Regionalmanagement

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Unter Regionalmanagement versteht man einerseits die Steuerung von auf regionalen Planungen basierenden Entwicklungsprozessen, als auch mit dieser Aufgabe betraute juristische Personen oder Personengruppen. Das entsprechende Berufsbild heißt Regionalmanager.

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regionalmanagement hat den Anspruch eine Dienstleistungsfunktion als Ideengeber, Berater, Moderator und Promotor zu übernehmen. Es ist querschnitts- und in Verbindung mit dem Projektmanagement auch umsetzungsorientiert.[1]

Unterschiedliche Interessen, vertreten durch z. B. Umwelt- und Wirtschaftsverbände sowie auch die Bürger selbst, sollen in den Planungs- und Entscheidungsprozess einbezogen werden. Ein regionales Entwicklungskonzept, das meist der wichtigste Bestandteil eines Regionalmanagements als Maßnahmenpaket ist, wird anhand konkreter Projekte umgesetzt und ist Grundlage der weiteren Entwicklungen in der Region. Hierbei wird vorwiegend mit Fördermitteln von Bund, Ländern und der EU gearbeitet. Innerhalb eines regionalen Entwicklungsprozesses sollen die Rahmenbedingungen der Region als Wirtschafts-, Lebens und Urlaubsregion gestaltet werden.

Als Handlungsfelder werden genannt:

  • Profilbildung
  • Schaffung bzw. Stärkung regionaler wirtschaftlicher Netzwerke
  • Wirtschaftsfreundliches Klima
  • Schaffung gründerfreundlicher Strukturen
  • Zusammenarbeit mit anderen Wirtschaftsregionen
  • Brancheninitiativen/Kooperationsanbahnung
  • Bildung/Forschung
  • Familien im Landkreis
  • Tourismusunabhängige Freizeiteinrichtungen
  • Verkehrskonzept
  • Stärkung der Tourismus-Destination[2]

Die „Profilbildung“ kann bis zur Schaffung einer regionalen Marke gehen, wie dies z. B. im Landkreis Nürnberger Land geplant war.[3]

„Regionale Netzwerke“ können dazu dienen, gemeinsame Ziele der Beteiligten zu verwirklichen wie Standortsicherung, Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Stärkung der Wirtschaft in der gesamten Region.[4] Wichtig ist es auch, Fach- und Führungskräfte für die Region zu gewinnen und in der Region zu halten.[5]

Vom Prinzip her gibt es zwei Möglichkeiten der Organisation eines Regionalmanagements, die dann jeweils verschiedene Ausformungen besitzen:

  • additiv: das Regionalmanagement kommt als neues Instrument hinzu. So beauftragte z. B. der Landkreis Osterode das Planungsbüro „KoRiS – Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung“ in Kooperation mit der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) mit dem Regionalmanagement.[6]
  • integrativ: das Regionalmanagement ist nicht eigenständig, sondern durchläuft als eine Art Philosophie alle bestehenden klassischen Instrumente der Raumordnung.

Fördermöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EU fördert den Aufbau von Regionalkonzepten seit 1991 im Rahmen des LEADER-Programmes. Auch aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) können Mittel bezogen werden. Ländliche Räume können auch Mittel beziehen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK).[7]

Studienmöglichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundständige Studiengänge, die zu einem ersten akademischen Abschluss führen, sind der an der Hochschule Zittau/Görlitz angebotene Bachelorstudiengang „BWL mit der Vertiefung Regionalmanagement“, der Bachelorstudiengang „Nachhaltiges Regionalmanagement“ an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, der Bachelorstudiengang „Regionalmanagement“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde oder der Bachelorstudiengang „Stadt- und Regionalmanagement“ an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Salzgitter.[8]

Als aufbauende Studiengänge werden beispielsweise der Masterstudiengang „Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung“ der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen, der MBA-Studiengang „Regionalmanagement“ der Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf sowie der Masterstudiengang „Tourism and Regional Planning – Management and Geography“ der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt angeboten.

Für Quereinsteiger und Berufspraktiker bietet das Europäische Institut für Postgraduale Bildung (EIPOS), ein An-Institut der TU Dresden, jährlich eine akademische Fachfortbildung zum Regionalmanager und Regionalberater.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tobias Chilla, Olaf Kühne, Markus Neufeld: Regionalentwicklung. Stuttgart 2016, utb.
  2. Regionalmanagement im Landkreis Miesbach (Memento vom 10. Juli 2014 im Webarchiv archive.today)
  3. Marke Nürnberger Land (Memento vom 10. Juli 2014 im Webarchiv archive.today)
  4. Website der FH Ostfalia, abgerufen am 6. Juli 2014
  5. Website der Zukunftsregion Passau, abgerufen am 6. Juli 2014
  6. Regionalmanagement & Projektberatung (Memento vom 10. Juli 2014 im Webarchiv archive.today), Website Landkreis Osterode
  7. Netzwerk Ländliche Räume, abgerufen am 6. Juli 2014
  8. Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften: Bachelorstudiengang "Stadt- und Regionalmanagement". Abgerufen am 23. April 2019.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Bühler: Organisation, Ressourcen und Finanzierung des Regionalmanagements. In: Stiftung Naturschutzfonds beim Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum Baden-Württemberg, Stuttgart 2004, ISSN 1430-984X
  • Josef Bühler: Aktives privates Kapital für die Regionen erschließen: Instrumente und Beispiele. Neue Strategien in der Regionalentwicklung. Euregia-Verlag, Aulendorf 2009, 2. Auflage, ISBN 978-3-939361-03-9
  • Tobias Chilla, Olaf Kühne, Markus Neufed: Regionalentwicklung. Stuttgart 2016, utb. ISBN 9783825245665.
  • Martin Heintel: Regionalmanagement in Österreich – Professionalisierung und Lernorientierung. Wien 2005: Institut für Geographie und Regionalforschung (=Abhandlungen zur Geographie und Regionalforschung, Band 8), ISBN 3-900830-56-8.
  • Stephan Löb: Problembezogenes Regionalmanagement. Dortmunder Verlag für Architektur, Bau- und Planungsliteratur. Dortmund 2006, ISBN 3-929797-97-6
  • Stephan Löb: Regionalmanagement. In: Akademie für Raumforschung und Landesplanung (Hrsg.): Handwörterbuch der Raumordnung. 4. Auflage, Hannover 2005, ISBN 3-88838-555-5