Reinhard Kahl (SPD)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Reinhard Kahl (2013)

Reinhard Kahl (* 4. Oktober 1948 in Allendorf (Eder)) ist ein hessischer Politiker (SPD).

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kahl studierte nach dem Abitur im Jahr 1967 bis 1971 an der Justus-Liebig-Universität in Gießen Politik, Mathematik und Pädagogik und arbeitete von 1972 bis 1983 als Realschullehrer und Konrektor.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1967 ist Kahl Mitglied der SPD und war dort langjähriger Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Allendorf (Eder).

Von 1972 bis 1993 und von 2001 bis 2016 war er Mitglied des Kreistags Waldeck-Frankenberg, von 1980 bis 1991 und von 2001 bis 2016 amtierte er als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Im Oktober 2015 kündigte Kahl an, nicht mehr für den Kreistag zu kandidieren und schied im März 2016 aus dem Kommunalparlament aus.[1]

Seit der Landtagswahl 1983 war Kahl Abgeordneter im Hessischen Landtag. Von der Landtagsfraktion wurde er mehrfach zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt sowie von Februar 2003 bis Ende 2008 zum Parlamentarischen Geschäftsführer bestellt. In der 12. Legislaturperiode (1987–1991) amtierte er als Vorsitzender des Kulturpolitischen Ausschusses, in der 14. Wahlperiode (1995–1999) als Vorsitzender des Unterausschusses für die Stellenpläne. Seit 1999 war er stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Weiterhin gehörte er dem Ältestenrat, dem Haushaltsausschuss und dem Präsidium des Hessischen Landtages an. Bei der Landtagswahl 2008 trat er als Direktkandidat im Wahlkreis Waldeck-Frankenberg II erneut an und konnte sich unter anderem gegen Claudia Ravensburg, Kandidatin der CDU, durchsetzen.[2]

1994 war Kahl Mitglied der 10. und 2004 Mitglied der 12. Bundesversammlung.

Kahl trat bei der Landtagswahl 2013 nicht mehr an, seine Nachfolgerin wurde Daniela Sommer aus Frankenberg. Sommer zog, wie Kahl zuvor, über die Landesliste in den Hessischen Landtag ein. [3]

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der auf die Landtagswahl 2013l folgende Auseinandersetzung um die - vor der Wahl explizit ausgeschlossenen - Bildung einer von der Linkspartei geduldeten rot-grünen Landesregierung unter einer möglichen Ministerpräsidentin Andrea Ypsilanti, vertrat Kahl mit scharfen Worten die Position der Landesparteispitze. Den ehemaligen Innenminister, Landesparteivorsitzenden und SPD-Spitzenkandidaten von 2003, Gerhard Bökel, forderte Kahl zum Verlassen der SPD auf. Die Fraktionskollegen Everts, Tesch und Walter, die die geplante Regierungskonstellation ablehnten, bezeichnete Kahl als „Verräter“.[4] Bei der vorgezogenen Landtagswahl in Hessen 2009 verlor er seinen Wahlkreis, konnte jedoch über die Landesliste erneut in den Landtag einziehen.

Sonstige Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kahl war Mitglied des Verwaltungsrats der Sparkasse Waldeck-Frankenberg sowie ehemaliger Schatzmeister im Vorstand der Denkfabrik Institut Solidarische Moderne. [5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reinhard Kahl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abschied aus der Politik: SPD-Fraktionschef Reinhard Kahl im Interview. In: https://www.hna.de. 19. Oktober 2015 (hna.de [abgerufen am 28. März 2017]).
  2. Wahlberichterstattung des Hessischen Rundfunks
  3. Dr. Daniela Sommer, MdL - Abgeordnete - SPD-Landtagsfraktion Hessen. Abgerufen am 28. März 2017.
  4. Thomas Holl: Protest gegen SPD-Abweichler FAZ, 10. November 2008
  5. Felix Langhammer, Axel Gebauer; WARENFORM http://www.warenform.net: Der Vorstand des Instituts - ISM -. In: Institut Solidarische Moderne. (solidarische-moderne.de [abgerufen am 28. März 2017]).