Region Donau-Iller

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Lage der Region Donau-Iller in Deutschland
Basisdaten
Bundesländer: Baden-Württemberg
und Bayern
Regierungsbezirke: Tübingen und Schwaben
Verwaltungssitz: Ulm
Fläche: 5.464,61 km²
(31. Dezember 2015)[1]
Einwohner: 1.001.569
(31. Dezember 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner/km²
Regionsgliederung: 2 Stadtkreise bzw. kreisfreie Städte und
5 Landkreise
Regionalverband
Verbandsvorsitzender: Heiko Schmid[2]
Verbandsdirektor: Markus Riethe
Adresse des Regionalverbands: Schwambergerstr. 35
89073 Ulm
Telefonnummer des Regionalverbands: 0731 17608-0
Website: Regionalverband
Donau-Iller
Karte

Region Donau-Iller Region Donau-Iller

Die Region Donau-Iller (RVDI) ist eine ländergrenzenüberschreitende Planungsregion und ein Regionalverband in Baden-Württemberg und Bayern. Sie umfasst den Stadtkreis Ulm, den Alb-Donau-Kreis und den Landkreis Biberach in Baden-Württemberg sowie die kreisfreie Stadt Memmingen, den Landkreis Günzburg, den Landkreis Neu-Ulm und den Landkreis Unterallgäu in Bayern.

Landkreis/
kreisfreie Stadt
Fläche (km²)
(31. Dezember 2015)
Bevölkerung
(31. Dezember 2017)
Verwaltungssitz
Baden-Württembergischer Teil
Stadtkreis Ulm 118,69 125.596 Ulm
Alb-Donau-Kreis 1.358,67 194.629 Ulm
Landkreis Biberach 1.409,75 198.265 Biberach an der Riß
Bayerischer Teil
Memmingen 70,14 43.470 Memmingen
Landkreis Günzburg 762,44 124.519 Günzburg
Landkreis Neu-Ulm[3] 515,86 172.546 Neu-Ulm
Landkreis Unterallgäu 1.230,06 142.544 Mindelheim
Region Donau-Iller 5.464,61 1.001.569 Ulm

Laut einer Umfrage der Zeitschrift stern im Jahre 2003 beantworteten 85 % der Bewohner in der Region Donau-Iller die Frage „Sind Sie zufrieden mit dem Leben an Ihrem Wohnort?“ mit „Ja“. Sie liegen damit bundesweit auf Platz 2 der zufriedensten Deutschen, hinter den niedersächsischen Oldenburgern.

Regionalplanung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Region mit namensgebenden Flüssen, Landkreisgrenzen, sowie Ober- und Mittelzentren

Als Träger der Regionalplanung in der Region Donau-Iller wurde zum 1. Januar 1973 durch Staatsvertrag zwischen den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern auf der Grundlage entsprechender Landesgesetze der Regionalverband Donau-Iller als Körperschaft des öffentlichen Rechts eingerichtet. Er war der erste länderübergreifende Verband seiner Art in Deutschland und ist als solcher bis heute einer von insgesamt 12 Regionen/Regionalverbänden in Baden-Württemberg bzw. 18 regionalen Planungsverbänden in Bayern. Die Landräte der Mitgliedskreise, die Oberbürgermeister der Städte Ulm, Memmingen und Günzburg, sowie jeweils ein Abgeordneter pro 20.0000 Einwohner eines Landkreises sind automatisch Mitglieder der Verbandsversammlung. Der Sitz des Regionalverbands Donau-Iller und die Geschäftsstelle befinden sich in Ulm.

Ein wesentliches Instrument der Regionalplanung ist der Regionalplan, der ein mittelfristiges Entwicklungskonzept und die Leitlinien der künftigen räumlichen Entwicklung für die Region Donau-Iller enthält. Die Ziele der Raumentwicklung werden darin rechtsverbindlich, zum Beispiel durch die Ausweisung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten, festgelegt.[4] Der Regionalplan wird in größeren zeitlichen Abständen fortgeschrieben. Zurzeit befindet sich der Entwurf von 2019 in der Anhörungsphase.[5]

Raumplanung (Baden-Württemberg)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im baden-württembergischen Teil der Region bildet Ulm (zusammen mit Neu-Ulm) ein Oberzentrum. Es existieren die folgenden Mittelbereiche:

Raumplanung (Bayern)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im bayerischen Teil der Region gibt es neben dem Doppelzentrum Ulm/Neu-Ulm als weitere Oberzentren Memmingen und Günzburg/Leipheim. Es existieren ferner folgende Mittelzentren, denen im Landesentwicklungsprogramm Bayern jedoch keine Mittelbereiche mehr explizit zugewiesen sind:

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radschnellwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Beschluss der Verbandsversammlung vom 10. Dezember 2019 gab der Regionalverband eine Potenzialanalyse zur Untersuchung der Machbarkeit von Radschnellwegen in der Region in Auftrag. Hierbei wurden Achsen bestimmt entlang derer sogenannte Radschnellwege entwickelt werden sollen. Diese sollen eine weitere verkehrspolitische Alternative zu Individualverkehr und ÖPNV darstellen und orientieren sich am Vorbild der Autobahnen. Bestehende Radwege sollen verkehrgerecht ausgebaut und verbreitert werden sowie neue Radwege gebaut werden.

Regio-S-Bahn Donau-Iller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Besserung An- und Verbindung der Region beauftragte der RVDI am 24. November 2009 eine Machtbarkeitsstudie zur Schaffung eines S-Bahn Netzes für die Region. Von 2014 bis 2016 wurde ein regionales Zielkonzept erarbeitet. Dazu wurde im September 2015 die Regio-S-Bahn Donau-Iller gegründet. Mitglieder des Vereins sind zusätzlich zu den Mitglieder des RVDI der Landkreis Heidenheim, der Ostalbkreis und die Stadt Geislingen an der Steige. Angestrebt werden eine höhere Taktung im ÖPNV sowie die Erschließung und Reaktivierung neuer Haltestellen. Zentraler Knotenbahnhof für die Regio-S-Bahn soll der Hauptbahnhof Ulm werden. Der Gesamtkostenrahmen wird auf 700 Millionen Euro geschätzt, wovon ein Großteil durch Zuschüsse des Bundes und der Länder finanziert werden soll. Seit Dezember 2020 werden mit der RS7 (Ulm-Memmingen) und der RS71 (Ulm-Weißenhorn) zwei der zehn geplanten Linien bereits unter der neuen Firmierung geführt. Die restlichen Linien sollen bis 2030 in Betrieb genommen werden.

Geplante S-Bahn mit Haltestellen
Linie geplante Linienführung Name
RS2 Ulm HbfBiberachAulendorf Südbahn
RS21 Ulm HbfLaupheimBiberachUmmendorf Südbahn ü. Laupheim
RS3 Ulm HbfEhingen (Donau)Riedlingen Donaubahn
RS4 Ulm HbfGeislingen a.d. Steige Filstalbahn
RS5 Ulm HbfLangenauHeidenheimAalen Brenzbahn
RS51 Ulm HbfLangenau Brenzbahn
RS7 Ulm HbfNeu-UlmIllertissenMemmingen – Buxheim Illertalbahn
RS71 Ulm HbfNeu-UlmWeißenhorn Illertalbahn
RS8 Ulm HbfNeu-UlmLeipheimGünzburg Donautalbahn
RS81 GünzburgKrumbachMindelheimMemmingen – Buxheim Mittelschwabenbahn

Verbandsvorsitzende des Regionalverbands Donau-Iller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verbandsvorsitzende ist Vorsitzender der Verbandsversammlung und der Ausschüsse. Er vertritt den Verband, leitet die Verbandsversammlung und erledigt die Geschäfte der laufenden Verwaltung. Er bereitet die Sitzungen der Verbandsversammlung und der Ausschüsse vor und vollzieht deren Beschlüsse. Der Verbandsvorsitzende wird abwechselnd aus der Mitte der baden-württembergischen und der bayerischen Vertreter gewählt.

Verbandsdirektoren des Regionalverbands Donau-Iller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1973–1978: Ernst Ludwig
  • 1978–1997: Klaus Remmele
  • 1998–2002: Joachim Strauß
  • 2002–2008: Julian Osswald
  • seit 2008: Markus Riethe

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Region in Zahlen. Regionalverband Donau-Iller, 19. Oktober 2018, abgerufen am 10. Juni 2020.
  2. Regionalverband wählt neuen Verbandsvorsitzenden. (Nicht mehr online verfügbar.) Regionalverband Donau-Iller, 26. Juni 2018, archiviert vom Original am 17. August 2018; abgerufen am 19. Oktober 2017.
  3. Die Kreisstadt Neu-Ulm hat Mitte 2017 den Austritt aus dem Landkreis Neu-Ulm in die Wege geleitet. Der Nuxit wird bis etwa 2020 wirksam und Neu-Ulm damit zu einer kreisfreien Stadt.
  4. Regionalplan. Gesamtfortschreibung des Regionalplans Donau-Iller. Entwurf zur Anhörung gemäß Beschluss der Verbandsversammlungvom 23.07.2019. (PDF) Regionalverband Donau-Iller, 23. Juli 2019, abgerufen am 10. Juni 2020.
  5. Informationen zur Fortschreibung des Regionalplans. Regionalverband Donau-Iller, 17. Januar 2020, abgerufen am 10. Juni 2020.