Reifen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Reifen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Traktorreifen
Zweckoptimierter Reifen für besondere Umgebungsbedingungen (Lunar Roving Vehicle)

Ein Reifen ist der Teil des Rades, auf dem es abrollt.

Metallreifen, Gummireifen, Luftreifen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Reifen eines Rades stellt den äußeren Umfang und die Lauffläche dar. Er überträgt die Kräfte zwischen Felge und Fahrbahn. Reifenaufstandsfläche nennt man die Fläche des Reifens, die Kontakt zum Boden hat. Reifen an einer angetriebenen Achse übertragen Teile der vom Motor erzeugten Energie. Der Reifen trägt die Radlast; bei Kurvenfahrten überträgt er auch die Seitenführungskraft.

  • Auf dem Radkranz von Holzrädern liegen meist Reifen aus Metall, traditionell Eisenreifen.
  • Der Radreifen des Eisenbahnrades ist meist aus gehärtetem Stahl.
  • Reifen anderer Land- und Luftfahrzeuge nutzen meist Gummi oder andere elastische Materialien an der Kontaktstelle zwischen dem Rad und der Oberfläche, auf der sich das Rad bewegt. Diese Reifen sind meist Luftreifen (auch Pneus genannt), die unter Druck stehende Luft oder andere Gase enthalten und so das Fahrzeuggewicht (Radlast) tragen und Bodenunebenheiten ausgleichen. Die Luft wird in einem Schlauch gehalten oder schlauchlos zwischen Reifen und Felge eingeschlossen.
  • Räder können auch massive Reifen aus einem elastischen Material haben, zum Beispiel aus Kunststoff oder Gummi. Derartige Vollgummireifen waren vor der Erfindung der Luftreifen die komfortabelste Bereifung und wurden auch danach noch verwendet, zum Beispiel bei Lastwagen. Heute finden sie sich an Rädern, die wenig belastet werden (Teewagen) oder auf relativ glattem Untergrund laufen (Gabelstapler).

Gummireifen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gummireifen werden als Vollgummireifen, Elastikreifen, Luftreifen oder seit den 2000er Jahren als Tweel (Kombination von Rad und Reifen) hergestellt. Bei Luftreifen unterscheidet man Radial- von Diagonalreifen.

Reifen werden nach ihrer Bestimmung für verschiedene Transportmittel benannt. Es gibt beispielsweise Autoreifen, Nutzfahrzeugreifen, Motorradreifen, Landwirtschaftsreifen, EM-Reifen (Erdbewegungsreifen), Gabelstapler-Reifen, Forstreifen, Industriereifen, Fahrradreifen und Flugzeugreifen.

Einige Reifen werden gesondert für Lenkachsen oder Antriebsachsen (siehe Autoreifen) ausgelegt.

Nach der Nutzung werden Reifen zu Altreifen. Altreifen mit unbeschädigter Karkasse können runderneuert und wieder eingesetzt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wagner
Jost Amman, Hans Sachs: Eygentliche Beschreibung aller Stände auff Erden. 1568

Der Reifen in der heutigen Form wurde durch mehrere, relativ kurz nacheinander gemachte Erfindungen möglich:

Die daraus entstandenen Reifenhersteller Goodyear, Dunlop, Continental und Michelin entwickelten sich zu heute weltbekannten Marken. Die Erfindung des Luftreifens hatte zur Folge, dass die Hochräder innerhalb weniger Jahre vom Markt verschwanden.[1]

Davor waren neben Vollmetallrädern zumeist Holzräder im Einsatz, die, weil das Holz viel zu schnell verschleißt, mit einem eisernen Ring beschlagen waren. Diese Reifen halten auch den hölzernen Radkranz mit seinen Speichen an der Nabe. Aufgezogen wurde der Reifen in erhitztem Zustand, wobei er durch das Erhitzen ausgedehnt war und sich beim anschließenden Erkalten festzog.

Der Rest des Rades hält nur auf Spannung. Löst man den Reifen, so lassen sich gebrochene Teile leicht auswechseln. Eine vergleichbare Technik verwendet noch heute der Fassküfer, der bei der Fassherstellung Fassreifen verbaut. Sie halten die Fassdauben zusammen und bestehen heute aus Metall; früher fertigte der Reifschneider hölzerne Fassreifen. Die Technik ist seit der Antike bekannt.

Reifenpannen waren früher häufig; auch der beschlagene Reifen verschleißt. Entlang der Verkehrswege gab es eine Reparatur-Infrastruktur; neben Hufschmieden gab es in jedem größeren Dorf Wagner oder Stellmacher (weshalb Wagner ein häufiger Familienname ist).

Lärmgrenzwerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzwerte ab 2012 nach EU-Verordnung Nr. 661/2009

  • Reifenklasse Nennbreite in mm Grenzwerte in dB(A)*
  • C1a bis 185, 70 dB(A)
  • C1b mehr als 185 bis 215, 71 dB(A)
  • C1c mehr als 215 bis 245, 71 dB(A)
  • C1d mehr als 245 bis 275, 72 dB(A)
  • C1e mehr als 275, 74 dB(A)
  • C2 Normalreifen), 72 dB(A)
  • C2 Traktionsreifen), 73 dB(A)
  • C3 Normalreifen), 73 dB(A)
  • C3 (Traktionsreifen), 75 dB(A)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der Hochräder

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reifen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Reifen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen