Rehehausen

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Ansicht aus südöstlicher Richtung

Rehehausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Lanitz-Hassel-Tal im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rehehausen liegt südlich von Bad Kösen in unmittelbarer Nähe von Hassenhausen und nördlich des Ortsteils Sonnendorf der Stadt Bad Sulza in einer muldenartigen Vertiefung nach der nördlichen Etage des Saaletals bei Großheringen. Der südliche Ortsrand liegt nur 30 Meter der Grenze zu Thüringen.

Der Ort hat 169 Einwohner (Stand: August 2006).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde der Ort am 27. Januar 1074 als Rugehusen erwähnt.[1] 1277 folgte die Bezeichnung Rogehusen, 1525 dann Rehawsen, 1551 wurde Regehusen daraus. Wie es zu der heutigen Schreibweise Rehehausen kam, ist nicht belegt.

Ein befestigter fränkischer Edelsitz bildete nach der Gründung den Mittelpunkt des Ortes. Über die alte Poststraße, einem alten Heerweg (auch Königsweg oder Frankenweg genannt) waren die Franken in das Gebiet gelangt. Die Franken sollen ostgermanische Rugier angesiedelt haben. Es entstand zu beiden Seiten des bestehenden Baches ein Reihendorf, das an einer Seite hufeisenförmig abschließt. 1074 kam der Ort durch ein Tauschgeschäft von Heinrich IV. an seinen Vasallen Ritter Boto. So kam es auch zur ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes. In manchen Quellen wird im 13. Jahrhundert ein Adelsgeschlecht von Rockhausen erwähnt, dass seine Namensgebung dem Ort anlehnte. Dies ist aber nur vage und unsicher, da hier ebenfalls über den Ort Rockhausen in Thüringen ähnliche Informationen vorliegen. 1268 wird der erste Pfarrer in Rehehausen genannt, Mathias, plebanus de Rugehuse (siehe auch Rockhausen (Adelsgeschlecht)). 1298 wurde die Stammburg mit Gericht, Mühle, Wald und Weiden von Berthold von Rogehusen aus Not an das Kloster Pforta verkauft. Zum verkauften Gebiet gehörte auch die Hälfte des Dorfes, die im Besitz seines Neffen war. 1540, nachdem das Kloster Pforta geschlossen wurde, wurde das kursächsische Amt Pforta gebildet,[2] zu dem der Ort darauffolgend gehörte. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Rehehausen zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Naumburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem der Ort bis 1944 gehörte.[3]

Am 1. Juli 1950 wurde Rehehausen nach Taugwitz eingemeindet. Am 1. Juli 2009 ging dieses in der neu gebildeten Gemeinde Lanitz-Hassel-Tal auf.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Rehehausen

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Dorfkirche Rehehausen

Über die frühere Dorfkirche, die im 18. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgerissen wurde, ist kaum etwas bekannt. Die heutige Dorfkirche von Rehehausen wurde 1789 geweiht und ist eine barocke Saalkirche mit Spiegeldecke, Emporen und Kanzelaltar. Der Westturm wurde 1842 erbaut. In der Kirche steht ein wertvoller spätbarocker Orgelprospekt. Im Turm befindet sich eine Barock-Glocke, die 1684 von Hans Beyer in Weimar gegossen wurde und mit Reliefschmuck versehen ist.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rehehausen feiert jährlich drei große Dorffeste. Das erste Fest im Jahr, das Mai-Feuer, findet immer am 30. April statt. Im Juli bzw. August feiert der Ort jährlich sein großes Dorffest. Im Herbst feiert man das Erntedankfest der Kirchgemeinde. Jährlich am 23. Dezember findet das Glühweinfest statt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 373
  2. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 34f.
  3. Orte des preußischen Landkreises Naumburg im Gemeindeverzeichnis 1900

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rehehausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 6′ 50″ N, 11° 38′ 31″ O