Reichenbach (Landkreis Kronach)

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Wappen Deutschlandkarte
Reichenbach (Landkreis Kronach)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Reichenbach hervorgehoben

Koordinaten: 50° 26′ N, 11° 25′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Verwaltungs­gemeinschaft: Teuschnitz
Höhe: 610 m ü. NHN
Fläche: 8,66 km2
Einwohner: 650 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96358
Vorwahl: 09268
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 166
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 32
96358 Reichenbach
Website: www.reichenbach-kronach.de
Erste Bürgermeisterin: Karin Ritter[2] (SPD)
Lage der Gemeinde Reichenbach im Landkreis Kronach
Langenbacher ForstBirnbaum (gemeindefreies Gebiet)Landkreis CoburgLandkreis HofLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsThüringenLudwigsstadtWeißenbrunnMarktrodachTettau (Oberfranken)SchneckenloheMitwitzKüpsNordhalbenWilhelmsthalTschirnTeuschnitzSteinbach am WaldReichenbach (Landkreis Kronach)WallenfelsStockheim (Oberfranken)SteinwiesenPressigKronachKarte
Über dieses Bild

Reichenbach ist eine Gemeinde im Landkreis Kronach (Oberfranken), Bayern. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichenbach liegt im Naturpark Frankenwald auf einer Hochebene. Im Ort entspringt der Reichenbach, ein rechter Nebenfluss der Kremnitz.[3] Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht nur aus dem Pfarrdorf Reichenbach.[4][5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1190 als „Richebach“ erstmals urkundlich erwähnt.[6] Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bedeutung starker Bach ist.[7] Reichenbach gehörte zum Kloster Langheim. Nachdem das Kloster in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war, verkaufte es 1388 Reichenbach mit seinen Besitzungen im Frankenwald an das Hochstift Bamberg.[8]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Reichenbach 48 Anwesen (4 Güter, 5 Dreiviertelgüter, 11 Halbgüter, 10 Viertelgüter, 1 Achtelgut, 15 Tropfhäuser, 2 halbe Tropfhäuser). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Teuschnitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Teuschnitz inne. Neben den Anwesen gab es noch 1 Halbgut, das unbewohnt war.[9]

Infolge der Säkularisation kam Reichenbach nach Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Reichenbach gebildet, zu dem Haßlach gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Reichenbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Teuschnitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenkirchen (1919 in Finanzamt Rothenkirchen umbenannt). 1837 wurde Reichenbach dem Landgericht Ludwigsstadt zugewiesen. Von 1862 bis 1880 und von 1888 bis 1931 gehörte Reichenbach zum Bezirksamt Teuschnitz, von 1880 bis 1888 und ab 1931 zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Ludwigsstadt (1879 in Amtsgericht Ludwigsstadt umbenannt, das 1956 zu einer Zweigstelle des Amtsgerichts Kronach wurde). Die Finanzverwaltung wurde 1929 vom Finanzamt Kronach übernommen.[10]

In den Jahren 1951/1952 wurde ein neues Feuerwehrhaus errichtet. In dem Gebäude wurde auch die Gemeindekanzlei untergebracht. Diese hatte zuvor ihren Sitz in der alten Schule. 1971 ließ die Gemeinde das Rathaus erweitern und aufstocken. Außerdem bezog die Kreissparkasse Ludwigsstadt im gleichen Gebäude Räumlichkeiten für ihre Zweigstelle.[6]

Die Pfarrkirche St. Michael wurde von 1974 bis 1975 errichtet. Durch den Bamberger Erzbischof Elmar Maria Kredel folgte am 18. September 1977 die Kirchenweihe. Am 18. Juli 1978 wurde Reichenbach zur Pfarrkirche der Pfarrei Haßlach bei Teuschnitz ernannt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 956 auf 667 um 289 bzw. um 30,2 %; drittstärkster Einwohnerverlust in Prozenten in Bayern im genannten Zeitraum.

Jahr Einwohner Häuser[11] Quelle
1818 242 47 [10]
1840 317 [12]
1852 340 [12]
1855 360 [12]
1861 404 [13]
1867 431 [12]
1871 433 69 [14]
1875 452 [12]
1880 456 [15]
1885 484 89 [16]
1890 503 [12]
1895 548 [12]
1900 588 108 [17]
Jahr Einwohner Häuser[11] Quelle
1905 609 [12]
1910 638 [12]
1919 679 [12]
1925 839 123 [18]
1933 954 [15]
1939 1013 [15]
1946 1059 [15]
1950 1160 168 [19]
1952 1130 [15]
1961 1097 209 [20]
1970 1104 [21]
1987 966 265 [22]
2008 762 [23]
2017 671 262 [23]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat acht Mitglieder. Dazu kommt der Erste Bürgermeister.

CSU SPD Bürgerliste Reichenbach (BLR) Gesamt
2002 3 5 0 8 Sitze
2008 5 3 0 8 Sitze
2014 2 4 2 8 Sitze
2020[24] 2 4 2 8 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2008 Karin Ritter (SPD). Vorgänger war Roland Schnappauf (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Reichenbach führt seit 1965 ein Wappen.

Wappen von Reichenbach
Blasonierung: „In Blau über einem gesenkten silbernen Wellenbalken schräg gekreuzt ein goldener Bergmannshammer und ein goldener Schieferdeckerhammer, dahinter ein aufrechter, durchgehender, linksgewendeter goldener Krummstab.“[25]
Wappenbegründung: Der Krummstab sowie die Farben Gold und Blau weisen auf das Kloster Langheim hin, in dessen Besitz es bis 1388 war. Der Bergmannshammer und der Schieferdeckerhammer erinnern an den Schieferabbau in thüringischem Gebiet, der eine wichtige Erwerbsquelle für die Bevölkerung darstellte.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße KC 24 führt zur Kreisstraße KC 8 (0,5 km südwestlich) bzw. die Staatsstraße 2209 kreuzend nach Lauenhain (4,1 km nördlich).[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Reichenbach (Oberfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeisterin. Gemeinde Reichenbach, abgerufen am 11. Oktober 2020.
  3. a b Reichenbach im BayernAtlas
  4. Gemeinde Reichenbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 9. September 2020.
  5. Gemeinde Reichenbach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 30. November 2021.
  6. a b Bernhard Zipfel: 800 Jahre Gemeinde Reichenbach. In: reichenbach-kronach.de
  7. W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 185.
  8. Gerd Fleischmann: Die Ära der grauen Mönche. In: np-coburg.de, 10. Januar 2021
  9. H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 499.
  10. a b H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 596.
  11. a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  12. a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 158, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 952, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1126, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. a b c d e Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 148, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1012 (Digitalisat).
  17. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1125 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1162 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 941 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 692 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 159 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 311 (Digitalisat).
  23. a b LfStat: Reichenbach: Amtliche Statistik. (PDF) In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 9. September 2020.
  24. Wahl des Gemeinderats – Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Reichenbach – Gesamtergebnis. Abgerufen am 20. Dezember 2020.
  25. Eintrag zum Wappen von Reichenbach (Landkreis Kronach) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte