Reinhard Grindel

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Reinhard Grindel (2013)

Reinhard Dieter Grindel (* 19. September 1961 in Hamburg) ist ein deutscher Journalist, Politiker (CDU) und Sportfunktionär.

Grindel war von 2002 bis 2016 Mitglied des Deutschen Bundestags.[1] Am 15. April 2016 wurde er zum Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gewählt und legte daraufhin am 3. Juni sein Bundestagsmandat nieder.[2][1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1981 in Hamburg absolvierte Reinhard Grindel als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg, welches er 1988 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete.

Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Redakteur für Landespolitik bei Radio Schleswig-Holstein (RSH) in Kiel. 1989 wechselte er als Korrespondent für RSH und die Neue Osnabrücker Zeitung nach Bonn. 1991 wurde er Redakteur im Bonner Studio von Sat.1 und 1992 leitender Redakteur im Studio Bonn des ZDF. 1997 übernahm Grindel die Leitung des ZDF-Studios in Berlin, bis er von 1999 bis 2002 schließlich das ZDF-Studio in Brüssel leitete.

Reinhard Grindel ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grindel trat 1977 in die CDU ein. Er engagierte sich zunächst bei der Jungen Union, deren Landesvorstand in Hamburg er von 1979 bis 1985 angehörte. Von 1981 bis 1987 war er außerdem Mitglied des CDU-Kreisvorstandes Hamburg-Eimsbüttel, von 1982 bis 1988 gehörte er als Abgeordneter der dortigen Bezirksversammlung an.

Grindel war von 2002 bis 2016 Mitglied des Deutschen Bundestages. Reinhard Grindel ist 2002 und 2005 über die Landesliste Niedersachsen in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2009 konnte er den Wahlkreis Rotenburg I – Soltau-Fallingbostel mit 40,2 Prozent gegen Lars Klingbeil (SPD) direkt gewinnen. In der 17. Wahlperiode war er Mitglied des Bundestags-Innenausschusses. Auch 2013 gelang ihm mit 44,8 Prozent der Stimmen der direkte Einzug in den Bundestag. In der 18. Legislaturperiode war er stellvertretender Vorsitzender des Sportausschusses.[3] Im Juni 2016, nach seiner Wahl zum Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, legte Grindel sein Mandat nieder; für ihn rückte Kathrin Rösel in den Bundestag nach.

Seit 2003 ist Grindel stellvertretender Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Elbe-Weser.

Funktionen im Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhard Grindel ist Mitglied des Rotenburger SV. Von 2011 bis 2014 war er 1. Vizepräsident des Niedersächsischen Fußballverbandes, außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Robert-Enke-Stiftung.[4]

Von Oktober 2013 bis April 2016 war er als Schatzmeister im Präsidium des DFB.[5][6] Nachdem Grindel im November 2015 von der Amateurfraktion des DFB als Nachfolgekandidat des zurückgetretenen Wolfgang Niersbach nominiert worden war, wurde er am 15. April 2016 zum DFB-Präsidenten gewählt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2015 wurde Kritik an Grindel öffentlich. Bei der Abstimmung zur Novelle des § 108e StGB zur Strafbarkeit von Abgeordnetenbestechung am 23. April 2014 war Grindel einer von sieben Abgeordneten, die sich enthielten, drei stimmten gegen die Novelle, während 582 Abgeordnete dem Gesetz zustimmten. Zudem wurde er insbesondere wegen seiner Doppelrolle als DFB-Funktionär und Mitglied des Sportausschusses kritisiert, und schon vor seiner Wahl zum DFB-Schatzmeister wurde in einem offenen Brief davor gewarnt, Grindel ins DFB-Präsidium zu wählen. Als Grund wurde Grindels Forderung in einer Bundestagsdebatte zum Optionsmodell angegeben: Er hatte gefordert, dass junge Deutsche mit doppelter Staatsbürgerschaft sich für eine Nationalität entscheiden müssen.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reinhard Grindel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Grindel, Reinhard. In: Deutscher Bundestag. Abgerufen am 7. Juni 2016.
  2. Pressemitteilung vom 01.06.16: Grindel legt offiziell Mandat nieder. In: reinhard-grindel.de. Abgerufen am 7. Juni 2016.
  3. Mitglieder Sportausschuss - 18. Bundestag Bundestag online, abgerufen am 20.September 2014
  4. Kuratorium. Robert-Enke-Stiftung, abgerufen am 17. November 2015.
  5. Wiederwahl als DFB-Präsident: 100 Prozent Gefolgschaft für Niersbach, Spiegel Online, 25. Oktober 2013
  6. Matthias Freese: „Ich weiß, wo der Schuh drückt“, kreiszeitung.de, 26. Oktober 2013
  7. Mirjam Rüscher: DFB-Kandidat Grindel: Der Seitenwechsler. Der Spiegel, 21. November 2015, abgerufen am 22. November 2015.