Reichsbahndirektion München

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Die Reichsbahndirektion München war ein Verwaltungsbezirk der Deutschen Reichsbahn. Von 1920 bis 1933 war die Direktion Teil der Gruppenverwaltung Bayern. Vorläufer war seit 1904 die Eisenbahndirektion München der Bayerischen Staatseisenbahnen, die wiederum auf das 1845 eingerichtete erste Bahnamt München zurückging.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Generaldirektion der Bayerischen Staatseisenbahnen richtete im Juli 1845 ein erstes Bahnamt München ein, das die Strecken rund um München verwaltete. Am 14. November 1851 wurde das Bahnamt München zum Oberpost- und Bahnamt München umgewandelt. Am 15. April 1875 wuchs das betreute Streckennetz durch die Übernahme eines Teils der Strecken der Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen erheblich an. Das Direktionsgebäude der Ostbahnen am Münchner Centralbahnhof wurde fortan durch das Bahnamt weitergenutzt. 1876 erfolgte die Umwandlung in das Oberbahnamt München. 1894 waren diesem die Bahnämter München Ostbahnhof, München Südbahnhof und München Centralbahnhof sowie die Bahnverwaltungen in Holzkirchen, Mühldorf, Pasing, Simbach und Starnberg zugeordnet. 1901 erfolgte eine erste Neuordnung der Verwaltungsstruktur, aus den Oberbahnämtern wurden Eisenbahnbetriebsdirektionen. Zum 1. April 1907 reduzierten die Bayerischen Staatsbahnen die Anzahl ihrer Direktionen, München übernahm dabei die Strecken des früheren Oberbahnamts Rosenheim.

Mit Gründung der Deutschen Reichsbahn ging die Eisenbahndirektion München zum 1. April 1920 an diese über, ab dem 6. Juli 1922 auch formell als Reichsbahndirektion (RBD) München bezeichnet. Bayern hatte sich im Staatsvertrag mit dem Reich aber eine separate Zwischeninstanz in Form der Gruppenverwaltung Bayern gesichert, so dass die bayerischen Reichsbahndirektionen nicht direkt der Berliner Hauptverwaltung unterstanden. Das Gebiet der Münchner Reichsbahndirektion erstreckte sich zum größten Teil im Bezirk Oberbayern über das Alpenvorland und in die bayerischen Alpen hinein.

Zum 1. Oktober 1933 wurde die Gruppenverwaltung Bayern aufgelöst und ihre Aufgaben durch die Deutsche Reichsbahn übernommen. Daraufhin zog die Reichsbahndirektion München in das Gebäude der Gruppenverwaltung an der Arnulfstraße um, das alte Gebäude der Reichsbahndirektion wurde durch das neugegründete Reichsbahn-Zentralamt München übernommen.

Für die nationalsozialistischen Umbauplanungen der Münchner Bahnanlagen wurde am 1. Januar 1938 zur Entlastung der Reichsbahndirektion die neue Reichsbahn-Baudirektion München (RBauD) gegründet. Nach dem Anschluss Österreichs übernahm die RBD München zum 31. März 1938 die Bahnstrecken Kufstein–Innsbruck und Innsbruck–Mittenwald von der aufgelösten Bundesbahndirektion Innsbruck. Mit der Verstaatlichung der Lokalbahn Aktien-Gesellschaft (LAG) gingen zum 1. August 1938 alle LAG-Strecken, unter anderem die Isartalbahn an die Reichsbahndirektion München über. Am 1. Oktober 1944 wurde die Reichsbahn-Baudirektion aufgrund der Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs aufgelöst, bis zum Kriegsende verblieb noch ein Baustab.[1] Durch die Luftangriffe auf München wurden große Teile des Direktionsgebäudes an der Arnulfstraße zerstört.[2]

Zum 22. Mai 1945 wurden die 1938 von der Bundesbahndirektion Innsbruck übernommenen Strecken wieder an die Österreichischen Staatsbahnen zurückgegeben.[3] Mit Gründung der Deutschen Bundesbahn am 7. September 1949 erhielt die bisherige Reichsbahndirektion die Bezeichnung Bundesbahndirektion München.

Streckennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutende Strecken innerhalb der Direktion waren:

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum zwischen dem Übergang von den Bayerischen Staatseisenbahnen zur Reichsbahn 1920 und dem Übergang zur Deutschen Bundesbahn 1949 amtierten die folgenden Präsidenten der Reichsbahndirektion München:[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus-Dieter Korhammer, Armin Franzke, Ernst Rudolph: Drehscheibe des Südens. Eisenbahnknoten München. Hestra-Verlag, Darmstadt 1991, ISBN 3-7771-0236-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Korhammer, Franzke, Rudolph: Drehscheibe des Südens. 1991, S. 156–158.
  2. Korhammer, Franzke, Rudolph: Drehscheibe des Südens. 1991, S. 137–139.
  3. BD München auf bahnstatistik.de, abgerufen am 17. Dezember 2016.
  4. Bayerische Landesbibliothek Online: Joachim Lilla: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945: V. Behörden der Finanz-, Post- und Eisenbahnverwaltung