Reiffelbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Reiffelbach
Reiffelbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Reiffelbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 41′ N, 7° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Meisenheim
Höhe: 326 m ü. NHN
Fläche: 4,46 km2
Einwohner: 225 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67829
Vorwahl: 06753
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 084
Adresse der Verbandsverwaltung: Obertor 13
55590 Meisenheim
Webpräsenz: www.meisenheim.de
Ortsbürgermeister: Gerhard Geib
Lage der Ortsgemeinde Reiffelbach im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild

Reiffelbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Meisenheim an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haufendorf liegt am gleichnamigen Reiffelbach östlich des Glan im Nordpfälzer Bergland. Im Norden befinden sich Meisenheim und Callbach, im Osten Schmittweiler, im Süden Becherbach und westlich liegt Odenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlung Reiffelbach wurde erstmals erwähnt im Jahr 1293 in einer Urkunde des Grafen Heinrich I. von Veldenz für den Ritter Eberhard von Odenbach, der ein Drittel des Zehnten zu Reiffelbach als Veldenzer Lehen besaß.[2] Die Ritter von Odenbach waren auch im 14. Jh. die Inhaber des Zehnten in Reiffelbach.[3] In einem vermutlich um oder vor 1383 entstandenen Fehdebrief des Dietz von Wachenheim an die Stadt Worms wurde unter seinen zahlreichen niederadligen Helfern auch ein Peter von Ryffelbach genannt.[4] In einem weiteren Fehdebrief gegen Worms von 1389 tritt ein Frank von Ryffelbach auf.[5] Im 15. Jh. erbten die Edelknechte Lyfried von Heppenheim[6] das Odenbacher Lehen mit dem Reiffelbacher Zehnten.[7][8] In einer Seelgerätstiftung des Henne Lifrid von Heppenheim aus dem Jahr 1401 wurden erstmals die Kirche mit Heilig-Kreuz-Patrozinium und die Dorfgemeinde Reiffelbach erwähnt.[9] Die Kirche, der vermutlich eine andere Kapelle als Vorgänger vorausging,[10] war eine Filiale der Pfarrei Meisenheim und wurde seelsorgerisch von den Johannitern der Meisenheimer Kommende betreut.[11][12] Die heutige Kirche in Reiffelbach stammt aus dem Jahr 1849.[13]

Nach dem Wiener Kongress gehörte Reiffelbach zum Rheinkreis im Königreich Bayern, wo es bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verblieb. Bei der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform 1969 wurde Reiffelbach vom Landkreis Kusel in den Landkreis Bad Kreuznach umgegliedert. In kirchlicher Hinsicht gehört Reiffelbach weiterhin zur Evangelischen Kirche der Pfalz und zum Bistum Speyer.

Ortsname

Der Siedlungsname ist gebildet aus dem Grundwort Bach und dem althochdeutschen Personennamen Rîfilo, einer Verkleinerungsform des Namens Rîfo bzw.Hrîffo,[14][15] was mit „Raureif“, „Tau“ zu übersetzen ist.[16] Der Ortsname bedeutet also „Bach des Rîfilo“.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Reiffelbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[17]

Jahr Einwohner
1815 264
1835 339
1871 368
1905 324
1939 279
Jahr Einwohner
1950 326
1961 316
1970 304
1987 258
2005 253

Politik und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Reiffelbach besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[18]

Gemeindewappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Im blauen Schild ein silberner, schräglinker Wellenbalken, oben begleitet von einem goldenen Reifen, unten von einer goldenen Heugabel. Das Wappen wurde am 13. Juli 1981 durch die Bezirksregierung in Koblenz genehmigt. Der Reifen ist eine Anspielung auf den Ortsnamen. Es handelt sich daher um ein redendes Wappen.[19] Die Heugabel ist das alte Dorfzeichen[20] von Reiffelbach, das auf Grenzsteinen der Gemarkung angebracht wurde. Der älteste bekannte Grenzstein mit diesem Gemarkungszeichen stammte aus dem Jahre 1601.[21]


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die L 380. Im Norden verläuft die Bundesstraße 420. In Staudernheim ist ein Bahnhof der Nahetalbahn.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter F. Anthes, Otto Döhnert, Willi Maurer, Manfred Stibitz: 700 Jahre Reiffelbach. Reiffelbach 1993.
  • Förderverein der Ortsgemeinde Reiffelbach (Hrsg.): Reiffelbach. Ein Dorf im Nordpfälzer Bergland. Festschrift 725 Jahre 1293–2018. Reiffelbach 2018.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reiffelbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Carl Pöhlmann: Regesten der Lehensurkunden der Grafen von Veldenz. Speier am Rhein 1928, S. 65 f., Nr. 316 (1293 Jul 8).
  3. Pöhlmann, Regesten Veldenz, S. 166f Nr. 319 (um 1370), 320 (um 1370) u. 321 (1404 Nov 24).
  4. Heinrich Boos (Hrsg.): Urkundenbuch der Stadt Worms. Band 2. Berlin 1890, S. 551, Nr. 841.
  5. Eduard Winkelmann, Adolf Koch, Jakob Wille [Bearb.]: Regesten der Pfalzgrafen am Rhein 1214-1508. Band 1. Innsbruck 1894, S. 294, Nr. 4907.
  6. Hans-Helmut Görtz, Rolf-Konrad Becker: Zu Herkunft, Genealogie und Lehensbesitz der Ritter Leifried von Heppenheim. In: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz. Band 111, 2013, S. 9–33.
  7. Pöhlmann, Regesten Veldenz, S. 163 Nr. 310 (1406 Dez 27) u. Nr. 311 (1440 Jan 14).
  8. Martin Dolch, Stefan Ulrich, Dieter Barz: Art."Odenbach". In: Jürgen Keddigkeit, Ulrich Burkhart, Rolf Übel (Hrsg.): Pfälzisches Burgenlexikon. Band 4.1. Kaiserslautern 2007, S. 56–65, hier S. 60.
  9. Franz Xaver Glasschröder: Urkunden zur Pfälzischen Kirchengeschichte im Mittelalter. München und Freising 1903, S. 254, Nr. 622 (1401 Feb 28).
  10. Anthes, 700 Jahre Reiffelbach, S. 132f.
  11. Jürgen Keddigkeit, Christa Syrer: Artikel „Meisenheim, St.Philipp und Jakobus. Johanniter-Priesterkommende“. In: Jürgen Keddigkeit u. a. (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Band 3. Kaiserslautern 2015, S. 60–89, hier S. 68 u. 82.
  12. Walter G. Rödel: Die Johanniter und ihre Kirche in Meisenheim. In: Ev. Kirchengemeinde Meisenheim (Hrsg.): 1504-2004 Schlosskirche Meisenheim. Meisenheim 2004, S. 47–63, hier S. 54.
  13. Anthes, 700 Jahre Reiffelbach, S. 144.
  14. Henning Kaufmann: Die Ortsnamen des Kreises Bad Kreuznach. München 1979, S. 113.
  15. Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer 1991, S. 384.
  16. Eberhard Gottlieb Graff: Althochdeutscher Sprachschatz. Band 4. Berlin 1838, Sp. 1154 f.
  17. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  18. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  19. Anthes, 700 Jahre Reiffelbach, S. 13f.
  20. Zu Dorfzeichen auf Grenzsteinen siehe: Karl Siegfried Bader: Dorfgenossenschaft und Dorfgemeinde. 2. Auflage. Wien - Köln - Graz 1974, S. 400 f. Siehe auch: Franz X. Simmerding: Grenzzeichen, Grenzsteinsetzer und Grenzfrevler. München 1996, S. 128.
  21. Anthes, 700 Jahre Reiffelbach, S. 108f.