Reimer Boy Eilers

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Reimer Boy Eilers

Reimer Boy Eilers (* 15. Dezember 1948 in Wedel) ist ein deutscher Schriftsteller und Publizist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reimer Boy Eilers entstammt einer Familie Helgoländer Seeleute. Sein Großvater Andreas Eilers war Lotse und nach dem Zweiten Weltkrieg der letzte Leuchtturmwärter auf Juelssand an der Unterelbe. Die restliche Familie lebte als Flüchtlinge in Holm bei Wedel, da Helgoland durch die britische Besatzungsmacht gesperrt war. Nach der Freigabe am 1. März 1952 durch die britische Royal Air Force zog die Familie wieder zurück auf die heimatliche Insel. 1967 machte Reimer Eilers sein High School Diploma an der Washington Park High School in Racine, Wisconsin, USA und 1968 das Abitur am Helene-Lange-Gymnasium in Rendsburg. Damit war er der erste Helgoländer Abiturient nach dem Krieg. Er studierte Volkswirtschaftslehre, Politische Wissenschaften und Soziologie in Hamburg und promovierte 1979 mit einer Arbeit über den Einsatz von Planspielen in der Wirtschaftsforschung.

1984 veröffentlichte er seinen ersten Roman „All die verwirrten Männer“. Seitdem arbeitet er freiberuflich als Autor. Von 1986 bis zur Auflösung der Gruppe 1995 war er Mitglied der Autorengruppe PENG, deren Markenzeichen literarische Performances beinhalteten. 1996 veranstaltete er den ersten Poetry Slam in Hamburg.2) Er ist Mitglied in der Hamburger Autorenvereinigung, dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und dem Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Autoren. Auf der Jahrestagung des PEN-Clubs 2016 in Bamberg wurde er als Mitglied in das PEN-Zentrum Deutschland gewählt.

Seit 1992 bis heute ist er Vorsitzender des Landesverbandes Hamburg im Schriftstellerverband. Von 2002 bis 2009 war er außerdem Mitglied im VS-Bundesvorstand. Sein Schwerpunkt in der Verbandsarbeit ist das Urheberrecht, u.a. war er Mitglied in den Verhandlungskommissionen, die den Normvertrag (Buchvertrag) zwischen dem Schriftstellerverband und dem Börsenverein des deutschen Buchhandels in den jeweils aktuellen Fassungen vereinbarten. In diesem Rahmen hat er sich mit der Regelung der Vertragsbeziehungen im Bereich E-Book befasst. Seit etlichen Jahren ist er außerdem Mitglied in der Jury des Walter-Kempowski-Literaturpreises für Kurzprosa. Gelegentlich schreibt er auch Gedichte und Kurzprosa auf Helgoländisch (Halunder), der nordfriesischen Sprache seiner Heimatinsel.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reimer Boy Eilers ist Verfasser von Romanen, Lyrik, Krimis, Kurzgeschichten, Reisebildern und Reiseromanen (Travelogues). In seinen Essays beschäftigt er sich hauptsächlich mit den Themen Inseln, Seefahrt und eben dem Reisen. 2011 hat er mit vier anderen Schriftstellern beziehungsweise Schriftstellerinnen den Verlag Expeditionen gegründet. Hauptzweck ist die Veröffentlichung von E-Büchern aus der Backlist von Autoren.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Shortlist beim „Hungertuch“-Wettbewerb um das beste literarische Debüt auf der Frankfurter Buchmesse 1984. 3)
  • Förderpreis Literatur der Stadt Hamburg 1985
  • Auszeichnung auf dem GangART Festival für originäre Musik und Literatur 1991 in Krefeld
  • Förderpreis Literatur der Stadt Hamburg 1991
  • Einladung zum Internationalen Poesiefestival in Struga, Mazedonien, 1995
  • Literaturstipendium des Landes Schleswig-Holstein 1998 im Jüdischen Museum in Rendsburg
  • Reisestipendium des Auswärtigen Amtes für eine Recherchereise (Romanprojekt "Magellan") 2005 nach Patagonien (Argentinien und Chile)

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Experimentelle Heuristiken in der Wirtschaftsforschung, Harry Deutsch Verlag, Frankfurt am Main 1980; ISBN 3-87144-569-X
  • All die verwirrten Männer (Roman), 1. Band der Hamburger Tetralogie, Verlag KKZR Günter Jung, Berlin 1984, ISBN 3-924261-06-7
  • Cranz (Novelle), 2. Band der Hamburger Tetralogie, Verlag KKZR Günter Jung, Berlin 1985, ISBN 3-924261-09-1
  • Die schwarze Prinzessin (Kriminalroman), Stöwer Verlag, Hamburg 1990; ISBN 3-927526-01-0
  • Der achte Stern des Wagens (Romanauszug). In: Hamburger Ziegel Bd. 1, Dölling und Galitz, 1992; ISBN 3-926174-38-2
  • Poesie in Licht und Metall. Ein Konzept der Autorengruppe PENG für die Jahrhunderthalle in Bochum, zusammen mit N. Nowak, G. Gerlach und L. Probsthayn. Hrsg. v. Projektgruppe Thealozzi, Bochum 1994
  • Hamburger Emanzipation. Gedichte. In: Pcetera Nr. 5. Das digitale Literaturmagazin, Stora Verlag, München 1995.
  • 39 Scheidungsgeschichten. Miniaturen, Meiendorfer Druck Nr. 37, Wohlleben Verlag, Hamburg 1995. ISBN 3-88159-043-9
  • Der Tag an dem das Meer gestohlen wurde (Gedichte), Stora Verlag, München 1996; ISBN 3-929045-54-0
  • Passworte. Objektbeschreibungen (Gedichte und Objekte), Schwamm Verlag, Hamburg 1998, ISBN 3-932176-06-5
  • Artisten auf dem Spannungsbogen. Schreiben als Handwerk. In: VS-Handbuch. Ein Ratgeber, Steidl, Göttingen 1999; ISBN 3-88243-668-9
  • Die Entdeckung des Meeresleuchtens (Gedichte), Edition tom Kyle, Agimos Verlag, Kiel 2000, ISBN 3-931903-20-6
  • Im Blauwasser. Geschichten von der See, Edition Nordwindpress, Hof Grabow 2006, ISBN 3-934411-38-X
  • Der Frieden in Eimsbüttel. In: Das Hamburger Kneipenbuch, Berlin Verlag 2007; ISBN 978-3-8333-0454-5
  • Das neue Tor zur Welt. Vierzig Jahre Container im Hamburger Hafen, MARE Verlag 2009, ISBN 978-3-86648-104-6
  • In der Sackgasse (Spannungsgeschichten mit Yakub Singer), Verlag Expeditionen 2013 (E-Book); ISBN 978-3-943863-41-3
  • In Schwierigkeiten (ein Story Reader), Verlag Expeditionen 2013 (E-Book); ISBN 978-3-943863-09-3
  • Lenz. Hochsicherheit (Erzählung), 2. Band der Hamburger Tetralogie. Überarbeitete Neuauflage der Novelle Cranz; Verlag Expeditionen 2014 (E-Book); ISBN 978-3-943863-28-4
  • Die Titanic und das Paradies. Geschichten von der See, Verlag Expeditionen 2015 (E-Book); ISBN 978-3-943863-00-0
  • Ein wunderbarer Copyshop. Reigen aus den Siebziger Jahren (Roman), 3. Band der Hamburger Tetralogie, Verlag Expeditionen 2015 (E-Book); ISBN 978-3-943863-42-0
  • Sprechen mit Seezungen. Alte und neue Gedichte, Verlag Expeditionen 2015 (E-Book); ISBN 978-3-943863-38-3
  • Ebenholz und schwarze Tränen (Kriminalroman), Kadera Verlag, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-944459-45-5
  • Goethe, Glück und Helgoland (Erzählungen), Kadera Verlag, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-944459-47-9
  • Die schlimmste Küste der Welt. Von Chiloé zur Magellanstraße (Reiseroman), Reisebuch.de Edition, Eutin 2015; ISBN 978-1-5088-0801-5
  • All die verwirrten Männer (Roman), überarbeitete Neuauflage, Verlag Telegonos Publishing, Friedberg 2016, ISBN 978-3839185919

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ende der Bescheidenheit oder neue Solidarität? 25 Jahre VS, hrsg. v. Henning Berkefeld und Reimer Boy Eilers, IG Medien, Hamburg 1993
  • Ankunft im Dazwischen. Anthologie, hrsg. v. Reimer Boy Eilers und Emina Kamber-Cabaravdic. Edition Literaturkarawane, Verlag Das Bosnische Wort, Wuppertal und Tuzla 2015 (Print); ISBN 978-9958-12-237-8 und Verlag Expeditionen, Hamburg 2015 (E-Book); ISBN 978-3-943863-37-6

Beiträge auf Helgoländisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • De bas smok Kearl fan’t Lunn (Der schönste Mann der Insel). In: Skriiw fresk (Schreib Friesisch), Nordfriisk Instituut, Bräist/ Bredstedt 1993; ISBN 3-88007-205-1
  • Win (dt. Wind, Gedichte). In: Schleswig-Holstein im Gedicht, Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 1993; ISBN 3-88042-654-6
  • Hoi en Holloa iip Sansibar (Auf Sansibar). In: Unerwäis. Uun a knip (Unterwegs. In der Klemme); Buch und CD (gelesen von Hark Martinen), Nordfriisk Instituut, Bräist/ Bredstedt 2004; ISBN 3-88007-318-X
  • Heemelk gungt weer de Muun ap (Übersetzung des Gedichts von Sarah Kirsch: Verstohlen geht wieder der Mond auf). In: Nordsee ist Wortsee, Wachholtz Verlag, Neumünster 2006; ISBN 3-529-04522-5

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hamburg literarisch. Hrsg. von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, Dölling und Galitz Verlag, Hamburg, 1990, ISBN 3-926174-16-1.
  • Kürschners Deutscher Literatur-Kalender. Verlag K.G. Saur, www.saur.de/kdl, München, 2001, ISBN 3-598-23582-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]