Reinhart Fuchs

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Dieser Artikel behandelt den Schachspieler Reinhart Fuchs. Zu anderen Personen siehe Reinhard Fuchs; zum Namen Reinhart Fuchs in Volkssagen siehe Reineke Fuchs.
Reinhart Fuchs,
Bad Klosterlausnitz 1949

Reinhart Fuchs (beim Deutschen Schachbund wird sein Vorname Reinhard geschrieben; * 28. September 1934 in Berlin) ist ein deutscher Schachmeister. Er ist auch als Schachjournalist bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhart Fuchs wuchs in Berlin-Wilhelmshagen auf, wo er bis heute lebt. Er besuchte die Fachschule für Finanzen in Gotha. Acht Jahre lang war er Schachprofi, danach arbeitete er als Informatiker im Berliner Kabelwerk Oberspree. Von 1956 an schrieb er über 40 Jahre lang die Schachkolumne in der Berliner Zeitung. Er veröffentlichte von 1976 bis 1991 in der Zeitschrift Schach, bei der er in den 1970er und 1980er Jahren stellvertretender Chefredakteur war. Er schrieb auch für die Jugendzeitschrift Trommel und später für Kaissiber.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppenbild der Jugendmeisterschaft 1949, Reinhart Fuchs in der ersten Reihe (5. von rechts)

Sein erster Verein war der Schachklub Oberschöneweide (inzwischen heißt der Verein TSG Oberschöneweide). Nach der Saison 1998/99 beendete er in diesem Verein seine aktive Laufbahn.[1] Zwischendurch spielte er für die AdW Berlin. Von 1970 bis 1992 machte er eine schachliche Pause.

1949 nahm er an der Jugendmeisterschaft der Ostzone in Bad Klosterlausnitz teil, bei der er Platz 7 belegte.[2] 1950 gewann er in Sömmerda die Ost-Meisterschaft U20.[3] 1952 in Sigmaringen wurde er Erster vor Wolfgang Uhlmann bei der gesamtdeutschen U20-Jugendmeisterschaft.[4] Er konnte 1953 in Jena und 1956 in Leipzig zweimal die Einzelmeisterschaft der DDR gewinnen. Im Jahr 1956 hatte er zwei Runden vor Schluss noch 1,5 Punkte Rückstand auf den führenden Werner Breustedt, konnte diese jedoch noch aufholen und gewann die Meisterschaft mit elf Punkten aus 15 Partien. 1959 in Leipzig wurde er Dritter hinter Wolfgang Pietzsch und Werner Golz.[5]

Von 1956 bis 1970 spielte er für die Nationalmannschaft der DDR. Er nahm an sechs Schacholympiaden teil (1956 bis 1966), wobei 1956 in Moskau mit dem sechsten Platz das beste Ergebnis einer DDR-Mannschaft bei Schacholympiaden erreicht wurde.[6] Er spielte außerdem bei der Mannschaftseuropameisterschaft 1970 in Kapfenberg, bei welcher die DDR den dritten Platz erreichte,[7] zwei Studentenweltmeisterschaften (1958 und 1959)[8] sowie verschiedenen Länderkämpfen.

1962 wurde ihm der Titel Internationaler Meister verliehen.[9] Seine Elo-Zahl beträgt 2389 (Stand: August 2014), er wird allerdings als inaktiv geführt, da er seit 1999 keine gewertete Partie mehr gespielt hat. Bei Einführung der Elo-Zahlen durch die FIDE betrug diese 2430, dies war gleichzeitig Fuchs' höchste Elo-Zahl. Seine höchste historische Elo-Zahl war 2591 im Oktober 1968. Nach dieser Berechnung lag er damals auf Platz 68 der Weltrangliste.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reinhart Fuchs – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reinhart Fuchs wird 74 (Memento vom 12. September 2012 im Webarchiv archive.is), Meldung beim Deutschen Schachbund vom 28. September 2008, Nachrichten-Archiv
  2. Deutsche Meisterschaft der Jugend (Ost), Bad Klosterlausnitz 1949 mit Bild der Teilnehmer
  3. Deutsche Meisterschaft der Jugend (Ost), Sömmerda 1950 mit Bild von Fuchs
  4. 6. Deutsche Meisterschaft der Jugend, Sigmaringen 1952
  5. 10. DDR-Meisterschaft, 1959 in Leipzig Tabelle und sämtliche 91 Partien auf 365Chess.com (englisch)
  6. Reinhart Fuchs' Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  7. Reinhart Fuchs' Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  8. Reinhart Fuchs' Ergebnisse bei Studentenweltmeisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  9. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 89
  10. Die historische Elo-Zahl Reinhart Fuchs' auf chessmetrics.com (englisch)