Regio-S-Bahn Donau-Iller

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S-Bahn Deutschland
Regio-S-Bahn Donau-Iller
S-Bahn Donau-Iller logo.png
Staat Deutschland
Verkehrs- /
Tarifverbund
DING
Linien 8 (geplant)
Stationen 110 (geplant)
Fernbahnhöfe 5
kleinste Taktfolge 30 min (geplant)
Bewohner im Einzugsbereich zirka 966.000 Einwohner

S-Bahnen in Deutschland

Die Regio-S-Bahn Donau-Iller ist eine mögliche S-Bahn im Verkehrs- und Tarifverbund DING (Donau-Iller-Nahverkehrsverbund) im Großraum Ulm und Neu-Ulm. Kernstück ist der Ulmer Hauptbahnhof, welcher als Drehkreuz zwischen den S-Bahnlinien, dem Regionalverkehr und dem Fernverkehr fungieren soll.

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Regionalverband Donau-Iller (RVDI) hat im November 2012 ein Konzeptpapier für den Aufbau eine S-Bahn in der Region vorgestellt. Dieses Konzept sieht acht Linien vor. Die Kosten für das als “Regio-S-Bahn Donau-Iller 202X” bezeichnete Projekt sollen sich auf 74 Mio. Euro für den Ausbau der Infrastruktur belaufen. Der Kosten-Nutzen-Faktor soll über 1,7 liegen. Die Verwirklichung soll in mehreren Phasen stattfinden.[1] Am 27. Dezember 2017 haben das Land Baden-Württemberg und die Stadt Ulm eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um den Ausbau der S-Bahn weiter voranzubringen. Die Stadt Ulm, der Alb-Donau-Kreis, der Landkreis Biberach und der Landkreis Heidenheim wollen gemeinsam mit der bayerischen Nachbarregion ein S-Bahn-System mit einheitlichen Bedienstandards sowie abgestimmten Anschlüssen etablieren. Dies soll barrierefreies Reisen und bequeme Umstiege auch auf andere Verkehrsmittel ermöglichen.[2] Es wird eine einheitliche Bahnsteighöhe von 55 Zentimetern angestrebt.

Verein „Regio-S-Bahn Donau-Iller“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. Dezember 2015 gründeten die im RVDI zusammen geschlossenen Land- und Stadtkreise sowie der Landkreis Heidenheim den Verein „Regio-S-Bahn Donau-Iller“. Sein Ziel ist es, die ersten Infrastrukturmaßnahmen des Projektes, wie der Bau von 30 Haltepunkten, zu koordinieren und umzusetzen.[3]

Fahrgastzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die S-Bahn sollen die Fahrgastzahlen im Schnitt um 33 % steigen.[1] Auf allen Strecken würden die Fahrgastzahlen um mindestens fünf Prozent zunehmen, teilweise werden diese um mehr als 50 Prozent – so auf der Donautalbahn – zunehmen. Auf der Süd- und Brenzbahn gäbe es teilweise Fahrgastzuwächse zwischen 25 und 50 Prozent. Damit würden auf der Filstal-, Süd- und Illertalbahn mehr als 6000 Fahrgäste täglich befördert.

Liniennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschlagene Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Laufweg befahrene Strecken(abschnitte)
Regio-S-Bahn Donau-Iller S1.png
Geislingen an der SteigeAmstettenUlm HauptbahnhofErbachLaupheim West – Laupheim Stadt – Biberach an der RißUmmendorf FilstalbahnSüdbahn
Regio-S-Bahn Donau-Iller S2.png
AalenOberkochenHeidenheim an der BrenzHerbrechtingenGiengenSontheim an der BrenzNiederstotzingenLangenau – Ulm Hauptbahnhof Brenzbahn
Regio-S-Bahn Donau-Iller S3.png
Sontheim an der Brenz – Langenau – Ulm Hauptbahnhof Brenzbahn
Regio-S-Bahn Donau-Iller S4.png
(Ulm Hauptbahnhof – Neu-UlmNersingen –) GünzburgKrumbach (Schwaben)MindelheimMemmingenTannheim Bahnstrecke Ulm–AugsburgMittelschwabenbahnBahnstrecke Buchloe–MemmingenBahnstrecke Leutkirch–Memmingen
Regio-S-Bahn Donau-Iller S5.png
Blaubeuren – Ulm Hauptbahnhof – Neu-Ulm – SendenWeißenhorn DonautalbahnIllertalbahnBahnstrecke Senden–Weißenhorn
Regio-S-Bahn Donau-Iller S6.png
Ulm Hauptbahnhof – Neu-Ulm – Senden – Illertissen – Memmingen – Tannheim IllertalbahnBahnstrecke Leutkirch–Memmingen
Regio-S-Bahn Donau-Iller S7.png
Ulm Hauptbahnhof – Erbach – Laupheim West – Biberach an der Riß – Ummendorf (– Bad SchussenriedAulendorf) Südbahn
Regio-S-Bahn Donau-Iller S8.png
Ulm Hauptbahnhof – Blaubeuren – SchelklingenEhingen (Donau)MunderkingenRiedlingen Donautalbahn

Bahnstrecken und Ausbaumaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnstrecke Senden–Weißenhorn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erste Ausbaustufe ging die Strecke nach Weißenhorn zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 als Regionalbahn in Betrieb. Die knapp zehn Kilometer lange Strecke zwischen Senden und Weißenhorn wurde im Sommer 2013 ertüchtigt und Anfang September 2013 wieder für den Güterverkehr freigegeben.[4] Die Züge verkehren vom Ulmer Hauptbahnhof über Neu-Ulm und Senden nach Weißenhorn. Neu eingerichtet wurden die Haltepunkte Wullenstetten, Witzighausen, Weißenhorn-Eschach und Weißenhorn Bahnhof. Die Fahrzeit zwischen den Endbahnhöfen liegt bei 25 Minuten. Die Züge verkehren stündlich,[5] langfristig wird in der Hauptverkehrszeit ein 30-Minuten-Takt angestrebt. Für Kosten in Höhe von ca. 10 Millionen Euro erwarben die Stadtwerke Ulm (SWU) die Strecke und ertüchtigten sie für 100 km/h. Sie richteten die neuen Haltepunkte ein, ebenso wurden Brücken erneuert und Bahnübergänge modernisiert.[6]

Südbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abschluss der Elektrifizierung der SüdbahnVorlage:Zukunft/In 3 Jahren sollen zwei S-Bahn- und zwei Interregio-Express-Linien auf dieser Strecke verkehren. Die S-Bahn-Linie S1 wird stündlich von Ummendorf über Biberach, Laupheim Stadt und Ulm Hauptbahnhof nach Geislingen pendeln. Vom Ulmer Hauptbahnhof nach Ummendorf über Laupheim West soll stündlich die Linie S7 verkehren. In der Hauptverkehrszeit wird diese bis Aulendorf verlängert. An dieser Strecke sollen die neuen Stationen Ummendorf und Biberach Nord angefahren werden.

Donautalbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Donautalbahn werden zukünftig die S-Bahnlinien S5 und S8 sowie eine Regional-Express-Linie verkehren. Die Züge der Linie S5 verkehren stündlich von Weißenhorn über Ulm nach Blaubeuren. Die Linie S8 verkehrt stündlich zwischen Ulm über Blaubeuren und Ehingen nach Obermarchtal. Diese Linie hält nicht zwischen Blaubeuren und Ulm. An der S-Bahnlinie S5 soll der neue Haltepunkt Klingenstein entstehen. An der S-Bahnlinie S8 und der RE-Linie sollen die neuen Haltepunkte Schelklingen Nord, Dettingen, Dintenhofen, Rottenacker, Unter- und Obermarchtal entstehen. Umsteigemöglichkeiten sollen am modernisierten Bahnhof Blaubeuren zwischen den S-Bahn-, Regional-Express- und Buslinien entstehen. Eine 2,85 Kilometer lange Strecke südlich von Ehingen soll zweigleisig ausgebaut werden.

Filstalbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Fernzüge ab 2020Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren über die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm verkehren werden, soll die Linie S1 von Ummendorf nach Geislingen verkehren. Hier soll es einen Anschluss an die Regionalbahn nach Stuttgart geben. Eine Regional-Express- und eine Interregio-Express-Linie sollen über die Filstalbahn in Richtung Stuttgart verkehren, eine weitere über die Neubaustrecke und den Stuttgarter Flughafen.

Brenzbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Brenzbahn soll weiterhin die Interregio-Express-Linie von Ulm nach Aalen verkehren. Die S-Bahn-Linie S3 wird zwischen Ulm und Langenau im Stundentakt verkehren, in der Hauptverkehrszeit wird diese bis Sontheim an der Brenz verlängert. Die Linie S2 wird stündlich zwischen Ulm und Aalen verkehren. Zwischen Aalen und Heidenheim an der Brenz wird eine Regionalbahnlinie eingerichtet.

Die Brenzbahn soll zwischen Bergenweiler und Sontheim an der Brenz (2,1 km) sowie zwischen Rammingen und Langenau (5,3 km) zweigleisig ausgebaut werden. Die Station Bergenweiler soll verlegt werden, eine neue S-Bahn-Station Ulm-Messe soll gebaut werden.

Illertalbahn und anschließende Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linie S5 wird auf der Illertalbahn zwischen Senden und Ulm Hauptbahnhof verkehren. Die Linie S6 wird stündlich zwischen Ulm und Buxheim über Senden, Illertissen und Memmingen verkehren. In der Hauptverkehrszeit wird die Linie S6 zwischen Illertissen und Ulm auf einen 30-Minuten-Takt erweitert. Eine stündliche Regional-Express-Linie verkehrt von Ulm über Illertissen und Memmingen nach Kempten (Allgäu).

Die Illertalbahn soll zwischen den Bahnhöfen Finningerstraße und Senden zweigleisig ausgebaut werden. Der Haltepunkt Gerlenhofen soll verlegt und die Stationen Senden Nord, Pless, Fellheim, Heimertingen, Memmingen-Amendingen, Memmingen-Klinikum und Buxheim sollen neu eingerichtet werden.

Mittelschwabenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linie S4 soll stündlich über die Mittelschwabenbahn von Günzburg über Krumbach (Schwaben) nach Pfaffenhausen verkehren, alle zwei Stunden wird sie über Mindelheim und Memmingen nach Tannheim verlängert. In der Hauptverkehrszeit verkehren die Züge bereits ab Ulm über Nersingen nach Günzburg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Regionalverband Donau-Iller (Hrsg.): Regio-S-Bahn Donau-Iller. Ergebnisse der Hauptstudie. Ulm, November 2012. (PDF-Datei, 0,1 MB).
  2. Land und Region wollen die Regio-S-Bahn Donau-Iller gemeinsam voranbringen. (baden-wuerttemberg.de [abgerufen am 27. Dezember 2017]).
  3. Verein 'Regio-S-Bahn Donau-Iller' gegründet. Stadt Ulm, 22. Dezember 2015, abgerufen am 31. Dezember 2015.
  4. „Bähnle“: Die Gleise sind saniert. (PDF; 171 kB) auf swu.de, abgerufen am 1. Oktober 2013.
  5. Regionalverkehr Ulm – Weißenhorn geht an DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee auf 3-loewen-takt.de, abgerufen am 1. Oktober 2013.
  6. Modernisierung der Strecke Senden-Weißenhorn für die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf swu.de, abgerufen am 1. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]