Rehetobel

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Rehetobel
Wappen von Rehetobel
Staat: Schweiz
Kanton: Appenzell Ausserrhoden AR
Bezirk: ehemaliger Bezirk Vorderlandw
BFS-Nr.: 3034i1f3f4
Postleitzahl: 9038
Koordinaten: 754221 / 254848Koordinaten: 47° 25′ 35″ N, 9° 28′ 58″ O; CH1903: 754221 / 254848
Höhe: 953 m ü. M.
Fläche: 6,75 km²
Einwohner: 1725 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 256 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
10,6 % (31. Dezember 2014)[2]
Website: www.rehetobel.ch
Rehetobel

Rehetobel

Karte
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Rehetobel (alemannisch Rechtobel) ist eine politische Gemeinde im Vorderland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rehetobel ist nach Schwellbrunn und Wald die dritthöchstgelegene Gemeinde des Kantons. Der Ort liegt zwischen St. Gallen (von dort etwa 20 Autominuten) und Heiden, die durch eine Postautolinie verbunden sind. Weiter südlich liegen Wald und Trogen. Der tiefste Punkt ist die Achmüli mit 610 m ü.M., der höchste Punkt ist der Kaienspitz mit 1120 m ü.M..

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1'732 Einwohner von Rehetobel setzen sich wie folgt zusammen (Stand: 31. Dezember 2014):[2]

Konfessionen:

  • evangelisch-reformiert: 49.5 %
  • römisch-katholisch: 26,4 %
  • andere / ohne: 24.1 %

Geschlechter:

  • weiblich: 51 %
  • männlich: 49 %
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1980 1416
2000 1742
2004 1786
2010 1703
2014 1732

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. August 1669 wurde die Rehetobler Kirche nach einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren fertiggestellt. Der Bau der Kirche machte Rehetobel unabhängig von den Kirchengemeinden in Trogen und in Herisau.

Dorfbrand 1796[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der damals dort ansässige Pfarrer Johannes Lutz hat – entgegen seiner Gewohnheit – den Dorfbrand in keinem Bericht in den von ihm nachgeführten Büchern erwähnt. Einzig folgender Satz blieb erhalten: «Anno 1796 den 9. April nachmittags war eine schreckliche Feuersbrunst oben im Dorf in einem Backenhaus entstanden, da ob der Kirche alle Häuser abgebrannt und die Kirche wurde wie durch ein Wunder Gottes gerettet.».

Durch spätere Untersuchungen fand man heraus, dass zur Brandzeit ein «relativ starkes» Erdbeben wütete und so den Backofen des Bäckerhauses beschädigte. Ein starker Nordwestwind trug dazu bei, dass das Feuer schnell umliegende Häuser angriff. Insgesamt gingen elf Häuser und neun Nebengebäude in Flammen auf.

Dorfbrand 1890[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. Juni 1890 brach nach 18 Uhr in den beiden zusammengebauten Häusern von Leonhard Rohner und Konrad Tanner im Dorf Feuer aus, das durch den starken Südwestwind sogleich auf das gegenüber stehende Pfarrhaus, auf das Haus der Witwe Egger und das Spritzenhaus übertragen wurde.

Kurze Zeit später griff das Feuer auch auf die Kirche über, die bald lichterloh brannte und deren erst vier Jahre zuvor renovierter Turm bald Feuer fing. Um 21 Uhr stürzte dann der Turm zusammen und nur das Gemäuer und das erst vier Jahre alte Gebäude blieb dank des eisernen Glockenstuhls stehen. Die Glocken wurden jedoch unbrauchbar und mussten neu gegossen werden.

Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Rehetobel erscheint in den Urkunden im Vergleich zu den Gemeinden in der Umgebung relativ spät, 1463 in einem Stiftungsbrief der Kirche in Trogen. Die Urkunde erwähnt Güter, welche an Wald, an das Reh Tobel und an das Troger Tobel stossen. Ein weiteres Gut an der Nasen grenzt ebenfalls an das Reh Tobel.

Der Name Rehetobel bezeichnet demnach ursprünglich lediglich das Waldtobel unterhalb des Rechbergs, das Moosbachtobel. Dieses wurde vom Rechberg aus benannt und Rehetobel ist daher eine Abkürzung aus Rechbergtobel. In der noch gebräuchlichen Mundartform Rechtobel ist der althochdeutsche Tiername Réh vor dem anschliessenden Konsonanten zu rech verändert worden, ähnlich wie bei Rechberg oder Rechstein. Man vermutet dass Rehetobel zwischen 1000 und 1300 besiedelt wurde.

Gastronomie und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rehetobel auf einer Tuschfederzeichnung, ca. 1830

Man kann im Gupf (auf einem Hügel, dem Gupf nordöstlich vom Dorf) und in weiteren Restaurants speisen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Sammlung historischer Fahrräder mit Objekten aus zwei Jahrhunderten, vom Beginn des Zeitalters des Fahrrades bis in die Gegenwart kann im Velomuseum Rehetobel angeschaut werden. Das Velomuseum ist auch ein Erlebnismuseum; mit den antiken Fahrrädern können kleinere und grössere Touren unternommen werden.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Band 3: Der Bezirk Vorderland. Birkhäuser, Basel 1981, ISBN 3-7643-1251-3. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 72.) S. 23–70.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 11. April 2016.
  2. a b Gemeinde in Zahlen. Abgerufen am 11. November 2015.