinspektoranwärter. Nach erfolgreichem Abschluss der Laufbahnausbildung erfolgt die Ernennung zum Regierungsinspektor.

Neben der Laufbahnausbildung besteht auch die Möglichkeit der Anerkennung der Laufbahnbefähigung. Dies setzt erstens einen an einer Hochschule erworbenen Bachelor oder einen gleichwertigen Abschluss voraus und zweitens eine hauptberufliche Tätigkeit von mindestens einem Jahr und sechs Monaten, die geeignet ist, die Befähigung für die entsprechende Laufbahn zu vermitteln. Die hauptberufliche Tätigkeit muss nach Fachrichtung und Schwierigkeit der Tätigkeit einer eines Beamten derselben Laufbahn entsprechen. Sofern der Bachelor- oder gleichwertige Abschluss inhaltlich den Anforderungen eines fachspezifischen Vorbereitungsdienstes entspricht, was aber nur sehr selten der Fall ist, kann die Laufbahnbefähigung auch ohne die oben genannte hauptberufliche Tätigkeit anerkannt werden.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regierungsinspektoren sind Behörden zumeist als Sachbearbeiter tätig, beispielsweise in der Allgemeinen Inneren Verwaltung. Sie können dabei als Vorgesetzte der Beamten des mittleren Dienstes fungieren.

Beförderungsämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beförderungsämter sind Regierungsoberinspektor (ROI), Regierungsamtmann (RA), Regierungsamtsrat (RAR) und Regierungsoberamtsrat (ROAR).

Amtsbezeichnungen der Beamten der Besoldungsordnung A
Amtsbezeichnung Abkürzung Besoldungsgruppe Laufbahngruppe Ausbildung
Leitender Regierungsdirektor LRD A 16 höherer Dienst Master
Regierungsdirektor RD A 15
Oberregierungsrat ORR A 14
Regierungsrat RR A 13 (Eingangsamt)
Regierungsoberamtsrat ROAR A 13 gehobener Dienst Bachelor
Regierungsamtsrat RAR A 12
Regierungsamtmann RA A 11
Regierungsoberinspektor ROI A 10
Regierungsinspektor RI A 9 (Eingangsamt)
Regierungsamtsinspektor RAI A 9 mittlerer Dienst Berufsausbildung
Regierungshauptsekretär RHS A 8
Regierungsobersekretär ROS A 7
Regierungssekretär RS A 6 (Eingangsamt)
Oberamtsmeister OAM A 5 einfacher Dienst Angelernte
Amtsmeister AM A 4
Hauptamtsgehilfe HAG A 3
Oberamtsgehilfe OAG A 2 (Eingangsamt)

Landesbeamte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regelungen für Landesbeamte können grundsätzlich denen der Bundesbeamten entsprechen. Bis 2006 mussten die Länder ihre Landesbeamtengesetze nach den Vorgaben des Beamtenrechtsrahmengesetzes (BRRG) ausrichten. Durch die Föderalismusreform entfiel die Gesetzgebungskompetenz des Bundes und damit das alte BRRG. Es wurde durch das am 1. April 2009 in Kraft getretene Beamtenstatusgesetz (BeamtStG) ersetzt. Seitdem sind größere Abweichungen vom ehemals weitgehend bundeseinheitlichen Recht möglich.