Regina Mingotti

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Anton Raphael Mengs: Regina Mingotti (1745)
Amalienstraße A 25 in Neuburg an der Donau, das letzte Wohnhaus von Regina Mingotti
Gedenktafel am Haus Amalienstraße A25

Regina Mingotti, geborene Regina Valentini (* 6. Februar 1722 in Neapel; † 1. Oktober 1808 in Neuburg an der Donau) war eine österreichisch-italienische Opernsängerin (Sopran). In den Libretti der Zeit wird sie auch häufig mit den Namen Caterina Mingotti bzw. Catharina Regina Mingotti aufgeführt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mingotti wurde als Tochter eines österreichischen Offiziers in Neapel geboren. Sie wuchs in einem Ursulinenkloster in Graz auf, wo sie ersten Gesangsunterricht durch die Äbtissin erhielt. Im Jahr 1747 heiratete sie den Impresario Pietro Mingotti, mit dessen Operntruppe sie im selben Jahr nach Dresden kam. Die Truppe spielte in einem von Angelo Mingotti, einem Bruder Pietros, 1746 erbauten hölzernen Opernhaus auf dem Gelände des Zwingers, das bereits 1748 abbrannte.

Mingotti wurde 1747 für die königliche Oper engagiert. Mit ihr war Christoph Willibald Gluck nach Dresden gekommen, dessen Oper La nozze d’Ercole e d’Ebe durch die Mingotti’sche Truppe auf der Pillnitzer Gartenbühne anlässlich der Hochzeit Friedrich Christians von Sachsen mit Maria Antonia Walpurgis aufgeführt wurde. Mingotti sang dabei den Part des Herkules. Mingotti, die 1748 bei Nicola Antonio Porpora Gesangsunterricht erhielt, galt zu dem Zeitpunkt als Nachfolgerin der Dresdner Primadonna Faustina Bordoni. Obwohl sie vorerst nur als zweite Sängerin engagiert wurde[1] kam es binnen kürzester Zeit zu erbitterten Streitigkeiten zwischen beiden Frauen, über welche in Briefen Pietro Metastasios und Johann Georg Pisendels Auskunft gegeben wird. Erst 1750 wurde der Zwist beigelegt, da Mingotti ein Jahr lang nach Neapel engagiert wurde. Nachdem Faustina Bordoni 1751 ihren Abschied von der Bühne genommen hatte, wurde Regina Mingotti in Dresden ihre Nachfolgerin als Primadonna.

Mingotti verließ Dresden im Jahr 1752 und ging von dort zunächst nach Madrid, wo der berühmte Kastrat Farinelli als Direktor der Oper und Verantwortlicher für höfisches Entertainment fungierte. Er soll von Mingottis Stimme so begeistert gewesen sein, dass er ihr fortan nicht gestattete, öffentlich aufzutreten, sondern diese Auftritte auf abendliche Konzerte vor dem schwermütigen König von Spanien beschränkte.[2] Aufgrund dieser Einschränkung reiste Mingotti 1754 nach Paris, dann nach London[2] und engagierte sich danach in verschiedenen italienischen Städten. Zehn Jahre später – 1763 – zog sie sich von der Bühne zurück. Nach Aufenthalten in München lebte sie bei ihrem Sohn Samuel Buckingham[3] in Neuburg an der Donau, wo sie 1807 als „verwitwete Königlich-sächsische Kommerzienrätin“ im Haus Amalienstraße A 25 verstarb.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Moritz Fürstenau: Zur Geschichte der Musik und des Theaters am Hofe der Kurfürsten von Sachsen und Könige von Polen Friedrich August I. (August II.) und Friedrich August II. (August III.). Verlagsbuchhandlung von Rudolf Kuntze, Dresden 1862, S. 251 ff. (Exemplar in der Google-Buchsuche).
  • Landeshauptstadt Dresden (Hrsg.): Frauen in Dresden. Dokumente, Geschichten, Porträts. Sächsisches Drucks- und Verlagshaus, Dresden 1994, S. 42 f.
  • Felix Joseph Lipowsky, Baierisches Musik-Lexikon, S.212ff
  • Michael Burden, Regina Mingotti: Diva and Impresario at the King's Theatre, London, Routledge, 2017, ISBN 135155171X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Regina Mingotti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zu dem ersten gemeinsamen Auftritt der beiden Sängerinnen kam es am 18. Juli 1748, als im Opernhaus am Zwinger das Dramma comico pastorale Filandro von Nicola Porpora zur Aufführung kam. Vgl. Fürstenau 1862, S. 250
  2. a b Paul Scudo: Regina Mingotti. In: Süddeutsche Musik-Zeitung. Jahrgang 12: Nr. 52 (28. Dezember 1863): S. 205–206. Exemplar in der Google-Buchsuche
  3. Wichtigste Lebensmomente der königl. baierischen Civil- und Militär-Bedienstigten dieses Jahrhunderts, Band 4, S.25