Region Primorje

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Subjekt der Russischen Föderation
Region Primorje
Приморский край
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Ferner Osten
Fläche 164.673 km²[1]
Bevölkerung 1.956.497 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 12 Einw./km²
Verwaltungszentrum Wladiwostok
Offizielle Sprache Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (88,9 %)
Ukrainer (4,5 %)
Koreaner (0,86 %)
(Stand: 2002)
Gouverneur Wladimir Mikluschewski (kommissarisch)
Gegründet 20. Oktober 1938
Zeitzone UTC+10
Telefonvorwahlen (+7) 423xx
Postleitzahlen 690000–692999
Kfz-Kennzeichen 25, 125
OKATO 05
ISO 3166-2 RU-PRI
Website www.primorsky.ru
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Über dieses Bild

Koordinaten: 45° 30′ N, 135° 0′ O

Küstenlandschaft in der Primorje (Baklan-Bucht)
Herbst im südlichen Sichote-Alin-Gebirge

Die Region Primorje (russisch Приморский край/ Primorski krai) ist ein Verwaltungsgebiet (Krai) in Russland. „Primorje“ bedeutet „am“ beziehungsweise „vor dem Meer gelegen“ und bezieht sich auf die Lage der Region.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region liegt im äußersten Südosten Russlands am Japanischen Meer. Sie grenzt an China und Nordkorea und an die Region Chabarowsk im Norden. Die Oberfläche der Region ist gebirgig, sie wird großteils vom Sichote-Alin-Gebirge eingenommen, mehr als 80 % sind bewaldet. Es gibt zahlreiche kurze Flüsse, der längste ist der Ussuri, der auch die Grenze zu China bildet. Auf beiden Seiten der Grenze liegt der rund 4.000 km² große Chankasee.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steigende Sterberaten und sinkende Geburtenzahlen haben, wie in vielen anderen russischen Regionen, zu einem Rückgang der Bevölkerungszahl geführt. Die Bevölkerung verteilt sich sehr ungleichmäßig, ein Drittel der Region ist unbesiedelt. Die Bevölkerung besteht zum Großteil aus Russen, in den Städten finden sich auch Russlanddeutsche, Tataren und Koreaner. Die indigene Bevölkerung (unter anderem Nanaier, Udehe und Oroken) nimmt weniger als 1 % ein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorrussische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paläosibirische Völker besiedelten das Gebiet seit mindestens 30.000 Jahren. In geschichtlicher Zeit gehörte das Gebiet zunächst zu Goguryeo, einem koreanischen Staat. 698 entstand der koreanisch-mandschurische Staat Balhae (Bohai) auf dem Gebiet, dieser existierte bis 936. Im 11. und 12. Jahrhundert bestand das Reich der Jurchen. Zu dieser Zeit entstanden Handelsbeziehungen nach China, Japan und Korea. Im Anschluss daran geriet die Region in Vergessenheit.

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Russen kamen im 17. Jahrhundert, in größerem Ausmaß jedoch erst nach 1860, als die russisch-chinesische Grenze entlang der Flüsse Amur und Ussuri festgelegt wurde. Im gleichen Jahr wurde Wladiwostok (auf Deutsch „Beherrsche den Osten“) gegründet, und bis 1917 waren rund 250.000 Siedler in die Region gekommen, was durch die Transsibirische Eisenbahn erleichtert wurde.

Sowjetunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Russischen Bürgerkrieg wurde die Region als letzter Teil Russlands von den Bolschewiki eingenommen[3]:

  • 29. November 1917 Übernahme der Macht durch die Sowjets in Wladiwostok
  • April 1918 Landung der Japaner in Wladiwostok, die die Sowjetherrschaft beseitigen
  • August 1918 Landung von Entente-Truppen in Wladiwostok, die Koltschak unterstützen
  • 1920 Gründung der prosowjetischen Fernöstlichen Republik, die auch Anspruch auf Wladiwostok erhebt
  • April 1920 Abzug der Entente-Truppen nach der Vernichtung von Koltschak
  • 1921 Gründung der Küstenrepublik durch die japanischen Besatzer
  • Oktober 1922 Abzug der Japaner und Auflösung der Küstenrepublik
  • November 1922 Anschluss der Fernöstlichen Republik an die Sowjetunion
  • Dezember 1922 Einmarsch der Roten Armee in Wladiwostok

Die Region Primorje wurde 1938 gegründet. Wegen der strategischen Bedeutung als Heimathafen der sowjetischen Pazifikflotte wurde die Stadt Wladiwostok nach dem Zweiten Weltkrieg „geschlossen“, erst seit dem Ende der Sowjetunion durften wieder Ausländer hierher.

Verkehr und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wladiwostok endet die Transsibirische Eisenbahn nach 9288 Kilometern Fahrt ab Moskau. Daneben gibt es auch Verbindungen nach China (Harbin). Wirtschaftliche Bedeutung haben der Kohlebergbau, die Nahrungsmittelindustrie, insbesondere der Fang und die Weiterverarbeitung von Fisch, der Maschinenbau (darunter Flugzeugbau und Rüstungsindustrie) und die Holzindustrie.

Verwaltungsgliederung und Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region sich in 22 Rajons und 12 Stadtkreise. Zwei der Stadtkreise (Bolschoi Kamen und Fokino) sind zugleich „geschlossene Städte“ (SATO).

Weitere Großstädte der Region neben ihrem Verwaltungszentrum Wladiwostok sind Ussurijsk, Nachodka und Artjom. Insgesamt gibt es in der Region 12 Städte und 28 Siedlungen städtischen Typs.

Größte Städte
Name Russisch Einwohner
14. Oktober 2010[2]
Wladiwostok Владивосток 592.034
Nachodka Находка 159.719
Ussurijsk Уссурийск 158.004
Artjom Артём 102.603
Arsenjew Арсеньев 56.750

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Region Primorje – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Atlas zur Geschichte (DDR) 2, Haack, 1982 Gotha, S. 3