Reinhard Pöllath

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Reinhard Pöllath (* 15. Januar 1948 in Marktredwitz) ist ein deutscher Wirtschaftsjurist, Manager und Honorarprofessor.[1]

Leben[Bearbeiten]

Pöllath stammt aus einer Familie in Oberfranken, die seit dem 17. Jahrhundert eine Tischlerei betrieb. Er legte 1967 in Marktredwitz das Abitur ab.[2] Nach dem Wehrdienst studierte er von 1969 bis 1973 Rechtswissenschaften an der Universität Regensburg und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Anschließend war er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, mit deren Unterstützung er an der Harvard Law School bis 1974 einen Studiengang zum Master absolvierte.

1977 wurde er als Anwalt zugelassen und war zunächst als Rechtsanwalt in München tätig, außerdem in Frankfurt am Main und in Berlin. Ab 1993 war er Sozius einer Kanzlei in München und bis 1997 Geschäftsführer eines Immobilien- und Hotelunternehmens.[3] Zusammen mit anderen Anwälten gründete er 1997 Kollegen P+P Pöllath + Partners; die Kanzlei ist in München, Berlin und Frankfurt vertreten. Er ist spezialisiert auf Beratung von Familienunternehmen, Unternehmenskauf, Nachfolge und Vermögen, internationales und deutsches Steuerrecht, Stiftungen und Trusts sowie Pro-Bono-Aktivitäten. So berät er etwa die Familie Quandt.[2]

Bekannt wurde er als Berater der Familie Herz, die ihm nach Streitigkeiten der Erben 2002 als Interimschef den Aufsichtsratsvorsitz der Tchibo Holding AG antrug. Das Amt hatte er als Nachfolger von Jens Odewald für 13 Monate inne.[3][4][5][6][7]

2006 wurde er mit der Dissertation Unternehmensübertragung. Nachfolge oder Verkauf als unternehmerische Organisationsaufgabe promoviert.

2007 übernahm er nach dem Tod von Erich Schumann die Geschäftsführung der Brost Holding, die 50 Prozent an der WAZ-Mediengruppe hält.[8][9][10]

Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Maxingvest AG (ehemals Tchibo Holding AG)[11] und der Beiersdorf AG.[12] Er war Aufsichtsratsvorsitzender der Escada SE.[13]

Pöllath hat eine Honorarprofessur am Institut für Steuerrecht an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (Westfalen) und ist Vorstandssprecher der Max-Planck-Förderstiftung, die er 2006 zusammen mit Stefan von Holtzbrinck gründete.[3][14]

Ehrungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Handbuch der Unternehmensakquisition. Metzner, Frankfurt am Main 1982 ISBN 3-7875-4304-X (mit Albert J. Rädler)
  • Recht und Praxis des Unternehmenskaufs. Rechtliche und steuerliche Aspekte. Köln 1984 ISBN 3-8145-0135-7 (mit Hans-Joachim Holzapfel, 12. Auflage 2005)
  • Unternehmensfortführung durch Nachfolge oder Verkauf. Wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche Grundlagen und Praxis. Nomos, Baden-Baden 2007 ISBN 978-3-8329-2489-8
  • Unternehmenskauf in Recht und Praxis. Köln 2010, 14. neu bearbeitete Auflage ISBN 978-3-8145-7435-6 (mit Hans-Joachim Holzapfel)
Herausgeberschaften

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Köpfe der Wirtschaft In: Wirtschaftswoche
  2. a b Beate Franz: „Geldverdienen kann nicht alles sein“ In: Frankenpost online vom 17. April 2007
  3. a b c Reinhard Pöllath auf der Seite der Universität Münster
  4. Andreas Hölting: Der säuselnde Schlichter In: Manager Magazin online vom 19. August 2008
  5. Tchibo Holding: Neuer Streit unter den Gesellschaftern In: Wirtschaftswoche online vom 21. April 2007
  6. Reinhard Pöllath: Der besonnene Schlichter In: Handelsblatt online vom 29. August 2002
  7. Familie Herz geht getrennte Wege In: Manager Magazin online vom 13. August 2003
  8. Klaus Boldt: Brost-Holding mit neuer Führung In: Manager Magazin online vom 9. März 2007
  9. Günther Bähr: Öko statt Otto? In: Focus online vom 7. Januar 2008
  10. WAZ: Ex-Tchibo-Chef Pöllath steigt in die Brost Holding ein In: Horizont online vom 9. März 2007
  11. Geschäftsbericht 2010 (PDF; 771 kB)
  12. Beiersdorf
  13. Escadas Insolvenz kaum noch abzuwenden In: Spiegel Online vom 10. August 2009
  14. Max Planck Förderstiftung, abgerufen am 25. November 2011
  15. JPL Small-Body Database auf der Seite des California Institute of Technology (englisch)