Reichenschwand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Reichenschwand
Reichenschwand
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Reichenschwand hervorgehoben
Koordinaten: 49° 31′ N, 11° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Höhe: 345 m ü. NHN
Fläche: 6,84 km²
Einwohner: 2356 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 344 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91244
Vorwahl: 09151
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 150
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nürnberger Str. 20
91244 Reichenschwand
Webpräsenz: www.reichenschwand.de
Erster Bürgermeister: Bruno Schmidt (SPD)
Lage der Gemeinde Reichenschwand im Landkreis Nürnberger Land
Nürnberg Nürnberg Landkreis Roth Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Landkreis Forchheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Amberg-Sulzbach Engelthaler Forst Zerzabelshofer Forst Schönberg (gemeindefreies Gebiet) Rückersdorfer Forst Laufamholzer Forst Günthersbühler Forst Forsthof (gemeindefreies Gebiet) Fischbach (gemeindefreies Gebiet) Feuchter Forst Brunn (gemeindefreies Gebiet) Behringersdorfer Forst Feucht Offenhausen (Mittelfranken) Alfeld (Mittelfranken) Altdorf bei Nürnberg Burgthann Engelthal Happurg Henfenfeld Hersbruck Kirchensittenbach Lauf an der Pegnitz Leinburg Ottensoos Pommelsbrunn Reichenschwand Röthenbach an der Pegnitz Rückersdorf (Mittelfranken) Schwaig bei Nürnberg Schwarzenbruck Velden (Pegnitz) Vorra Winkelhaid Schnaittach Neunkirchen am Sand Simmelsdorf Winkelhaid (gemeindefreies Gebiet) Haimendorfer Forst Neuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild

Reichenschwand ist eine über 775 Jahre alte Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land. Reichenschwand wurde erstmals (wenn auch fälschungsverdächtig) 1225 urkundlich erwähnt. Von 1310 liegt eine als echt anerkannte Urkunde vor.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Reichenschwand mit ihren beiden Ortsteilen Oberndorf und Leuzenberg liegt im schon weiten Tal der Pegnitz. Der mittelalterliche Ortskern erstreckt sich etwa 400 Meter lang in Nord-Süd-Richtung bis unmittelbar an den Fluss. Dort befindet sich die evangelisch-lutherische Albanuskirche und das sogenannte Zweite Furtenbachsche Schloss. Im Süden schließt sich auf dem gegenüberliegenden Pegnitzufer der Bereich der ehemaligen Wasserburg der Herren von Strahlenfels an den Reichenschwander Altort an.

Später wurde der Ort stark nach Norden und vor allem nach Westen erweitert, so dass sich heute der Ortsteil Oberndorf unmittelbar nördlich an Reichenschwand anschließt.

Der Ortsteil Leuzenberg dagegen liegt etwa 1800 Meter in nördlicher Richtung in einem weiten Talkessel, der von der Weppach gebildet wurde. Leuzenberg befindet sich in etwa auf 400 m ü. NN und wird im Osten vom Großen Hansgörgel, im Westen von der Vorderen Röd und dem Kreuzbühl begrenzt. Nördlich wird der Talkessel durch einen steilen Hang zur sich anschließenden Hochebene geschlossen.

Die Grenze des Gemeindegebietes zieht sich im Osten, wo sie an die Gemeinde Hersbruck stößt, nur wenige Meter außerhalb von Reichenschwand vom Tal der Pegnitz nach Norden entlang und verläuft westlich des Gipfelpunktes des 601 m ü. NN hohen Großen Hansgörgels nach Nordwesten. Dort schließt das Gemeindegebiet von Kirchensittenbach an. Etwa drei Kilometer nördlich des Ortskerns von Reichenschwand erreicht die Gemeinde ihre nördlichste Ausdehnung bis auf eine Hochfläche der Fränkischen Alb. Anschließend verläuft die Grenze zu Neunkirchen am Sand in südwestlicher Richtung wieder bergabwärts ins Pegnitztal, und schließt dort mit dem Kreuzbühl einen großen Teil des Rödelberges ein. Nach dem westlichsten Punkt der Gemeindegrenze, etwa 1550 Meter vom Ortskern entfernt, überquert sie die B 14 und die Pegnitz und erstreckt sich durch die Pegnitzauen bis weit nach Süden, wobei sie an das Gebiet der Gemeinde Ottensoos stößt. Mit etwa 1650 Meter Entfernung zum Ortskern erreicht sie den südlichsten Punkt des Reichenschwander Gemeindegebietes, und zieht dann in nordöstlicher Richtung, nun an Henfenfelder Gebiet angrenzend, wieder zur Pegnitz, wo sie mit 800 Meter Abstand zur Ortsmitte auch ihre größte östliche Ausdehnung erreicht.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Kirchensittenbach, Hersbruck, Henfenfeld, Ottensoos, Neunkirchen am Sand.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Reichenschwand ist in drei Ortsteile eingeteilt[3]:

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus von Reichenschwand

Der Gemeinderat von Reichenschwand setzt sich aus 14 Gemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister zusammen.

CSU SPD FWG Gesamt
2014 4 5 5 14 Sitze

(Stand: am 16. März 2014)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist die Marktgemeinde Lambach in Oberösterreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrhaus und Albanus-Kirche bilden mit der sandsteinernen Mauer und dem Barockportal ein sehenswertes Ensemble. Bonaventura I. Furtenbach ließ die Gebäude 1557 errichten. Das Pfarrhaus wurde von 2001 bis 2004 saniert und erhielt 2005 den Denkmalpreis des Bezirks Mittelfranken.
  • Wasserschloss Reichenschwand mit großer Allee, erstmals um 1366/68 urkundlich erwähnt. Das Schloss wurde im 14. Jahrhundert von der Ministerialenfamilie von Strahlenfels errichtet und bewohnt. Bonaventura Furtenbach erwarb 1531 die Grundherrschaft und ließ an Stelle des alten Wasserschlosses ein Renaissanceschloss „von Grund auf kostbar und schön“ errichten. Bereits im Zweiten Markgrafenkrieg brannte es 1553 völlig aus. Wieder aufgebaut, hatte es 1703 im Spanischen Erbfolgekrieg das gleiche Schicksal durch bayerische Truppen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss 1945 Sitz des amerikanischen Befehlsstabes, der die Kämpfe um Nürnberg leitete. Heute ist das Schloss in Besitz der Familie Wöhrl.
  • Die Sammlung Löffler ist eine Privatsammlung von historischen Sitzmöbeln aus zwei Jahrhunderten in Reichenschwand. Mit über 900 Exponaten zählt sie zu den größten in Europa.

Furtenbach ließ die Gebäude 1557 errichten. Das Pfarrhaus wurde von 2001 bis 2004 saniert und erhielt 2005 den Denkmalpreis des Bezirks Mittelfranken.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Reichenschwand

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichenschwand ist Sitz der Wöhrlakademie, die sich um Nachwuchsförderung und Weiterbildung im Einzelhandel kümmert.

Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt zurzeit ca. zehn Euro (Stand 12/2006). Demgegenüber stehen beträchtliche gemeindliche Guthaben, so dass Reichenschwand eine von wenigen Gemeinden in Bayern ohne wesentliche Schulden ist.

Verkehrslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heutige Haltepunkt Reichenschwand

Reichenschwand erhielt im Jahr 1877 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb. Dieser wurde östlich des Ortes errichtet und erhielt ein Empfangsgebäude, einen Güterschuppen sowie weitere Gebäude. 1983 wurde der Bahnhof stillgelegt und etwa 400 m westlich ein Haltepunkt gebaut, der bis heute existiert. Er wird stündlich von Regionalbahnen der Linie Nürnberg-Neuhaus an der Pegnitz bedient. Das alte Bahnhofsgebäude wird von einem Verein genutzt.

Mitten durch den Ort führt die viel befahrene Bundesstraße 14. Über eine Umgehungsstraße wird schon jahrelang diskutiert, momentan angedachte Lösung ist ein Tunnel, der unter der Gemeinde hindurchführen soll.

Bauplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erschließung des neuen Baugebietes Fürschwald I mit Straßen sowie Wasser-, Strom- und Gasanschlüssen wurde am 2. November 2010 abgeschlossen. In dem Bereich befinden sich 118 Bauplätze in einem reinen Wohnbaugebiet. Sechs Grundstücke hingegen sind in der Nähe der Bahn in einem Mischgebiet angesiedelt.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Schimper (1804–1878); Botaniker und Afrikareisender, Sohn von Meta Furtenbach auf Reichenschwand

Personen, die in der Gemeinde gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993, ISBN 3-9800386-5-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Reichenschwand im BayernViewer
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111028/163100&attr=OBJ&val=1434
  4. Informationen zum neuen Baugebiet Fürschwald I

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reichenschwand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien