Reiner Feldmann

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Reiner Feldmann (* 22. Februar 1933 in Kloster Brunnen[1]6. Oktober 2014)[2] war ein deutscher Biologe und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feldmann besuchte das Walram-Gymnasium im sauerländischen Menden. Nach dem Abitur studierte er an der Universität Münster und der Universität Innsbruck Germanistik, Geographie und Pädagogik.[3] Zoologie und Botanik gehörten zum Fächerkanon. 1958 legte er das erste Staatsexamen ab, 1960 das zweite und 1962 folgte die Promotion. Als Student in Münster wurde er aktives Mitglied des katholischen Studentenvereins Cimbria im KV, dem er zeitlebens verbunden blieb. Nach seinem Assessorexamen arbeitete er als Lehrer am Walram-Gymnasium und wurde 1985 zum Regierungsschuldirektor der Bezirksregierung Arnsberg berufen. Nach Lehraufträgen für Ökologie seit 1982 wurde Feldmann nach seiner Habilitation 1986[4] fünf Jahre später (1991) schließlich zum Professor an der Bergischen Universität Wuppertal ernannt und 1995 emeritiert.[3]

Von Schülern in Menden am Walram-Gymnasium öffentlich aufgestelltes Plakat anlässlich Dr. Feldmanns 50. Geburtstag

Ehrenamtliche Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von 19 Jahren veröffentlichte er in der Zeitschrift Natur und Heimat (NRW) den ersten naturwissenschaftlichen Artikel Der Bestand der Schwalben im nördlichen Sauerland und ihr Rückgang. Er schrieb insgesamt über 260 Publikationen, darunter zehn Bücher. Darin veröffentlichte er seine eigenen Forschungsergebnisse. Die Forschungen betrafen die Felder Faunistik, Tiergeographie und Ökologie. Er forschte zunächst an Vögeln und Fledermäusen. Später auch an Amphibien, Reptilien, Mollusken, Insekten und anderen Tiergruppen. Er war Autor bzw. einer der Autoren bei den Büchern Avifauna von Westfalen (1969), Die Amphibien und Reptiliens Westfalens (1981) und Die Säugetiere Westfalens (1984). Von 1968 bis 1975 war er Naturschutzbeauftragter der Stadt Menden und beim Kreis Iserlohn. Er war seit der Gründung 1975 Mitglied der Landschaftsbeiräte im Märkischen Kreis und bei der Bezirksregierung Arnsberg. Er war Mitarbeiter der Fachstelle Naturkunde und Naturschutz im Westfälischen Heimatbund. Feldmann engagierte sich auch in der katholischen Kirchengemeinde St. Maria Magdalena und im Museumsverein des Museums Menden.[5][6]

Der 75. Band der Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde wurde Reiner Feldmann zum 80. Geburtstag als Festschrift gewidmet. In der Festschrift wurde er als Gummistiefelbiologe bezeichnet, der für die wissenschaftliche Feldarbeit stand.[7]

Feldmann war verheiratet und wurde in Bösperde, seinem lebenslangen Wohnort, beigesetzt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Winterquartiere des Feuersalamanders „Salamandra salamandra terrestris“ Lacépede, 1788. In: Bergwerksstollen des südlichen Westfalen. In: Salamandra. Rheinbach 1967, 3, ISSN 0036-3375, S. 1–3.
  • Über Lautäußerungen einheimischer Schwanzlurche. In: Natur u. Heimat. Münster 28.1968, ISSN 0028-0593, S. 49–51.
  • mit: Reiner Klewen: Feuersalamander. In: R. Feldmann (Hrsg.): Die Amphibien und Reptilien Westfalens. In: Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Münster 43.1981, 4, 30–44.
  • Felduntersuchungen an westfälischen Populationen des Feuersalamanders, „Salamandra salamandra terrestris“ Lacépede, 1788. In: Dortmunder Beiträge zur Landeskunde Dortmund 5.1971, ISSN 0340-3947, S. 37–44.
  • Tierwelt im Südwestfälischen Bergland. Kreuztal, 1974.
  • mit Rüdiger Schröpfer, Henning Vierhaus: Die Säugetiere Westfalens. Westfälische Vereinsdruckerei Münster, 1984, S. 269–271.
  • Überwinterung, Ortstreue und Lebensalter des Feuersalamanders, „Salamandra salamandra terrestris“. Schlußbericht einer Langzeituntersuchung. In: Jahrbuch Feldherpetologie. Köln 1.1987, ISSN 0933-4068, S. 33–44.
  • Der Lüerwald. (21. Beitrag zur Landeskunde des Hönnetals). Menden 1999, ISSN 0176-1986.
  • Glockenteiche, Klingelsiepen und Geburtshelferkröten. Sauerland Nr. 2/2000, S. 75–77.
  • mit Michael Bußmann: Tiere des Südens wandern in Westfalen ein – Zeugen oder Vorboten des Klimawandels?. In: Geographische Kommission für Westfalen, I/2001, Landschaftsverband Westfalen-Lippe S. 7.
  • Eine Buckelweide auf dem Spreiberg bei Arnsberg-Neheim - Zur Genese und Struktur einer großen Kolonie der Gelben Wiesenameise, Lasius flavus. In: Natur und Heimat 72/2012. S. 8.
  • mit Rüdiger Eßmann, Raimund Kinold, Heinz-Rüdiger Lülff, Jutta Lülff: 100 Jahre Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena Menden Bösperde 1912-2012, Hrsg. Kath. Kirchengemeinde St. Maria Magdalena

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz-Otto Rehage, Henning Vierhaus: Nachruf für Reiner Feldmann. Natur und Heimat, 75/1, S. 37-39.
  2. Prof. Reiner Feldmann ist verstorben, in: Der Westen online vom 8. Oktober 2014, abgerufen am 14. Oktober 2014.
  3. a b c Ein großer Sohn der Stadt Menden, in: Der Westen online vom 22. Februar 2013, abgerufen am 14. Oktober 2014
  4. a b Bundesverdienstkreuz für Dr. Reiner Feldmann, In: Sauerland. Zeitschrift des Sauerländer Heimatbundes, Nr. 3/September 1986, ISSN 0177-8110, S. 102.
  5. Heinz-Otto Rehage, Henning Vierhaus: Nachruf für Reiner Feldmann. Natur und Heimat, 75/1, S. 37-39.
  6. Richard Pott: Professor Dr. Reiner Feldmann zum 80. Geburtstag - eine Laudatio: Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 2013/75, 7-14.
  7. Bernd von Bülow: Reiner Feldmann, ein begeisternder Gummistiefelbiologe: Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 2013/75, 203-205.