Reial Acadèmia de Ciències i Arts de Barcelona

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Der Sitz der Reial Acadèmia de Ciències i Arts de Barcelona auf der Ramblas No. 115 in Barcelona
Das zur Reial Acadèmia de Ciències i Arts de Barcelona gehörende Fabra Observatorium auf dem Tibidabo in Barcelona

Die Reial Acadèmia de Ciències i Arts de Barcelona (abgekürzt RACAB, Königliche Akademie der Wissenschaften und Künste von Barcelona) ist eine katalanische Wissenschafts- und Kunstakademie in Barcelona. Die Akademie hat heute ihren Sitz auf der Rambla No. 115 in Barcelona in einem von dem Architekten Josep Domènech i Estapà 1894 erbauten Gebäude.

Geschichte der Reial Acadèmia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Akademie wurde am 18. Januar 1764 unter dem Namen Conferència Fisicomatemàtica Experimental gegründet. Ihr erster Präsident war Frances Subiràs, der erste Sekretär Joan Antoni Desvalls i d’Ardena, Markgraf von Lluipià (Rousillon). Zu Beginn umfasste die Akademie 16 Mitglieder. Die ersten Versammlung fanden in den hinteren Räumen einer Barceloneser Apotheke statt. Später zog man in eine Mansarde in der Carrer de la Boqueria um. Hier richtete man ein Experimental-Kabinett mit zahlreichen Instrumenten ein.

Im Dezember 1765 reorganisierte man die Akademie und änderte den Namen auf Reial Conferència Física. Man gab sich neue Statuten. Der jeweilige Generalkapitän von Katalonien war Präsident der Gesellschaft. Das Tätigkeitsfeld wurde auf alle Naturwissenschaften und auf den Fortschritt in den nützlichen Künsten erweitert. Es wurden zahlreiche neue Sektionen eingerichtet wie: Algebra, Geometrie, Statik, Hydrostatik, Elektrizität, Magnetismus, Optik, Pneumatik, Akustik, Naturgeschichte, Botanik, Chemie, Landwirtschaft. 1770 erhob Karl III. von Spanien die Institution in den Rang einer königlichen Akademie, der Reial Acadèmia de Ciències Naturals i Arts. 1892 wurde der Name zu Reial Acadèmia de Ciències Naturals i Arts de Barcelona angepasst. 1796 bezog die Akademie einen Teil des Gebäudes der Rambla dels Estudis, das zuvor den Jesuiten gehört hatte. Dieses Gebäude wurde 1887 durch Josep Domènech i Estapa umgebaut und modernisiert.

Da Barcelona keine Universität hatte, ja eine akademische Lehr- und Ausbildungstätigkeit dort untersagt war, wurden an der Reial Acadèmia physikalische und naturwissenschaftliche Seminare abgehalten. Das Niveau dieser Seminare wurde mit den Jahren hoch anspruchsvoll. 1770 führte Joan Pau Canals erste wissenschaftliche Arbeiten über roten Farbstoff durch. Später entwickelte Francesc Carbonell darauf aufbauend die Kenntnisse zum Farbstoff Türkischrot, auch Adrianopelrot genannt, ein Wissen, das die Türken als Industriegeheimnis zu schützen gesucht hatten. 1790 hielt Antoni Martí i Franquès Vorlesungen zum Anteil von Sauerstoff in der Luft gemäß den Gesetzen von Lavoisier. 1795 präsentierte Francesc Salvà i Campillo die Theorie des elektrischen Telegrafen.[1] 1890 präsentierte Francesc Xavier de Bolòs den Vulkanismus der Garrotxa und der Gegend um Olot.[2]

Veröffentlichungen und aktuelle Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Akademie gab im 18. und 19. Jahrhundert zahlreiche Monographien heraus. 1835 begann man mit der regelmäßigen Publikation der Memorias. In dieser Reihe wurden circa 800 Arbeiten publiziert, die den wissenschaftlichen Fortschritt über eineinhalb Jahrhunderte in Barcelona reflektieren. Ab 1840 gab man die Reihe Boletín (Bulletin) heraus. Stand 2014 hat die Akademie 75 feste Mitglieder aus sieben verschiedenen Sektionen: 1. Mathematik und Astronomie, 2. Physik, 3. Chemie, 4. Geowissenschaften, 5. Biologie, 6. Technologie, 7. Künste. 1986 beteiligte sich die Akademie an der Errichtung der seismologischen Station in Font Martina im Massiv von Montseny. 2010 war man in Gemeinschaft mit dem Real Instituto y Observatorio de la Armada (ROA) de Cadis und der Universität Barcelona Projektbeteiligter bei der Errichtung des Teleskops von Montsec (Telescopi Fabra-Roa al Montsec) allerneuester Technologie. Im Jahr 2014 erhielt die Akademie das Creu-de-Sant-Jordi der Generalitat de Catalunya für 250 Jahre herausragender wissenschaftlicher Forschung.

Wissenschaftler der Reial Acadèmia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere bedeutende Wissenschaftler, die aus der Reial Acadèmia de Ciències i Arts hervorgingen, waren:

Präsidenten der Reial Acadèmia[4][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Conferencia Phisico-Mathematica Experimental[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Real Conferencia Física[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reial Acadèmia de Ciències i Arts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Enciclopèdia Catalana: Acadèmia de Ciències i Arts de Barcelona, Reial. In: Gran enciclopèdia catalana. 2. Auflage 5. Nachdruck 1992. Band 1. Enciclopèdia catalana, Barcelona 1987, ISBN 84-85194-82-9, S. 99 (katalanisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reial Acadèmia de Ciències i Arts de Barcelona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Bemerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ieee: Francesc Salvà i Campillo: Theorie des Telegrafen. Abgerufen am 28. Februar 2018 (englisch).
  2. Siehe hierzu den Artikel Naturschutzpark Vulkane der Garrotxa.
  3. Josep Risueño (Reusdigital.cat): Una mica de llum a la història de l'electricitat a Reus. 24. Februar 2012, abgerufen am 1. März 2018 (katalanisch).
  4. RACAB: Gallerie der Präsidenten. Abgerufen am 3. März 2018 (katalanisch).