Reihendorf

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Ein Reihendorf oder Hufendorf ist eine Siedlungsform und Form des Dorfes. Es setzt ein langgestrecktes topografisches Objekt wie eine Straße oder einen Weg, einen Deich, ein Tal oder einen Höhenrücken, einen Bach oder Wassergraben voraus, entlang dem die bäuerlichen Siedlungsplätze, das heißt die Höfe oder Hofstellen, in mehr oder minder regelmäßigen Abständen angelegt (aneinander gereiht) worden sind.[1] Meist sind Reihendörfer dadurch gekennzeichnet, dass, sofern die örtlichen Gegebenheiten und Geländebedingungen es ermöglichen, jeweils am Anfang und am Ende des Dorfes noch weiter gesiedelt werden kann, also noch weitere Hofstellen angelegt werden können.

Reihendörfer können einreihig oder zweireihig (d.h. beiderseits des Weges) angelegt werden. Die Anordnung des Ackerlandes beim Hof hat den Vorteil der Zeiteinsparung und der Verringerung des Transportaufwands, da direkt aus dem Hof „heraus“ beziehungsweise in ihn „hinein gewirtschaftet“ werden kann (Mistausbringung, Aussaat, Einfahren der Ernte) und durch die Anwesenheit des Bauern eine bessere Kontrolle der Ländereien gewährleistet ist.

Häufig bestand kein Flurzwang und häufig auch keine Allmende. Durch die etwa gleiche und flächenmäßig ausgeglichene Anlage der Höfe und Flurstücke werden die Vor- und Nachteile, die durch die unterschiedlichen geomorphologischen, hydrologischen und geoökologischen Bedingungen gegeben sind, besser ausgeglichen als bei anderen Dorf- und Flurformen.

Spezielle Formen eines Reihendorfs sind Hagenhufendorf, Waldhufendorf, Marschhufendorf und Straßendorf. Letzteres beschränkt die topografischen Objekte auf Straßen und Wege. Die Abgrenzung des Begriffes ist nicht scharf definiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lexikon der Geographie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2001.