Reinach BL

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BL ist das Kürzel für den Kanton Basel-Landschaft in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Reinachf zu vermeiden.
Reinach
Wappen von Reinach
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton Basel-LandschaftKanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Arlesheim
BFS-Nr.: 2773i1f3f4
Postleitzahl: 4153
UN/LOCODE: CH RCH
Koordinaten: 611368 / 260274Koordinaten: 47° 29′ 35″ N, 7° 35′ 22″ O; CH1903: 611368 / 260274
Höhe: 304 m ü. M.
Höhenbereich: 270–373 m ü. M.
Fläche: 6,97 km²
Einwohner: i19'216 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 2757 Einw. pro km²
Website: www.reinach-bl.ch
Dorfzentrum

Dorfzentrum

Lage der Gemeinde
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Reinach (Baseldeutsch: Riinaach) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arlesheim des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz. Die nach Allschwil zweitgrösste Gemeinde des Kantons Basel-Landschaft, grenzt im Norden an die Stadt Basel und liegt auf 303 m ü. M.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Luftbild aus 500 m von Walter Mittelholzer von 1923

Reinach liegt am Südfuss des Bruderholz im Birstal und hat eine kurze Grenzverbindung mit der Stadt Basel. Die Ostgrenze der Gemeinde bildet der Fluss Birs mit seinem dichten Auenwald und der Reinacher Heide. Diese ist ein Vogelparadies und weist viele botanische Raritäten auf. Nachbargemeinden sind Arlesheim, Münchenstein, Bottmingen, Oberwil, Therwil, Aesch, sowie die Stadt Basel und Dornach im Kanton Solothurn. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 700 Hektaren, davon sind 29 % Landwirtschaftsfläche, 17 % Wald, 53 % Siedlungen und 1 % unproduktive Fläche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinacher Erdbebenkreuz, Standort, 47°30'10.8"N 7°36'07.5"E
Reinacher Erdbebenkreuz, Standort, 47°30'10.8"N 7°36'07.5"E

Die ältesten archäologischen Funde (Gräber und Werkzeuge) gehen in die mittlere Steinzeit zurück. Im Ortsgebiet wurden in den Jahren 2002 bis 2005 Funde von etwa 7.000 bis 800 v. Chr. gemacht, die Bronzezeit (1800 – 800 v. Chr.) ist etwas spärlicher vertreten, aber Keramiken, ein Scherbenteppich vom Mausacker, Gräber und Schmuckstücke beweisen, dass Reinach auch in dieser Zeit besiedelt war. Auch aus der Latènezeit (800 – 100 v. Chr.) fand man Gräber, und aus der Römerzeit (ab 100 v. Chr.) Brandgräber, Münzen, Tafelgeschirr, Glasgefässe und vieles mehr. Eine stark stilisierte und verwitterte hallstattzeitliche Grabstele aus Sundgauer Molasse wurde 1973 in der Hubackerstrasse gefunden.

Die erste schriftliche Überlieferung, in welcher Reinach als Rinacho erwähnt wird, stammt aus der Regierungszeit von Ludwig Garewart, der von 1164 bis 1176 Bischof von Basel war. Im Jahr 1194 wurde vermerkt, dass Reinach zum Kloster Beinwil gehörte. Beim grossen Basler Erdbeben im Jahr 1356 wurde ein Grossteil des Dorfes zerstört. 1373 geriet das Bistum Basel in Schulden und Reinach wurde an die Herren Hannemann und Ulrich von Ramstein verpfändet.

Als 1501 Basel der Alten Eidgenossenschaft beitrat, blieb Reinach ein Teil des Bistums Basel. Die Reinacher mussten bis 1511 nach Pfeffingen zur Kirche gehen und erhielten erst dann ihre eigene Pfarrei mit Dorfkirche. Ab 1525 war Reinach reformiert, kehrte aber 1595, unter dem Basler Bischof Jakob Christoph Blarer von Wartensee, wieder zum alten Glauben zurück. Reinach wurde zum wirtschaftlichen Zentrum, zum Sitz der Amtsschaffnerei und besass das Frucht- und Salzmagazin der beiden Vogteien Birseck und Pfeffingen.

Infolge der Französischen Revolution floh 1792 der Bischof von Basel, und das Birseck wurde von französischen Truppen besetzt. Unter französischer Herrschaft wurde Reinach dann für kurze Zeit Kantonshauptort des Département Mont-Terrible. Im Jahr 1800 wurde die Zahl der Départemente reduziert und das Dorf wurde nun von der Hauptstadt Colmar aus regiert. Erst mit dem Wiener Kongress von 1815, der das Birseck dem Kanton Basel und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zusprach, wurde es enger mit der Schweiz verknüpft.

Während der Basler Kantonstrennung, der Auseinandersetzung zwischen der Stadt und der Landschaft, verhielten sich die Reinacher stadttreu, wurden dann aber 1833, mit dem übrigen Birseck, Teil des neuen Kantons Basel-Landschaft.[2]

Mit seinen etwas mehr als 1200 Einwohnern war Reinach auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein reines Bauerndorf. Der grosse Rebberg, der heute beinahe vollständig überbaut ist, gehörte zum Ortsbild. Noch bis in die 1930er Jahre war das heutige zentrale Schulgelände der Gemeinde mit dem Bachmatten-, dem Lochacker- und dem Weiermattschulhaus eine weite offene Flur. Es war, wie der Name andeutet, sumpfig und teilweise sogar mit Schilf bestanden, so dass sich auch Störche wohl fühlten.

Den Beginn der deutlichen Reinacher Bevölkerungsentwicklung brachte das Jahr 1907, das der abseits der damaligen Jurabahn liegenden Gemeinde mit der Eröffnung der Trambahn Basel–Aesch erstmals Schienenanschluss an die nahegelegene Rheinstadt verschaffte. Reinachs Einwohnern boten sich jetzt einerseits die grossen Vorteile der näher gerückten Stadt mit deren Erwerbsmöglichkeiten und dem kulturellen Angebot, andererseits lockten auch ländliche Wohnruhe und grosse Baulandreserven immer mehr Neuzuzüger ins Birsecker Dorf. Mit der Motorisierung beschleunigte sich der Wandel vom Bauerndorf zur Pendler- und Agglomerationsortschaft noch mehr. Hatte 1950 das Dorf 3'475 Einwohner, verfünffachte sich in den folgenden drei Jahrzehnten die Bevölkerung bis auf über 18'000.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

Gespalten; vorne in Silber ein roter Baselstab (Bischofsstab), hinten in Blau drei pfahlweise gestellte goldene Kugeln

Die drei Kugeln sind die Attribute des Kirchenpatrons St. Nikolaus. Mit den Farben Silber und Blau betont der gespaltene Schild die Zugehörigkeit zum bischöflichen Amt Birseck; der rote Stab (ohne Krabben) erinnert überdies an das Bistum Basel.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

29,6 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 24,6 % reformiert. Der Ausländeranteil beträgt 22,3 %. (Stand Juni 2016)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinach gehört zum Wirtschaftsraum Nordwestschweiz und zur Agglomeration Basel. Daher haben sich in den letzten Jahren viele bekannten Firmen in dieser Stadt niedergelassen. Besonders die beiden grosszügigen Industriezonen Kägen und Schönmatt bieten Raum dafür. Ein Vorteil bietet auch der Anschluss an die Talstrasse H18 (Autostrasse) welche ihrerseits Reinach mit Basel, dem Rest der Schweiz, Italien, Deutschland und Frankreich verbindet.

Im Abstand von etwa vier bis fünf Jahren führen die Reinacher Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetriebe die AGIR (Ausstellung des Gewerbes und der Industrie Reinach) durch. Initiiert wurde diese KMU-Messe 1980 von Willi Baader (damaliger Präsident des Gewerbe- und Industrievereines Reinach) und Willy Goettin. 1982 wurde sie mit 70 Firmen zum ersten Mal durchgeführt. 2002 waren 130 Unternehmen vertreten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Insgesamt 40 Sitze

Gemeindepräsident ist Melchior Buchs von der FDP (Stand März 2018). Der Gemeinderat (Exekutive) setzt sich aus zwei Vertreterinnen der SP, einem Vertreter und einer Vertreterin der CVP, zwei Vertretern der FDP und einer Vertreterin der BDP zusammen (Stand 2018). Der Einwohnerrat übernimmt die Legislative. Die rechts stehende Grafik zeigt die Sitzverteilung nach der Wahl vom 9. Februar 2020.[3] Er setzt sich wie folgt zusammen:


Anzahl Sitze 40
Letzte Wahl 2. Februar 2020
Legislaturperiode 2020–2024
Wahlberechtigte 12'884
Abgegebene Wahlzettel 4341
Wahlbeteiligung 33,69 %
Partei 2012 2016 2020
Sozialdemokratische Partei (SP) 11 11 10
Schweizerische Volkspartei (SVP) 9 11 9
Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) 7 9 8
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) 6 5 5
Grüne Partei (GPS) 2 2 3
Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) 4 2 3
Grünliberale Partei (glp) 1 0 2

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Reinach: SVP 23,6 %, SP 23,2 %, FDP 18,0 %, Grüne 14,7 %, CVP 10,7 %, glp 5,2 %, EVP 2,6 %, BDP 1,9 %.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinach, Kanton Basel-Landschaft

ÖV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinach ist durch den öffentlichen Nahverkehr gut mit den Nachbargemeinden und der Stadt Basel verbunden. So durchquert die BLT-Tramlinie 11 die Stadt und stellt damit eine Verbindung mit Aesch, und über Münchenstein mit dem Bahnhof Basel SBB sicher.

In Ost-Westlicher Richtung durchquert die Buslinie 64 die Stadt und verbindet sie mit dem Bahnhof Dornach-Arlesheim an der S-Bahn-Linie 3 der S-Bahn Basel und andererseits mit Therwil, Oberwil und Allschwil.

Das Gewerbegebiet Kägen wird seit dem 11. Dezember 2006 mit der Buslinie 62 erschlossen. Die Linie verkehrt ab Bahnhof Dornach-Arlesheim zum südlichen Rand des Gewerbegebiets und über Reinach Dorf weiter nach Therwil/Biel-Benken und von dort aus weiter nach Allschwil (aber nur jeder 2. Bus).

Strasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Hochleistungsstrasse H18 (ehemals J18) ist Reinach an das schweizerische Nationalstrassennetz (A2) angeschlossen und besitzt mit den beiden Anschlüssen Reinach Nord und Reinach Süd eine direkte Verbindung.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereine Kultur in Reinach und Arbeitsgruppen Lebendiges Reinach AGLR organisieren Kunstausstellungen, Musikveranstaltungen, Workshops oder Vorträge. Die Events finden im Gemeindehaus oder im Treffpunkt Leimgruberhaus statt. Dieses Haus ist seit der Renovation 2017 zu einem überregionalen Kultur- und Begegnungsort geworden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gefecht am Bruderholz, 22. März 1499, Standort, Bruderholzstrasse-Binningerstrasse. Der Bildhauer Louis Léon Weber hat das Denkmal geschaffen
    Bruderholz Denkmal von Louis Léon Weber
    Bruderholzdenkmal von 1959 zur Erinnerung an das Gefecht am Bruderholz im Schwabenkrieg von 1499
  • Wegkreuz am Dorfausgang gegen Aesch, welches von Niklaus Kury (1737–1803) erstellt wurde
  • Heimatmuseum in der Kirchgasse 9[5]
  • Aussichtspunkt Rebberg, mit einer Panoramatafel
  • Evangelisch-Reformierte Kirche, Architekt Ernst Gisel
  • Holzskulpturenweg Leywald[6]
  • Waldlehrpfad Leywald[7]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Partnerstadt von Reinach ist Ostfildern (Deutschland).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, Band I: Der Bezirk Arlesheim, mit Kantonseinleitung. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 57). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1969.
  • Daniel Hagmann: Reinach. Heimatkunde. 2 Bde. Liestal 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Reinach BL – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Reinhard Straumann: Kantonstrennung und Kulturkampf, abgerufen am 26. Oktober 2020
  3. Verteilung der Sitze. (PDF) Gemeinde Reinach, 9. Februar 2020, abgerufen am 9. Februar 2020.
  4. Bundesamt für Statistik: NR - Ergebnisse Parteien (Gemeinden) (INT1). In: Eidgenössische Wahlen 2019 | opendata.swiss. 8. August 2019, abgerufen am 1. August 2020.
  5. Website Heimatmuseum Reinach
  6. Website Bürgergemeinde Reinach
  7. Website Bürgergemeinde Reinach